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Ausflugsziele

Ausflugsziele in Thüringen: wo es voll wird und wo nicht

Ausflugsziele in Thüringen mit Eintritt, Ruhetagen und Andrang: Wartburg, Feengrotten, Leuchtenburg und Geheimtipps, bei denen du weniger Gedränge hast.

Redaktion freizeit-248 Min. Lesezeit
Weiße Tropfsteine spiegeln sich im stillen Wasser des Märchendoms in den Saalfelder Feengrotten
Foto: Ansgar Koreng, CC BY 3.0 de (skaliert), via Wikimedia Commons

Der Andrang auf Thüringens Ausflugsziele verteilt sich sehr ungleich. Rund vier Millionen Besuche zählte der Museumsverband Thüringen 2025 in seinen etwa 240 Mitgliedsmuseen. Allein die Klassik Stiftung Weimar kam auf 642.549, die Wartburg-Stiftung auf 460.963. Die Museen der Landeshauptstadt Erfurt folgen mit 274.997, die Leuchtenburg zählte 91.669 Besuche, das Landesmuseum Heidecksburg 77.735.

Für die Planung heißt das: Die großen Namen lohnen sich, verlangen aber Timing. Die ruhigeren Ziele liegen nicht versteckt im Wald, sondern beide im Saaletal.

Zehn Ziele im Überblick

Ziel Lage Was es ist Eintritt Erwachsene Für wen
Wartburg Eisenach Welterbe-Burg über der Stadt 13 €, Burghöfe frei erster Thüringen-Besuch, Geschichte
Drachenschlucht Eisenach enge Felsenklamm am Bach frei Wanderer, Kombi mit der Wartburg
Goethe-Nationalmuseum Weimar Goethes Wohnhaus und Sammlung 14 € Literatur, Wohnhaus nur bis 1. November
Krämerbrücke Erfurt bewohnte Brücke mit kleinen Läden frei Stadtbummel ohne Eintritt
Baumkronenpfad Nationalpark Hainich Holzsteg durch Buchenkronen 13 € Familien, auch mit Kinderwagen
Saalfelder Feengrotten Saalfeld Schaubergwerk mit Tropfsteinen 17 € Regentage, Kinder, die gut laufen
Kyffhäuser-Denkmal Kyffhäuser-Gebirge Denkmalturm neben alter Burganlage 9,50 € Aussicht, Geschichte
Barbarossahöhle Rottleben am Kyffhäuser Schauhöhle, nur mit Führung 12,50 € Regentage, Kombi mit dem Denkmal
Leuchtenburg Seitenroda bei Kahla Burg mit Porzellanwelten 16,90 € Familien, ruhiger Burgtag
Heidecksburg Rudolstadt Barockschloss mit Landesmuseum 8 €, Kinder bis 14 frei Schlossbesuch, Kombi mit Saalfeld

Für den ersten Ausflug nach Thüringen ist die Wartburg zusammen mit der Drachenschlucht die stärkste Wahl: vormittags die Burg, nachmittags die Klamm, die nichts kostet. Mit kleinen Kindern spricht mehr für den Baumkronenpfad, weil ein Aufzug auf den Steg fährt. Für einen Tag mit viel Programm und spürbar weniger Gedränge ist die Leuchtenburg die bessere Adresse als Weimar oder Eisenach. Wird aus dem Tagesausflug ein Wochenende, passen die Ideen für einen Kurzurlaub mit Kindern.

Die Klassiker

Wartburg und Drachenschlucht in Eisenach

Die Burg thront südlich über Eisenach. Burghöfe und Außenanlagen sind frei zugänglich, zahlen musst du nur für die Innenräume, die du mit Führung oder auf eigene Faust besichtigst.

Die Kasse öffnet bis 1. November täglich 10–17 Uhr, die Burghöfe schon ab 8 Uhr. Erwachsene zahlen 13 Euro, Familien 31 Euro, Tickets mit Wunschzeit gibt es online bei der Wartburg. Am Parkplatz kostet der Tag 7 Euro, danach folgen rund 500 Meter bergauf oder der Shuttle für 4 Euro je Fahrt. Ohne Auto fährt die Buslinie 3 vom Hauptbahnhof zum Parkplatz.

Die Drachenschlucht beginnt an einem hölzernen Tor mit Drachen. Dann rücken die bewachsenen Felsen eng zusammen, der Bach rauscht unter den Füßen, und es wird kühl und dämmrig. An der B19 darfst du nicht parken, ausgewiesen sind unter anderem die Plätze am Prinzenteich und an der Hohen Sonne. Proviant gehört in den Rucksack, denn der Imbiss an der Hohen Sonne hat geschlossen. Eisenach liegt nah an der Landesgrenze, weitere Ziele gleich nebenan stehen bei den Ausflugszielen in Hessen.

Weimar

Weimar ist ein Stadtausflug: Goethes Wohnhaus, die Anna-Amalia-Bibliothek, das Bauhaus-Museum und dazwischen der Park an der Ilm, der ganzjährig ohne Eintritt offen ist. Die Falle bei der Planung sind die Ruhetage.

Das Goethe-Nationalmuseum kostet 14 Euro und schließt montags, das Bauhaus-Museum (11 Euro) dienstags. Goethes Wohnhaus ist nur noch bis 1. November 2026 geöffnet, danach beginnt die Sanierung. Am Buß- und Bettag, dem 18. November, ist der Eintritt in alle Häuser der Klassik Stiftung frei.

Erfurt

Erfurt kostet nichts, solange du draußen bleibst. Auf der Krämerbrücke verkaufen kleine Läden Blaudruck, bemalte Keramik und Glas aus Lauscha, und in den Häusern darüber wird gewohnt.

Die Stadt nennt die 120 Meter lange Brücke die längste durchgehend bebaute und bewohnte Brücke Europas. Den Blick von oben bietet der Turm der Ägidienkirche am Brückenende, dienstags bis sonntags. Die städtischen Museen zählen zusammen weniger als halb so viele Besuche wie die Klassik Stiftung Weimar.

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Der Holzsteg führt mitten durch die Kronen des Buchenwaldes, der zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Ein Aufzug bringt dich hinauf, damit sind Kinderwagen und Rollstuhl kein Problem. Nur der Aussichtsturm hat ausschließlich Treppen.

Laut Gästebefragung Thüringen 2023/2024 zählt der Pfad mit der Wartburg zu den bekanntesten und meistbesuchten Ausflugszielen des Landes. Das Ticket kostet 13 Euro inklusive Nationalparkzentrum, Familien zahlen 34 Euro. Bis Ende Oktober ist täglich 10–19 Uhr geöffnet, Parken kostet 4 Euro. Bei Sturm, Gewitter oder Starkregen kann der Pfad kurzfristig schließen, den Status zeigt die Seite des Betreibers.

Saalfelder Feengrotten

Die Feengrotten sind ein altes Bergwerk, dessen Stollen die Natur in eine farbige Tropfsteinwelt verwandelt hat. Das Wetter draußen spielt keine Rolle, das Alter der Kinder schon: Kinderwagen, Kraxen und Rollatoren bleiben draußen, Babytragen gibt es gegen Pfand an der Kasse.

Die Führung mit dem Museum Grottoneum dauert etwa zwei Stunden und kostet 17 Euro, zwei Erwachsene mit zwei Kindern zahlen 55 Euro. Unterwegs warten etwa 120 Stufen, stellenweise nur 1,70 Meter Deckenhöhe und 8 bis 10 Grad, eine Jacke gehört also auch im Sommer dazu. Bis 1. November ist täglich ab 10 Uhr geöffnet, ab 21. September bis 17 Uhr.

Kyffhäuser-Denkmal und Barbarossahöhle

Das Denkmal mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. teilt sich das Gelände mit den Kyffhäuser-Burganlagen, vom Parkplatz gehst du noch eine Viertelstunde hinauf. Die Barbarossahöhle in Rottleben passt für den Nachmittag: fast ebenerdig, aber mit teils glatten Wegen, und nur mit Führung zu besichtigen.

Das Denkmal kostet 9,50 Euro und ist bis Oktober 9.30–18 Uhr geöffnet. Das Areal besuchen laut Thüringer Tourismus mehr als 150.000 Gäste im Jahr. Die Höhlenführung kostet 12,50 Euro, dauert knapp eine Stunde und findet erst ab fünf Teilnehmenden statt. Zu zweit an einem ruhigen Werktag kann das Warten bedeuten.

Geheimtipps: wo es messbar ruhiger ist

Ein Ziel mit Kasse und Parkplatz ist kein Geheimnis. Was es gibt, sind bekannte Adressen mit einem Bruchteil des Andrangs.

Leuchtenburg bei Kahla

Die Burg sitzt hoch über dem Saaletal. Innen treffen Burggeschichte und Porzellanwelten aufeinander, am Ende wartet der Steg der Wünsche, von dem jeder Gast einen Porzellanteller in die Tiefe wirft. Der Teller ist im Eintritt enthalten. Der Burghof ist mit Kinderwagen gut befahrbar, in die Porzellanwelten führt ein Aufzug.

Mit 91.669 Besuchen kam die Leuchtenburg 2025 auf knapp ein Fünftel der Wartburg. Der Eintritt kostet 16,90 Euro, die Familienkarte 42 Euro. Bis Ende Oktober ist täglich 9–18 Uhr geöffnet, und bis dahin gilt ab 16 Uhr der Späteintritt für 12 Euro. Der Parkplatz unten ist kostenlos, bis zum Burgtor sind es rund 500 Meter und 60 Höhenmeter.

Heidecksburg in Rudolstadt

Das Barockschloss über Rudolstadt beherbergt das Thüringer Landesmuseum mit historischen Wohnräumen, Sammlungen und der Ausstellung Rococo en miniature. Es passt gut zu den Feengrotten in der Nachbarstadt Saalfeld: Höhle am Vormittag, Schloss am Nachmittag. Direkt am Schloss gibt es nur wenige Plätze für Menschen mit Schwerbehindertenausweis, alle anderen parken in der Nähe.

Mit 77.735 Besuchen kam das Landesmuseum 2025 auf rund ein Sechstel der Wartburg. Der Eintritt kostet 8 Euro, Kinder bis 14 sind frei. Geöffnet ist dienstags bis sonntags, bis Oktober 10–17 Uhr, montags nur an Feiertagen. Rucksäcke müssen ins Schließfach, dafür brauchst du eine 2-Euro-Münze.

Preise und Öffnungszeiten: Stand September 2026, Angaben der Betreiber. Besuchszahlen 2025: Museumsverband Thüringen.

Häufige Fragen

Welche Ausflugsziele in Thüringen sind im Winter geöffnet?

Wartburg und Leuchtenburg öffnen auch im Winter täglich, das Kyffhäuser-Denkmal ebenso bis auf Heiligabend. An der Wartburg endet der Ticketverkauf ab 2. November allerdings schon um 15 Uhr. Die Feengrotten öffnen vom 2. November bis 10. Januar dienstags bis sonntags. Der Baumkronenpfad schließt von Dezember bis Februar montags bis mittwochs, außer in den Thüringer Ferien und an Feiertagen.

Wohin darf der Hund mit?

Auf der Leuchtenburg sind Hunde an der Leine willkommen. Auf den Baumkronenpfad dürfen sie nicht, am Fuß des Pfads stehen abschließbare Hundeboxen. In den Feengrotten, der Barbarossahöhle und den Ausstellungen der Heidecksburg sind Hunde ebenfalls nicht erlaubt.

Lohnen sich Kombitickets?

Am Kyffhäuser ja: Denkmal und Barbarossahöhle kosten zusammen 20 Euro statt 22 Euro. In Saalfeld verbindet das Kombiticket von April bis Oktober die Feengrotten mit dem Abenteuerwald Feenweltchen für 29 Euro. Die Kombikarte Schwarzburger Schlösser für 18 Euro gilt für die Heidecksburg, das Jagdschloss Paulinzella und Schloss Schwarzburg.

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