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Mit Kindern

Ostsee-Urlaub mit Kindern: sieben Badeorte im Vergleich

Ostsee-Urlaub mit Kindern: Grömitz, Scharbeutz, Boltenhagen, Kühlungsborn, Zingst, Usedom und Binz nach Strand, Kurabgabe und Alter der Kinder verglichen.

Redaktion freizeit-248 Min. Lesezeit
Weiße Strandkörbe mit Nummern am Strand von Kühlungsborn im Abendlicht, dahinter Buhnen und die Ostsee
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Für einen Ostsee-Urlaub mit Kindern haben fast alle Badeorte zwischen Lübecker Bucht und Usedom feinen Sand zu bieten. Ob ein Ort zu deiner Familie passt, entscheiden deshalb andere Fragen: bis zu welchem Alter die Kinder keine Kurabgabe zahlen, wohin du bei Regen ausweichst und ob du ohne Auto ankommst. Genau darin liegen die sieben Orte weit auseinander.

Ob es überhaupt Urlaub mit Kindern am Meer sein soll, klärt der Regionenvergleich Urlaub mit Kindern in Deutschland. Für ein langes Wochenende taugen die Ziele unter Kurzurlaub mit Kindern besser, denn für zwei Nächte lohnt die Fahrt bis Rügen oder Usedom kaum.

Sieben Orte im Vergleich

Ort Lage Strand Kurabgabefrei Bei Regen Ohne Auto
Grömitz Lübecker Bucht, Schleswig-Holstein 8 km feiner Sand in Südlage unter 18 Meerwasserbad Grömitzer Welle Bus ab Bahnhof Neustadt in Holstein
Scharbeutz Lübecker Bucht, Schleswig-Holstein feiner Sand, Seebrücke unter 18 Ostsee-Therme an der Strandallee Regionalbahn ab Lübeck
Boltenhagen Westmecklenburg rund 5 km, sanft abfallend unter 15 Wonnemar in Wismar Bus ab Grevesmühlen oder Wismar
Kühlungsborn westlich von Rostock rund 6 km unter 16 Meerwasserhalle Kübomare, Spielhalle Kübola Dampfzug Molli ab Bad Doberan
Zingst Fischland-Darß-Zingst Flachwasserzonen am Ufer unter 6, bis 14 halber Satz Experimentarium Bus 210 ab Ribnitz-Damgarten West
Kaiserbäder Usedom knapp 12 km feiner Sand unter 6 OstseeTherme Usedom Usedomer Bäderbahn ab Züssow
Binz Rügen flacher Uferbereich unter 3 Karls Erlebnis-Dorf Zirkow IC und ICE bis Binz

Für die meisten Familien mit Kindergarten- und Grundschulkindern ist Kühlungsborn der beste Kompromiss: Kinder zahlen bis zum 16. Geburtstag keine Kurabgabe, die Anreise mit dem Molli ist schon ein Ausflug, und für Regentage liegen Schwimmhalle und Spielhalle im Ort. Mit Teenagern ist Scharbeutz die bessere Wahl, mit Baby Zingst.

Was die Kurabgabe eine Familie kostet

Die Abgabe zahlst du pro Person und Tag bei der Unterkunft, dafür gibt es die Gäste- oder Kurkarte. Teuer wird es weniger über den Tagessatz als über die Altersgrenze. Gerechnet ist eine Woche mit sieben Übernachtungen im Juli für zwei Erwachsene:

Ort Satz je Erwachsenem Kinder 4 und 11 Jahre Kinder 15 und 17 Jahre
Boltenhagen 3,00 € 42,00 € 84,00 €
Kühlungsborn 3,00 € 42,00 € 63,00 €
Scharbeutz 3,50 € 49,00 € 49,00 €
Zingst 3,00 € 52,50 € 84,00 €
Grömitz 4,00 € 56,00 € 56,00 €
Kaiserbäder 3,70 € 77,70 € 103,60 €
Binz 3,40 € 108,80 € 108,80 €

Binz liegt am Ende, weil dort schon Dreijährige den vollen Satz zahlen und An- und Abreisetag jeweils als eigener Tag zählen. Die übrigen Orte berechnen sieben Nächte als sieben Tage. Auf Usedom holt die Karte einen Teil wieder herein: In der Hauptsaison fährst du damit kostenlos in den Bussen der Usedomer Bäderbahn und mit dem Schiff zwischen den Seebrücken von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin bis nach Swinemünde. In Grömitz schließt die ostseecard kostenlose Kinderclubs ein.

Der Strandkorb kommt obendrauf. In Zingst kostet er einheitlich 14 Euro am Tag und wird nur gegen Gästekarte vermietet. In Grömitz staffelt ein Vermieter nach Reihe, mit 15 bis 17 Euro vorn und 10 Euro in der siebten Reihe.

Welcher Ort zu welchem Alter passt

Baby und Kleinkind: Zingst oder Boltenhagen

In Zingst liegen die Flachwasserzonen direkt am Ufer, der Weg vom Handtuch zum Planschen ist kurz. Für die Kleinsten fällt keine Abgabe an, und ältere Geschwister haben im Ort ein Ziel für Regentage.

Das ist das Experimentarium mit über 70 Mitmachstationen, gedacht für Kinder ab fünf Jahren. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet 18 Euro, Einlass gibt es nur mit Gästekarte.

In Boltenhagen liegen feinsandige Badebuchten zwischen naturbelassener Steilküste, der Strand fällt sanft ab, und von der Seebrücke geht der Blick weit über die Küste. Bei Regen führt der Ausflug allerdings aus dem Ort hinaus, etwa ins Wonnemar nach Wismar mit Rutschenturm und Indoor-Spielwelt. Die Buslinie 240 dorthin fährt laut Kurverwaltung vom 1. Juni bis 11. September.

Kindergarten und Grundschule: Kühlungsborn

Der Molli dampft von Bad Doberan über Heiligendamm bis Kühlungsborn West, und am Endpunkt steht das Molli-Museum mit freiem Eintritt. Regnet es, bleiben die Meerwasserhalle Kübomare und die Wikinger-Spielhalle von Kübola, beide im Ort. Für Grundschulkinder ist das die seltene Kombination aus Strand, Dampfzug und Schlechtwetterplan, ohne dass ein Tag im Auto vergeht.

Zehn bis 14 Jahre: Usedom oder Binz

In den Kaiserbädern reihen sich Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin an der Küste aneinander. Schulkinder pendeln hier mit Bus und Schiff von Seebrücke zu Seebrücke und bis ins polnische Swinemünde, ohne dass jemand ein Ticket kauft.

Mit dem Auto braucht die Anreise Geduld, weil die Peenebrücke in Wolgast für Schiffe öffnet, unter anderem um 12:45 und 17:45 Uhr.

Binz ist das Ziel für Familien, die mit dem Fernzug fahren wollen, denn IC und ICE halten im Ort. Bei Regen ist Karls Erlebnis-Dorf in Zirkow die naheliegende Wahl, wo der Eintritt frei ist und nur einzelne Fahrgeschäfte kosten. Weil schon Dreijährige Kurabgabe zahlen, ist Binz allerdings in beiden Rechenbeispielen der teuerste Ort.

Teenager: Scharbeutz oder Grömitz

Scharbeutz ist auf Trubel eingestellt. An der Dünenmeile reihen sich Cafés, auf der neuen Seebrücke wird flaniert, am Strand gibt es SUP-Kurse, und die Ostsee-Therme liegt direkt an der Strandallee. Jugendliche kommen mit der Regionalbahn aus Lübeck ohne Elterntaxi an.

Die Therme kostet für zwei Stunden unter der Woche 45 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 15 Jahre.

Grömitz hat einen langen Sandstrand in Südlage, die Seebrücke als Treffpunkt und mit der Grömitzer Welle ein Meerwasserbad mit Wellenbetrieb. Einen Bahnhof gibt es nicht, vom Bahnhof Neustadt fährt der Linienbus.

Kaltes Wasser und volle Strände

Vom 2. bis 6. August 2027 haben laut Ferienregelung der Kultusministerkonferenz alle 16 Bundesländer gleichzeitig Sommerferien. Berlin, Brandenburg und Hamburg starten schon am 1. Juli, Nordrhein-Westfalen hat bis zum 31. August frei. Entsprechend voll sind Strände und Unterkünfte im Hochsommer. Familien mit Kindern unter sechs fahren entspannter vor dem 28. Juni, wenn Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland in die Ferien starten, oder im September.

Dann gilt es, die Wachsaison im Blick zu behalten. In Scharbeutz und Zingst sitzen die Rettungsschwimmer vom 15. Mai bis 15. September auf den Türmen, in den Kaiserbädern vom 1. Mai bis 30. September. Danach badest du unbewacht.

Die Ostsee ist auch im Sommer sehr kalt, warnt das Ostseeheilbad Zingst, und rät, langsam ins Wasser zu gehen. Im Juni gilt das erst recht. Kleinkinder buddeln dann lieber an der Wasserkante, als lange drin zu bleiben.

Kurabgabe, Preise und Wachzeiten: Stand September 2026, Angaben der Gemeinden, Kurverwaltungen und Betreiber.

Häufige Fragen

Müssen Kinder an der Ostsee Kurtaxe zahlen?

Das legt jede Gemeinde in ihrer Satzung selbst fest. Grömitz und Scharbeutz befreien alle unter 18, Kühlungsborn Kinder bis zum 16. Geburtstag, Boltenhagen bis zum 15. In Zingst und den Kaiserbädern sind nur Kinder unter sechs frei, in Binz nur unter drei. Tagesgäste zahlen in Scharbeutz in der Hauptsaison ebenfalls 3,50 Euro.

Sind Quallen in der Ostsee gefährlich für Kinder?

Die Ohrenquallen, die vor allem von Juli bis Oktober treiben, sind nach Angaben des Ostseebads Kühlungsborn völlig harmlos. Seltener wird eine Feuerqualle angespült, deren Nesseln Hautrötungen und allergische Reaktionen auslösen können. Angespülte Quallen fassen Kinder deshalb besser nicht an.

Was bedeuten die Flaggen am Strand?

Die rot-gelbe Flagge zeigt einen bewachten Abschnitt, die gelbe warnt vor gefährlichem Baden, die rote bedeutet Badeverbot. Boltenhagen ist strenger: Weht dort die gelbe Flagge, dürfen Kinder und Nichtschwimmer laut Strand- und Badeordnung gar nicht ins Wasser.

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