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Ausflugsziele

Berlin-Geheimtipps: Ausflugsziele, wo wenig los ist

Ausflugsziele als Geheimtipp in und um Berlin: Pfaueninsel, Heilandskirche Sacrow, Insel im Liepnitzsee, Natur Park Südgelände, Zitadelle Spandau.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Überwachsener Betontunnel mit alten Gleisen im Natur Park Südgelände, am Ende des Tunnels grünes Licht
Foto: Flocci Nivis, CC BY 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Als Geheimtipp wird in Berlin fast alles gehandelt, was nicht am Brandenburger Tor steht. Das Tempelhofer Feld etwa, über 300 Hektar seit 2010 offen, zählt nach Angabe von Grün Berlin Millionen Besucher im Jahr. Das ist vieles, aber kein Tipp.

Interessanter ist die Frage, warum an manchen Orten trotzdem wenig los ist. Meistens liegt es an einer Hürde: an einer Fähre, an einem Fußweg, an einem Kassenautomaten oder an der Lage am äußersten Rand der Stadt. Genau danach sind die folgenden Ziele sortiert. Die großen Namen stehen bei den Sehenswürdigkeiten in Berlin, die Klassiker des Umlands bei den Ausflugszielen in Brandenburg.

Weil man nur über Wasser oder zu Fuß hinkommt

Pfaueninsel

Die Insel in der Havel ist 67 Hektar groß, gehört zum UNESCO-Welterbe und ist zugleich Naturschutzgebiet. Lenné hat hier einen Landschaftspark angelegt und 1821 den Rosengarten, der nach Angabe der Schlösserstiftung der älteste Berlins ist; dazu kommen rund 400 alte Eichen, das weiße Lustschlösschen und die Meierei im Ruinenstil. Zur Ausstattung gehörten von Anfang an fremdländische Bäume und die farbenprächtigen Pfauen.

Die Fähre fährt von März bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, die letzte Überfahrt zur Insel geht 45 Minuten vor Betriebsende. Sie kostet 6 Euro, die Familienkarte 12 Euro. Zwei Dinge unterschätzen viele: Beim Fährpersonal kannst du keine Karte kaufen, das geht nur online oder am Automaten, und der akzeptiert bar nur Münzgeld. Und die Karte fürs Schloss auf der Pfaueninsel gibt es ausschließlich tagesaktuell im Fährhaus.

Heilandskirche Sacrow

Ebenfalls an der Havel steht eine Kirche halb im Wasser. Der größte Teil des Schiffs ruht auf Eichenpfählen in der Havel, daneben ein freistehender Campanile im italienischen Stil. Gebaut wurde sie nach Idee und Skizzen Friedrich Wilhelms IV., ausgeführt von Ludwig Persius, einem Schüler Schinkels.

Ihre zweite Geschichte ist jünger. Mit dem Mauerbau im August 1961 geriet die Kirche ins Niemandsland des Grenzstreifens, der Zugang war den Sacrowern verwehrt, die Inneneinrichtung wurde mit Axt und Säge zerstört. Seit 1990 wird sie wiederhergestellt, heute gehört sie zum Weltkulturerbe der Potsdamer Havellandschaft.

Hin kommst du nur zu Fuß durch den Sacrower Schlosspark. Im September und Oktober ist die Kirche freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, im November und Dezember samstags und sonntags bis 15.30 Uhr. Die Öffnung stellt der Förderverein Ars Sacrow seit 2007 sicher und bittet dafür um Spenden. Ein Anspruch auf Einlass ist das nicht: Gottesdienste haben Vorrang, und der Verein behält sich vor, ohne Vorankündigung zu schließen. Vor der Fahrt lohnt der Blick in die Terminseite der Heilandskirche, zumal dort regelmäßig Konzerte stehen.

Die Insel im Liepnitzsee

Im Wandlitzer Ortsteil Ützdorf setzt die Fähre „Frieda“ ab 10 Uhr stündlich von beiden Ufern zur Insel Großer Werder über. Auf der Insel gibt es das Gartenlokal Insulaner Klause und sonst vor allem Ruhe.

Verlass dich nicht auf gutes Wetter allein. Der reguläre Fährbetrieb läuft in diesem Jahr vom 3. April bis zum 19. Oktober, und der Betreiber hat die Zahl der Fährtage aus finanziellen und personellen Gründen stark reduziert. Im September fährt sie samstags und sonntags, den genauen Plan gibt es nur als PDF. Stehplätze gibt es keine, kassiert wird an Bord.

Weil Eintritt kostet, und sei es ein Euro

Natur Park Südgelände

Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Tempelhof ist ein Wald über die Gleise gewachsen, dazwischen stehen Wasserturm, Drehscheibe und eine Dampflok. Eröffnet wurde das Gelände zur Expo 2000, 2022 bekam es den Internationalen Carlo-Scarpa-Preis der Fondazione Benetton; Grün Berlin nennt die Anlage in ihrer Art einzigartig.

Der Eintritt kostet einen Euro, Kinder unter 14 Jahren zahlen nichts. Genau dieser Euro hält den Park leer, denn die Kassenautomaten an den Eingängen nehmen ausschließlich Bargeld. Dazu kommen zwei Verbote, die man kennen sollte: Fahrräder sind nicht erlaubt, Tiere jeder Art auch nicht, weil große Teile des Geländes Landschafts- und Naturschutzgebiet sind und die Rundwege nicht verlassen werden dürfen. Im Oktober ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar bis 16 Uhr. Der Hauptzugang liegt am Südausgang des S-Bahnhofs Priesterweg.

Britzer Garten

Der Britzer Garten stammt von der Bundesgartenschau 1985 und ist der stillere der großen Berliner Parks: ein fast zehn Hektar großer See zwischen Hügeln und Wiesen, dazu Themengärten, Tiergehege, ein Modellboothafen, die alte Britzer Mühle und ein Rosengarten. Geöffnet ist täglich ab 7 Uhr.

Bis zum 31. Oktober zahlen Erwachsene 5 Euro und Kinder bis fünf Jahre nichts. Ab dem 1. November sinkt der Eintritt auf 2 Euro, ermäßigt auf 1 Euro, und das ist der beste Grund, im Winter herzukommen. Bei mehreren Besuchen im Jahr lohnt die Jahreskarte für 40 Euro, die zusätzlich für die Gärten der Welt und den Natur Park Südgelände gilt. Die Parkbahn fährt derzeit nicht.

Weil sie nicht auf der üblichen Runde liegt

Die Zitadelle Spandau steht am Zusammenfluss von Havel und Spree, wo schon im 12. Jahrhundert die Burg Spandau stand, erstmals erwähnt 1197. Mitten in der Festung erhebt sich der Juliusturm, nach Angabe des Betreibers das älteste Gebäude des heutigen Berlin, aus dem 13. Jahrhundert und mit einem neugotischen Zinnenkranz von Schinkel. Von 1874 bis 1919 lagerte dort der Reichskriegsschatz.

Der eigentliche Grund für die Fahrt steht im Proviantmagazin. Die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ sammelt Denkmäler von 1849 bis 1986, die nach politischen Umbrüchen aus dem Stadtbild verschwanden: das Ensemble der Siegesallee mit seinen preußischen Herrschern, Arno Brekers „Zehnkämpfer“, der Kopf des 1970 enthüllten Lenin-Denkmals. Anfassen ist hier in den meisten Fällen ausdrücklich erlaubt.

Für 4,50 Euro bekommst du all das zusammen, Museen, Ausstellungen und Turm; die Familienkarte kostet 10 Euro, Kinder unter 6 Jahren zahlen nichts. Geöffnet ist freitags bis mittwochs von 10 bis 17 Uhr und donnerstags von 13 bis 20 Uhr, letzter Einlass jeweils eine halbe Stunde vor Schluss. Ein Vorbehalt steht auf der Besuchsseite: Bei Konzerten und externen Veranstaltungen ändern sich Öffnungszeiten und Preise, dann gelten die des Veranstalters.

Was kein Geheimtipp ist, und was sich lohnt

Das Tempelhofer Feld, die East Side Gallery und die Museumsinsel sind großartig und voll. Für Ruhe hilft dort nur der Werktagvormittag, nicht das Etikett Entdeckung.

Für einen einzigen freien Tag ist der Natur Park Südgelände die klarste Empfehlung: ein Euro, direkt am S-Bahnhof, und niemand steht an. Mit Kindern ist die Fähre zur Pfaueninsel die bessere Wahl, weil die Überfahrt selbst schon das halbe Erlebnis ist. Für einen Nachmittag am Wasser geht es nach Ützdorf, solange die Fähre noch fährt. Ideen für ein ganzes Wochenende stehen beim Kurzurlaub mit Kindern.

Preise, Öffnungszeiten und Fährsaison: Stand 21. September 2026, Angaben der Betreiber, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und von Grün Berlin.

Häufige Fragen

Welche Geheimtipps in Berlin kosten wenig oder nichts?

Der Natur Park Südgelände kostet einen Euro, Kinder unter 14 Jahren gar nichts. Die Zitadelle Spandau verlangt 4,50 Euro für alle Museen, Ausstellungen und den Juliusturm zusammen. Der Britzer Garten kostet ab dem 1. November nur noch 2 Euro. Die Heilandskirche Sacrow finanziert ihre Öffnung über Spenden.

Welche Ausflugsziele um Berlin erreicht man mit einer Fähre?

Zur Pfaueninsel setzt von März bis Oktober täglich zwischen 10 und 18 Uhr die Inselfähre über, Tickets gibt es nur online oder am Automaten. Zur Insel Großer Werder im Liepnitzsee bei Wandlitz fährt die „Frieda“ ab 10 Uhr stündlich, regulär allerdings nur bis zum 19. Oktober und an deutlich weniger Tagen als früher.

Was lohnt sich in Berlin im Winter?

Auf der Zitadelle Spandau liegen Museen und Ausstellungen im Inneren der Festungsbauten, geöffnet ist auch im Winter. Der Britzer Garten kostet von November bis Februar nur 2 Euro, der Natur Park Südgelände bleibt auch dann täglich von 9 bis 16 Uhr offen. Die Heilandskirche Sacrow öffnet im November und Dezember nur noch samstags und sonntags.

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