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Ausflugsziele

Ausflugsziele in Brandenburg: 16 Ideen für Wasser, Schloss und Wald

Ausflugsziele in Brandenburg zur Auswahl: Spreewald, Sanssouci, Schiffshebewerk, Kranichzug und Förderbrücke, sortiert danach, wie dein Tag aussehen soll.

Redaktion freizeit-248 Min. Lesezeit
Altes Schiffshebewerk aus Stahlfachwerk und neues Hebewerk aus Beton am Kanal, vorn blaues Wasser und Schilf
Foto: Ubahnverleih, CC0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Brandenburg hat nicht die eine große Attraktion, sondern viele mittelgroße. Das macht die Auswahl schwer: Spreewald oder Schlösser, See oder Industriedenkmal? Hilfreicher als die Karte ist die Frage, wie sich der Tag anfühlen soll. Langsam auf dem Wasser, gepflegt zwischen Hecken und Fontänen, draußen mit Fernglas oder staunend vor einer Stahlkonstruktion. Danach sortiert sich die Liste fast von allein.

Alle Ziele im Überblick

Ziel Wo Art des Tages Gut zu wissen
Spreewald Lübbenau, Burg, Lübben, Schlepzig Wasser Kahnfahrten auch im Winter
Schloss Rheinsberg Ruppiner Land Wasser, Schloss im Winter nur mit Führung
Schiffshebewerke Niederfinow Barnim Wasser, Technik Schiff durchs Hebewerk bis Anfang November
Park und Schloss Sanssouci Potsdam Schloss Park frei, Schloss montags zu
Neues Palais Potsdam Schloss dienstags zu
Park Babelsberg Potsdam Schloss, Park frei, Uferwege teils gesperrt
Schloss Caputh Schwielowsee Schloss November–März nur am Wochenende
Park Branitz Cottbus Park Erdpyramiden, Wege teils gesperrt
Kloster Chorin Barnim Schloss, Kultur täglich 9–18 Uhr
Nationalpark Unteres Odertal Criewen, Gartz Wildnis Kranichtage im Oktober
Wildpark Schorfheide Groß Schönebeck Wildnis Hunde an der Leine erlaubt
Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten Beelitz Wildnis, Geschichte Aufzug bis oben
Besucherbergwerk F60 Lichterfeld Technik Familienführung bis 74 Meter Höhe
Ziegeleipark Mildenberg Zehdenick Technik Feldbahn durch die alte Ziegelei
Tropical Islands Krausnick Regentag Wasserwelten und Regenwald unter Dach
Biosphäre Potsdam Potsdam Regentag Tropenwelt mit Schmetterlingshaus

Für den ersten Ausflug nach Brandenburg ist der Spreewald die stärkste Wahl, weil er das Land auf den Punkt bringt: Wasser, Wald, Dörfer und kein Programmdruck. Mit Kindern, die gern Maschinen sehen, fährst du nach Niederfinow und nimmst das Schiff durch das Hebewerk. Für einen Kulturtag mit wenig Planung genügt Potsdam, denn der Park Sanssouci ist gratis und an jedem Wochentag hat mindestens eines der beiden großen Schlösser geöffnet. Weitere Ideen für Familien stehen bei den Ausflügen mit Kindern.

Auf dem Wasser

Spreewald

Der Spreewald ist ein Unesco-Biosphärenreservat, anerkannt 1991, mit einem Netz aus Fließen zwischen Erlen, Weiden, Wiesen und alten Höfen. Man sitzt im flachen Kahn, der Fährmann stakt, und das einzige Geräusch ist das Wasser am Holz. Wer früh am Morgen kommt, erlebt den Nebel über den Fließen, bevor die Tagesgäste eintreffen.

Wo du einsteigst, bestimmt den Charakter: Lübbenau und Lehde haben die größte Auswahl an Häfen und sind der Klassiker für den ersten Besuch. Burg passt, wenn du übernachten willst, Lübben verbindet die Fahrt mit Stadt und Schlossinsel, und Schlepzig im Unterspreewald ist deutlich ruhiger. Die Standardfahrt dauert laut Spreewald-Tourismus rund zwei Stunden und kostet um die 20 Euro, im Winter gibt es Kahnfahrten mit Decken und Glühwein.

Schloss Rheinsberg

Das Schloss liegt direkt am Grienericksee, und schon das ist den Weg wert. Friedrich der Große verbrachte hier als Kronprinz laut Schlösserstiftung die glücklichste Zeit seines Lebens, Fontane und Tucholsky haben dem Ort literarische Denkmäler gesetzt. Zum Ticket gehört das Kurt Tucholsky Literaturmuseum. Montags ist geschlossen, von November bis März kommst du nur mit Führung hinein.

Schloss und Park

Potsdam: Sanssouci, Neues Palais, Babelsberg

Der Park Sanssouci erstreckt sich über rund 300 Hektar und mehr als zwei Kilometer von Ost nach West, Eintritt kostet er nicht. Für das Schloss Sanssouci selbst gibt es nur Tickets mit fester Einlasszeit und begrenztem Kontingent, am Besuchstag ab 30 Minuten vor Öffnung an der Historischen Mühle. Sicherer ist die Buchung bei der Schlösserstiftung. Mit dem Ticket sanssouci+ für 22 Euro siehst du an einem Tag alle Potsdamer Schlösser der Stiftung bis auf zwei kleine Ausnahmen.

Plane den Wochentag: Sanssouci hat montags zu, das Neue Palais am anderen Ende des Parks dienstags. Der Park Babelsberg am Havelufer, gestaltet von Lenné und Pückler, ist ebenfalls frei und schaut auf die Glienicker Brücke. Wegen Bauarbeiten sind dort zwei Uferwege am Havelhaus voraussichtlich bis Ende November gesperrt.

Schloss Caputh am Schwielowsee

Caputh ist das älteste erhaltene Lustschloss aus der Zeit des Großen Kurfürsten, klein und kostbar ausgestattet. Den Sommerspeisesaal ließ Friedrich Wilhelm I. mit rund 7.500 niederländischen Fayencefliesen auskleiden. Von November bis März öffnet es nur am Wochenende.

Park Branitz in Cottbus

Fürst Pückler hat in Branitz zwei Erdpyramiden aufschütten lassen, eine davon steht im See und ist seit 1871 sein Grab. Am nächsten kommst du ihr mit der Gondel. Seit Juli sind mehrere Wege im Innenpark gesperrt, weil der alte Baumbestand nach Hitze und Trockenheit nicht mehr sicher ist. Von Cottbus ist es nicht weit bis Sachsen, die Sehenswürdigkeiten in Dresden passen für einen zweiten Tag.

Kloster Chorin

Rote Backsteinmauern hinter einem Weinberg an einem See: Chorin gilt als Schlüsselwerk der norddeutschen Backsteingotik, und Schinkel setzte sich für die Rettung der Ruine ein. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr, im Sommer spielt hier der Choriner Musiksommer.

Draußen in der Wildnis

Nationalpark Unteres Odertal

Der Auennationalpark liegt an der Grenze zu Polen, und im Herbst schlafen hier die Kraniche. Bei den Kranichtagen vom 2. bis 4. und vom 9. bis 11. Oktober 2026 bieten die Ranger täglich Vorträge und Abendexkursionen an, die Naturwacht nimmt dafür eine Spende. Das Nationalparkhaus in Criewen hat bis Oktober täglich geöffnet, im Winter von Freitag bis Sonntag. Aktuell meldet die Verwaltung außergewöhnlich niedrige Wasserstände und einzelne Sperrungen.

Wildpark Schorfheide

Der Wildpark bei Groß Schönebeck liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und hat sieben Kilometer Wege mit Rast- und Picknickplätzen. Bei den täglichen Schaufütterungen, etwa von Luchs und Fischotter, schaust du kostenlos und ohne Anmeldung zu. Zum Park gehört das Wolfsinformationszentrum Brandenburg. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr, Hunde dürfen an der Leine mit.

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Der Pfad führt über mehr als 700 Meter durch die Baumkronen auf dem Gelände einer der größten historischen Heilstätten, der Aussichtsturm reicht gut 40 Meter hoch. Ein Aufzug fährt bis zur obersten Plattform, du musst die 200 Stufen also nicht steigen.

Große Technik

Schiffshebewerke Niederfinow

Hier stehen zwei Hebewerke nebeneinander: das alte von 1934, das älteste noch arbeitende in Deutschland, und das neue, seit 2022 in Betrieb. Frachtschiffe fahren in einen Trog und werden mitsamt dem Wasser gehoben. Am meisten erlebst du auf dem Ausflugsschiff, das bis Anfang November täglich um 11, 13 und 15 Uhr durch die Hebewerke fährt. Das Gelände ist bis 3. Januar geöffnet, danach bis März geschlossen. Hunde sind an der Leine willkommen, bei Eis kann der Zugang kurzfristig gesperrt werden.

F60 und Ziegeleipark Mildenberg

Die Abraumförderbrücke F60 in Lichterfeld ist 502 Meter lang und 80 Meter hoch, ein liegender Stahlriese aus dem Lausitzer Braunkohlebergbau. Die Familienführung klettert in einer Stunde auf 74 Meter. Der Ziegeleipark Mildenberg bei Zehdenick liegt in einer Landschaft aus Tonstichen an der Havel, eine Feldbahn fährt an Ringöfen vorbei und mitten durch eine alte Ziegelei mit betriebsfähiger Dampfmaschine.

Bei Regen: Tropical Islands und Biosphäre Potsdam

Tropical Islands in Krausnick nennt sich die größte tropische Urlaubswelt Europas und liegt nicht weit vom Spreewald. Kleiner ist die Biosphäre in Potsdam mit Tropenwelt und Schmetterlingshaus, die sich mit einem Parkspaziergang verbinden lässt, sobald der Regen nachlässt. Wird aus dem Tag ein Wochenende, helfen die Ideen für einen Kurzurlaub mit Kindern.

Öffnungszeiten, Fahrpläne und Sperrungen: Stand September 2026, Angaben der Betreiber und Verwaltungen.

Häufige Fragen

Welche Ziele kosten keinen Eintritt?

Der Park Sanssouci und der Park Babelsberg in Potsdam sind frei, zusammen reichen sie für einen ganzen Tag. Im Wildpark Schorfheide kosten die täglichen Schaufütterungen nichts extra. Die Vorträge und Exkursionen der Naturwacht bei den Kranichtagen im Odertal laufen gegen Spende.

Was lohnt sich im Herbst?

Die Kranichtage im Odertal Anfang Oktober, die letzten Schiffsfahrten durch das Hebewerk Niederfinow bis Anfang November und die Parks in Potsdam und Branitz, wenn die Bäume sich färben. Im Spreewald gibt es auch in der kalten Jahreszeit Kahnfahrten, dann mit Decken und Glühwein.

Welche Schlösser haben im Winter geöffnet?

Sanssouci öffnet im November und Dezember dienstags bis sonntags. Rheinsberg hat den ganzen Winter dienstags bis sonntags offen, dann aber nur mit Führung. Schloss Caputh öffnet von November bis März nur samstags und sonntags.

Weitere Ziele