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Mit Kindern

Ausflüge mit Kindern: Ideen für Regen, Hitze und Sonnentage

Ausflüge mit Kindern bei Regen, Hitze oder Aprilwetter: Mitmachmuseen, eine Tropfsteinhöhle und was Familien mit Bahn und Deutschlandticket beachten müssen.

Redaktion freizeit-246 Min. Lesezeit
Beleuchtete Tropfsteine und ein Besuchersteg mit Geländer in der Teufelshöhle bei Pottenstein
Foto: salomon10 from Germany, CC BY 2.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Für Ausflüge mit Kindern entscheidet das Wetter öfter als die Entfernung. Ein Wildpark bei Nieselregen endet nach einer Stunde im Auto, ein Museum an einem Sommertag mit 30 Grad in quengelnder Enge. Deshalb sind die Ziele hier nach Wetterlage sortiert. Jedes davon funktioniert ab dem Kindergartenalter, und keines verlangt eine Übernachtung. Wenn doch zwei Nächte drin sind, helfen die Ziele unter Kurzurlaub mit Kindern weiter.

Bei Dauerregen: Museen, in denen man alles anfassen darf

Ein Regentag mit Kindern scheitert selten am Ziel, sondern am Stillsitzen. Die besten Schlechtwetter-Ausflüge mit Kindern sind deshalb Häuser, in denen Anfassen erwünscht ist.

Das Mathematikum in Gießen nennt sich „Mathematik zum Anfassen“, und das ist wörtlich gemeint. Für Drei- bis Achtjährige gibt es einen eigenen Bereich, das Mini-Mathematikum. Dort setzen Kinder am Knobeltisch Kugelpyramiden zusammen, ertasten Formen und stehen in einem Spiegelhäuschen, in dem sie sich von allen Seiten unendlich oft sehen. An Schultagen gehört das Mini-Mathematikum vormittags angemeldeten Kita-Gruppen; Familien kommen dort unter der Woche erst ab 14 Uhr hinein, am Wochenende und in den hessischen Ferien ganztags. Das Haus liegt drei Minuten zu Fuß vom Gießener Bahnhof und hat bis auf drei Tage im Dezember jeden Tag geöffnet. Die Familienkarte kostet 28 Euro, Kinder vor der Einschulung sind frei.

Das Klimahaus in Bremerhaven schickt Besucher auf eine Reise entlang des achten Längengrads, durch neun Orte auf fünf Kontinenten. Auf 5.000 Quadratmetern geht es durch Wüste und tropischen Regenwald, mal schwitzt man, mal friert man, überwiegend ist es warm. Kinderjacken nimmt die Garderobe kostenlos. Für 1,50 Euro gibt es an der Kasse einen Reisepass, in den Kinder an jeder Station einen Stempel drücken, und Trittstufen bringen auch die Kleinen nah an die Exponate.

Zwei Dinge sprechen fürs Vorausplanen. An der Tageskasse zahlen zwei Erwachsene und zwei Kinder zwischen 4 und 13 Jahren zusammen 82 Euro, online mehr als 14 Tage im Voraus 20 Prozent weniger. Und in den Wochen vor den Schulferien kommen so viele Schulklassen, dass das Haus selbst vor Wartezeiten warnt.

Bei Aprilwetter: ein Ziel mit Tür nach draußen

Schauer und Sonne im Stundentakt sind das schwierigste Ausflugswetter. Gesucht ist ein Ziel, das drinnen einen Tag trägt und draußen eine Stunde, ohne dass du zweimal Eintritt zahlst.

Genau so ist das Dynamikum in Pirmasens gebaut. Das Science-Center dreht sich um Bewegung: Kinder kurbeln, rennen und springen und messen dabei, wie hoch sie kommen oder wie schnell sie reagieren. Im Strecktalpark gleich nebenan stehen weitere Stationen unter freiem Himmel, etwa ein Ornithopter, auf dem man die Flügel ausbreitet wie ein Vogel, und eine Discgolf-Anlage mit 15 Bahnen. Das Eintrittsbändchen gilt den ganzen Tag, reißt die Wolkendecke auf, geht ihr raus und später wieder rein. In der Cafeteria darfst du mitgebrachtes Essen auspacken.

Geöffnet ist dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Die Plus-Karte für zwei Erwachsene und ein Kind kostet 29,50 Euro, jedes weitere Kind 7 Euro, und unter fünf Jahren ist der Eintritt frei.

Bei Hitze: unter die Erde

An heißen Tagen sind Tropfsteinhöhlen der kühlste Ausflug, den es gibt. Die Teufelshöhle bei Pottenstein in der Fränkischen Schweiz ist nur mit Führung zu sehen, die Touren dauern 45 Minuten und starten fortlaufend, sobald genug Besucher warten. Reservieren müssen Familien nicht, die Karten gibt es ausschließlich an der Höhlenkasse. Der Betreiber empfiehlt den Besuch ab vier Jahren. Die Familienkarte für Eltern mit bis zu drei Kindern kostet 25 Euro, und der Hund darf angeleint mit.

Wichtig für den Herbst: Wegen Sanierungs- und Umbauarbeiten hat die Höhle ab dem 21. September 2026 nur noch samstags und sonntags geöffnet, letzter Einlass um 16:30 Uhr. Unter der Woche fährst du also umsonst hin.

Drinnen tauchen die Tropfsteine im Licht der Scheinwerfer aus dem Dunkel auf, und für kleine Kinder ist das Staunen oft größer als in jedem Freizeitpark. Nimm auch im Hochsommer eine Jacke mit.

Bei Sonne: die Region entscheidet

Für einen trockenen, milden Tag brauchst du kein Spezialziel, sondern eines in der Nähe. Burgen, Seen und Wildgehege liegen fast überall in Reichweite. Eine Auswahl nach Regionen, mit Eintritt und Anreise, steht unter Ausflugsziele in NRW, Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Eine Faustregel gilt überall: Plane mit Kindern unter sechs höchstens ein Programm pro Tag und such dir vorher den nächsten überdachten Ort in der Nähe heraus. Ein Wetterumschwung ist dann kein Abbruch mehr, sondern ein Ortswechsel.

Mit der Bahn: die Kinderfrage beim Deutschlandticket

Kinder unter sechs fahren in Bus und Bahn kostenlos und brauchen keine Fahrkarte. Ab sechs wird es knifflig. Das Deutschlandticket schließt die kostenlose Mitnahme von Kindern ausdrücklich aus, ein Schulkind braucht also eine eigene Fahrkarte, zum Beispiel ein eigenes Deutschlandticket.

Mit einer normalen Fahrkarte der Deutschen Bahn ist es umgekehrt: Kinder von 6 bis 14 Jahren fahren in Begleitung einer Person ab 15 Jahren kostenlos mit, bis zu vier pro Ticket. Sie müssen aber schon bei der Buchung eingetragen sein, nachträglich im Zug geht das nicht. Im Nahverkehr nimmt die Bahn in der Regel bis zu drei Kinder gratis mit, Landes- und Verbundtarife können abweichen. Für eine Familie mit zwei Schulkindern ist das Deutschlandticket der Eltern deshalb nicht automatisch die günstigste Wahl.

Öffnungszeiten, Preise und Tarifregeln: Stand September 2026, Angaben der Betreiber und der Deutschen Bahn.

Häufige Fragen

Was kann man mit Kleinkindern bei Regen unternehmen?

Gut geeignet sind Häuser mit eigenem Bereich für die Jüngsten und Eintritt frei für Kleinkinder. Das Mini-Mathematikum in Gießen ist für Kinder ab drei gemacht, im Klimahaus Bremerhaven zahlen Kinder unter vier nichts. Nicht geeignet ist die Teufelshöhle, denn der Betreiber empfiehlt sie erst ab vier Jahren.

Darf man in Museen eigenes Essen mitbringen?

Im Dynamikum Pirmasens ja, in der Cafeteria im zweiten Stock. Im Klimahaus Bremerhaven isst du Mitgebrachtes auf der Treppe im Foyer, in der Ausstellung selbst nicht. Größere Taschen und Rucksäcke müssen dort kostenlos an der Garderobe bleiben.

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