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Ausflugsziele

Harz im Herbst: vier Ziele abseits von Brocken und Bodetal

Ausflugsziele im Harz als Geheimtipp für den Herbst: Scharfenstein, Grube Samson, Einhornhöhle und Josephskreuz, mit Preisen, Saisonende und Sperrungen.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Sonnenuntergang über dem Harz, im Tal liegt dichter Nebel, dahinter die flache Kuppe des Brockens, vorn kahle Zweige
Foto: Andreas Tille, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Die berühmten Adressen im Harz stehen längst in anderen Texten: das Bodetal mit Hexentanzplatz bei den Ausflugszielen in Sachsen-Anhalt, das Bergwerk Rammelsberg in Goslar bei den Ausflugszielen in Niedersachsen, Brockenbahn und Tropfsteinhöhlen im Überblick zum Urlaub mit Kindern in Deutschland. Dieser Text bleibt bei den Zielen dahinter.

Im Herbst entscheidet dort weniger das Wetter als der Kalender. Mehrere Betreiber schließen Ende Oktober oder Anfang November, der Nationalpark sperrt während der Brunft einen ganzen Bergrücken. Deshalb stehen die vier Ziele hier in der Reihenfolge, in der ihre Herbstfristen ablaufen.

Bis 5. Oktober: Brunftzeit im Nationalpark

Der Bruchberg ist nach Angabe der Nationalparkverwaltung ein zentraler Bereich, in dem sich das Rotwild paart. Vom 15. September bis zum 5. Oktober ist deshalb der Wanderweg am Clausthaler Flutgraben gesperrt, betreten darfst du das Gebiet nur mit einer der geführten Touren an der Heidelbeerschneise. Termine und Hinweise zur Sperrung stehen auf der Seite des Nationalparks zur Hirschbrunft.

Ohne Führung und ohne Sperrung kommst du zum Beispiel von Ilsenburg aus in den Nationalpark. Von dort führt der Heinrich-Heine-Weg an der Ilse entlang, durch Sand- und Tiefenbachtal, bis zu zwei Blockhütten unter der Scharfensteinklippe. Dort sitzt die Rangerstation Scharfenstein, täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, mit einem Imbiss zur Selbstbedienung und Rangern, die Auskunft zu Wegen und Wetter geben. Mit dem Auto kommst du nicht hin, barrierefrei ist die Station nicht.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg rasteten Brockenwanderer hier im alten Forsthaus. Es musste nach dem Bau der innerdeutschen Grenze einer Kaserne der DDR-Grenztruppen weichen. Heute sind die Flächen renaturiert und seit 2002 gibt es wieder einen Anlaufpunkt. Ein schmaler, teils steiler Pfad führt auf die Klippe in 698 Metern Höhe. Bei klarer Sicht schaust du von oben auf das Brockenmassiv, auf Torfhaus und die Eckertalsperre.

Bis 31. Oktober: Grube Samson und die Gräben des Oberharzes

In St. Andreasberg förderten Bergleute nach Angabe des Museums ab 1521 vor allem Silbererz. Die Grube Samson nennt sich das ehemals tiefste Bergwerk der Welt und das letzte komplett erhaltene des historischen Oberharzer Erzbergbaus. Zu sehen sind Wasserräder, die originale Fahrkunst und ein 88 Meter langer Stollen.

Hinein geht es nur mit Führung, um 11 und um 14.30 Uhr, die Tickets gibt es zehn Minuten vorher an der Kasse. Erwachsene zahlen 12 Euro, mit Gästekarte 10 Euro, Kinder von 5 bis 15 Jahren 7 Euro, jüngere nichts. Führung und Museum dauern zusammen rund anderthalb Stunden. Unten hat es 8 Grad und zum Abstieg gehören 88 Stufen; Kinderwagen bleiben oben. Vom 17. März bis zum 31. Oktober ist täglich geöffnet, vom 1. November bis 7. Dezember sind Betriebsferien in der Grube Samson.

Wer mehr Enge sucht, bucht das Kombiticket mit der Grube Catharina Neufang für 18 Euro. Dort gehst du laut Museum über einen komplett abgebauten Erzgang auf einem Gitterrost; die Führung startet montags bis samstags um 13 Uhr und setzt gute Kondition voraus.

Die Grube gehört seit 2010 zum UNESCO-Welterbe, als Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft. Die Harzwasserwerke erhalten davon 65 Teiche und mehr als 70 Kilometer Gräben und nennen das System das größte vorindustrielle Energieversorgungssystem der Welt. Der oft gebrauchte Name „Wasserregal“ hat nichts mit Möbeln zu tun: Regal meint das landesherrliche Recht, das Wasser für den Bergbau zu nutzen. Zu Fuß erschließen das 22 WasserWanderWege mit zusammen 112 Kilometern und Infotafeln an den Anlagen. Eine Saison oder einen Eintritt nennen die Harzwasserwerke dafür nicht, die Wege sind also auch dann eine Option, wenn die Grube im November zu hat.

Bis 1. November: die Einhornhöhle bei Scharzfeld

Die Höhle am Südrand des Harzes hat ihren Namen von einem Irrtum. Schon 1583 wurde nach Angabe des Betreibervereins berichtet, dass hier nach „Einhörnern“ gegraben werde; die Knochen galten als Heilmittel. Im 17. Jahrhundert war klar, dass sie vor allem von Höhlenbären stammen. Leibniz kam 1686, Goethe 1784. Grabungen ab 1985 zeigten, dass Neandertaler die Höhle vor über 100.000 Jahren lange Zeit bewohnten.

Der Verein nennt sie die größte begehbare Höhle des Westharzes. Von fast 700 Metern Ganglänge gehst du knapp 300 auf dem Führungsweg, durch Hallen, die niedrige Gänge verbinden. Kinderwagen und Rollstühle kommen durch, der Betreiber vermeidet aber ausdrücklich das Wort „rollstuhlgerecht“. Hunde bleiben draußen.

Geöffnet ist freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr, die Führungen starten stündlich, die letzte um 15 Uhr. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder von 6 bis 15 Jahren 7 Euro, von 3 bis 5 Jahren 3 Euro. Tickets gibt es an der Tageskasse, einen Platz in der Führung kannst du vorab online reservieren. Ins Navi gibst du „Im Rott“ oder „Parkplatz Einhornhöhle“ ein, eine Hausnummer gibt es nicht. Ohne Auto fährt der Bus 450 stündlich nach Scharzfeld, von dort sind es etwa 30 Minuten zu Fuß. Alles Weitere steht in der Besucherinfo der Einhornhöhle.

Ganzjährig: Stolberg und das Josephskreuz

Stolberg liegt in vier engen Tälern des Südharzes. Bei der Zahl seiner Fachwerkhäuser gehen die Angaben auseinander: Die Gemeinde Südharz nennt nahezu 400, der örtliche Werbeverein über 450. Einig sind sich beide, dass hier Thomas Müntzer geboren wurde und Stolberg als erste Stadt Deutschlands den Titel „Historische Europastadt“ trägt. Das Rathaus von 1452 hat keine Treppe im Inneren, von Stockwerk zu Stockwerk kommst du nur über die Außentreppe. Eine Stadtführung für Einzelgäste beginnt samstags um 10 Uhr; ab November bittet die Gemeinde um Anmeldung bis zwei Stunden vorher.

Über der Stadt steht auf dem Auerberg das Josephskreuz, ein Doppelkreuz aus Eisenfachwerk in Anlehnung an Entwürfe von Karl Friedrich Schinkel. Den hölzernen Vorgänger traf 1880 ein Blitz, das heutige Kreuz steht seit 1896, gehalten von 100.000 Nieten. Die Gemeinde nennt es das größte eiserne Doppelkreuz der Welt. 200 Stufen führen auf die Aussichtsplattform in 38 Metern Höhe. Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder 2,50 Euro, Kartenzahlung ist nicht möglich. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, bei schlechtem Wetter kann der Turm kurzfristig zu bleiben. Für den 3. Oktober kündigt der Stolberger Werbeverein ein Fest zum 130. Geburtstag mit Live-Musik an.

Zur Gehzeit macht die Seite der Gemeinde zum Josephskreuz zwei Angaben: 15 bis 20 Minuten vom Parkplatz am Forsthaus Auerberg, an anderer Stelle etwa 25 Minuten von den Wanderparkplätzen am Fuß des Berges. Hinauffahren darfst du nicht.

Wenn im Oktober nur ein Herbsttag bleibt, fahr zur Grube Samson und häng danach eine Runde an einem der Teiche an. Bei Regen ist die Einhornhöhle die bessere Wahl, allerdings nur am Wochenende.

Preise, Öffnungszeiten und Sperrungen: Stand 23. September 2026, Angaben der Nationalparkverwaltung Harz, der Harzwasserwerke, der Betreiber und der Gemeinde Südharz.

Häufige Fragen

Welche Ziele im Harz haben im November noch geöffnet?

Das Josephskreuz öffnet weiter dienstags bis sonntags, die Rangerstation Scharfenstein täglich. Für die WasserWanderWege im Oberharz nennen die Harzwasserwerke weder Saison noch Eintritt. Geschlossen sind dagegen die Einhornhöhle nach dem 1. November und die Grube Samson bis zum 7. Dezember.

Was ist im Harz ein Geheimtipp bei Regen?

Unter Tage bleibst du trocken: in der Grube Samson bei 8 Grad oder in der Einhornhöhle, die nur mit Führung zu besichtigen ist. Beide sind auch mit jüngeren Kindern machbar, die Grube allerdings nur ohne Kinderwagen.

Wo erlebst du die Hirschbrunft im Harz?

Der Nationalpark bietet geführte Touren an der Heidelbeerschneise am Bruchberg an. Auf eigene Faust ist der Bereich bis zum 5. Oktober gesperrt, auch der Weg am Clausthaler Flutgraben.

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