Fünf Welterbestätten und ein Bergtal: Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt
Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt: Quedlinburg, Naumburg, Bauhaus, Wittenberg und Wörlitz plus Himmelsscheibe, Bodetal und Ferropolis, mit Preisen und Ruhetagen.

Kaum ein Bundesland packt so viel Weltkulturerbe auf so wenig Fläche. Zwischen Quedlinburg, Dessau, Wittenberg und Naumburg liegt eine Kette von Orten, die jeweils für sich einen Tag füllen und sich trotzdem gut zu zweit oder dritt verbinden lassen. Dazu kommen Ziele ganz anderer Art: eine bronzezeitliche Himmelsdarstellung, eine Felsschlucht im Harz und ein Freilichtmuseum aus Braunkohlebaggern.
Fünf Welterbestätten und ein Weltdokumentenerbe
Das Landestourismusmarketing zählt sechs UNESCO-Auszeichnungen im Land. Fünf davon sind Welterbestätten: Quedlinburg, der Naumburger Dom, das Bauhaus in Dessau, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und die Lutherstätten in Eisleben und Wittenberg. Die sechste ist die Himmelsscheibe von Nebra, und die steht auf einer anderen Liste, dem Weltdokumentenerbe.
Quedlinburg kam am 17. Dezember 1994 auf die Liste. Die Stadt nennt allein im Welterbegebiet rund 2.100 Fachwerkbauten aus acht Jahrhunderten. Der Reiz liegt weniger in einem einzelnen Haus als darin, dass ganze Straßenzüge krumm, schief und unverputzt geblieben sind. Für den Stiftsberg mit Stiftskirche und Schloss solltest du einen halben Tag einplanen, für die Gassen darunter den Rest.
Der Naumburger Dom wurde im Juni 2018 aufgenommen, vor allem wegen der zwölf Stifterfiguren im Westchor, darunter die vielfotografierte Uta. Von April bis Oktober ist montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags erst ab Mittag, im Winter kürzer. Erwachsene zahlen 9,50 Euro inklusive Audioguide, Familien 23 Euro.
In Wittenberg gibt es 2026 einen Grund mehr und einen weniger. Die Stiftung feiert 30 Jahre Welterbe für die sechs Lutherstätten. Das Lutherhaus selbst ist aber wegen Sanierung geschlossen und soll erst 2027 wieder öffnen; ausweichen kannst du auf das Melanchthonhaus, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, und auf Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Das Bauhausgebäude in Dessau ist von März bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, das Bauhaus Museum dienstags bis sonntags noch eine Stunde länger. Bleibt nur ein Tag für eine der fünf Stätten, nimm Quedlinburg: Dort ist die Stadt selbst das Ziel, und die hängt an keiner Öffnungszeit.
Die Himmelsscheibe: Original in Halle, Fundort bei Nebra
Die Himmelsscheibe ist rund 3.600 Jahre alt und gilt als älteste konkrete Darstellung des Himmels. Gefunden wurde sie im Sommer 1999 von Raubgräbern auf dem Mittelberg bei Nebra, seit 2008 liegt das Original dauerhaft im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Die UNESCO nahm sie 2013 ins Weltdokumentenerbe auf.
Das Museum in Halle öffnet dienstags bis freitags ab 9 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr; montags kommen nur angemeldete Gruppen hinein. Erwachsene zahlen 12 Euro, die Familienkarte kostet 26 Euro.
Am Fundort steht die Arche Nebra mit Ausstellung und Planetarium, von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 8,50 Euro, als Familie 17 Euro. Das Außengelände auf dem Mittelberg samt Aussichtsturm ist kostenfrei zugänglich. Beides an einem Tag geht, ist aber eine Stunde Fahrt auseinander. Mit Kindern lohnt eher die Arche, weil dort etwas passiert; das Original in Halle ist eine kleine, dunkelgrüne Scheibe in einer stillen Vitrine, und genau das macht den Eindruck aus.
Harz: das Bodetal von oben
Der Harz reicht von Niedersachsen und Thüringen herein, einer seiner engsten und felsigsten Abschnitte liegt aber in Sachsen-Anhalt. Bei Thale schneidet die Bode eine enge Felsschlucht, über der sich Hexentanzplatz und Rosstrappe gegenüberstehen. Beide Seiten erreichst du ohne Wanderung: Die Kabinenbahn zum Hexentanzplatz kostet 7,50 Euro, der Sessellift zur Rosstrappe 5 Euro, Kinder zahlen jeweils weniger. Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 18 Uhr, das Kombiticket für beide Bahnen liegt bei 15,50 Euro.
Unten im Tal geht der Weg über Wurzeln und Felsblöcke dicht am Wasser entlang. Es ist laut dort, kühl und im Sommer erstaunlich schattig. Mit Kindern fährst du besser hinauf und wanderst nur ein Stück hinunter; Ideen für weitere Tage mit Kindern stehen im Überblick zu Ausflügen mit Kindern. Die Harzer Ziele auf der anderen Landesgrenze sammelt der Text zu den Ausflugszielen in Niedersachsen.
Ferropolis: Bagger als Baudenkmal
Auf einer Halbinsel im ehemaligen Tagebau bei Gräfenhainichen stehen ausgemusterte Braunkohlebagger und Absetzer im Kreis, darunter der nach Angaben des Betreibers rund 2.000 Tonnen schwere und 30 Meter hohe „Gemini“. Ferropolis ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende und an Feiertagen bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, die Familienkarte 20 Euro. Öffentliche Führungen gibt es gegen Aufpreis samstags, sonntags und feiertags dreimal am Tag.
Der Maßstab ist das eigentliche Erlebnis. Erst wenn du unter einem der Gerüste stehst, wird klar, dass hier Maschinen von der Größe eines Mietshauses gefahren sind. Auf die Plattform des Absetzers „Medusa“ bringt dich ein Aufzug.
Preise, Öffnungszeiten und Sanierungstermine: Stand September 2026, Angaben der Betreiber, Museen und der Stadt Quedlinburg.
Häufige Fragen
Welche Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt lassen sich an einem Tag verbinden?
Dessau und Wörlitz gehören ohnehin zusammen, ebenso Wittenberg und Ferropolis. Quedlinburg und Thale liegen so dicht beieinander, dass Altstadt und Bodetal in einen Tag passen. Halle und die Arche Nebra dagegen trennt eine gute Autostunde; plane sie als vollen Tag oder gar nicht zusammen.
Was kostet im Land keinen Eintritt?
Das Außengelände auf dem Mittelberg bei Nebra samt Aussichtsturm ist frei, ebenso die Altstadtgassen von Quedlinburg und die Wege im Bodetal. Bezahlt wird für die Bergbahnen, die Museen und die Kirchen.
Weitere Ziele
Ausflugsziele
Ausflugsziele
Ausflugsziele