Ausflugsziele um Hamburg: vier Richtungen aus der Stadt
Ausflugsziele um Hamburg für einen Tag: Altes Land mit Fähre und Radwanderbus, Kiekeberg und Wildpark im Süden, Neuengamme, Lüneburg und Schloss Ahrensburg.

Die bekannten Hamburger Ziele liegen alle am Wasser, und die Hafenfähre 62 endet in Finkenwerder. Genau dort fängt dieser Tag an: Am Anleger Finkenwerder steigst du in den Bus, der ins Alte Land fährt. Was in der Stadt selbst lohnt, steht bei den Sehenswürdigkeiten in Hamburg, hier geht es um alles dahinter.
Das Umland ist kein Ring, denn die Elbe teilt es. Deshalb planst du besser nach Richtung als nach Entfernung: elbabwärts, nach Süden, hinter Bergedorf und nach Nordosten. Jede dieser vier Richtungen hat ein Ziel, das einen Tag trägt.
Elbabwärts: das Alte Land ohne Auto
Das Alte Land ist nach Angaben des Tourismusportals Jork das größte Obstbaugebiet Nordeuropas. Was das im September heißt, siehst du vom Deich: Reihen niedriger Bäume bis zum Horizont, dazwischen Gräben, Hoftore und Häuser aus Fachwerk mit Backsteingefachen. Es riecht nach nassem Gras und nach Apfel.
Die schönere Anreise führt über das Wasser. Die Lühe-Schulau-Fähre verbindet Wedel mit dem Alten Land und braucht dafür nach Angabe der Reederei rund 25 Minuten. Erwachsene zahlen ab 7 Euro, Kinder ab 3 Euro, das Fahrrad ab 10 Euro, dazu seit dem Frühjahr einen Treibstoffzuschlag. Fahrkarten verkauft das Bordpersonal kurz vor Abfahrt, Automaten gibt es keine. Der aktuelle Fahrplan der Lühe-Schulau-Fähre gilt bis zum 18. Oktober.
Hinter der Deichlücke liegt die Haltestelle „Grünendeich, Fähre“, und dort hält der Elbe-Radwanderbus. Er fährt an Wochenenden und Feiertagen auf zwei Linien zwischen Hamburg-Finkenwerder und Balje an der Elbmündung, und es gilt der hvv-Tarif, also auch das Deutschlandticket. Reservieren lässt sich nichts, eine Mitnahmegarantie gibt es nicht. Die Saison endet am 31. Oktober; wegen einer Vollsperrung der Twielenflether Chaussee fallen bis Jahresende zwei Haltestellen aus.
Im Herbst ist das Pflücken der eigentliche Grund für die Fahrt. Mehrere Höfe in Jork lassen Gäste selbst in die Plantage: das Obstparadies Schuback von Ende August bis Ende Oktober dienstags bis sonntags, der Obsthof Lefers an allen sieben Tagen ohne Voranmeldung. Zum Sitzen taugt der Lühe-Anleger, wo Foodtrucks stehen und die großen Pötte vorbeiziehen.
Nach Süden: zwei Ziele nebeneinander
In Rosengarten liegen das Freilichtmuseum am Kiekeberg und der Wildpark Schwarze Berge fast nebeneinander. Das Museum zeigt historische Häuser, Gärten und Nutztiere, dazu Ausstellungen auf über 5.000 Quadratmetern im Inneren. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, montags nicht. Erwachsene zahlen 12 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Von November bis März schließen die historischen Gebäude, sobald es dämmert, weil sie nicht beleuchtet sind.
Der Wildpark nebenan hat an allen 365 Tagen offen, im Oktober bis 18 Uhr Einlass. Er nennt sich 50 Hektar groß, hat einen 45 Meter hohen Elbblickturm und zeigt von März bis Oktober täglich um 12 und um 15 Uhr eine Flugschau. Erwachsene zahlen 16 Euro, Kinder ab 3 Jahren 14 Euro. Vor dem Eingang hält die Buslinie 340, Parkplätze sind kostenlos.
Beim Kombiticket widersprechen sich die beiden Häuser: Der Wildpark nennt 24 Euro für Erwachsene, das Freilichtmuseum 25 Euro. Einig sind sie sich darin, dass die Karte an zehn Tagen gilt. Für Erwachsene lohnt sie sich in beiden Fassungen, weil die Einzeltickets zusammen 28 Euro kosten. Für Kinder nicht: Die Kombikarte kostet 14 Euro und damit genau so viel wie der Wildpark allein, denn am Kiekeberg zahlen Kinder ohnehin nichts. Beide Varianten stehen auf der Preisseite des Freilichtmuseums.
Noch weiter südlich: Lüneburg und das Salz
Das Deutsche Salzmuseum siedet in einer eigenen Schauhütte bis heute Salz, das es als „Original Lüneburger Hansesalz“ verkauft. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, die Siedehütte bis 15 Uhr. Erwachsene zahlen 10 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei, Hunde müssen draußen bleiben, Assistenzhunde ausgenommen.
Ein Detail von der Museumsseite spart Nerven: Direkt vor dem Haus liegt ein großer Supermarktparkplatz, und die Museumskasse schaltet die Parkkarte für bis zu zwei Stunden kostenlos frei. Vom Bahnhof sind es gut 20 Gehminuten. Bis zum 3. Oktober fährt außerdem der kostenlose Heide-Shuttle auf der Ringlinie 5 hierher, danach ist bis zur nächsten Saison Schluss.
Das Kombiticket mit dem Museum Lüneburg kostet 15 Euro und gilt an drei aufeinanderfolgenden Öffnungstagen. Dort hängt die Ebstorfer Weltkarte, dazu steht ein tonnenschwerer Einbaum aus der Elbe. Zwischen beiden Häusern liegen etwa 15 Gehminuten, und die sind die angenehmste Hälfte des Tages. Wie sich Lüneburg mit der Heide verbinden lässt, steht bei den Ausflugszielen in Niedersachsen.
Hinter Bergedorf: die Gedenkstätte Neuengamme
Im Südosten der Stadt, hinter Bergedorf, liegt eine der größten Gedenkstätten Deutschlands. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme umfasst nahezu das gesamte historische Lagergelände auf 57 Hektar, 17 Gebäude aus der Zeit des Konzentrationslagers sind erhalten. Rund 100.000 Menschen kommen jährlich her. Der Eintritt kostet nichts.
Fünf Ausstellungen erzählen den Ort, die Haupttexte auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Geöffnet ist montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Das Gelände selbst ist auch außerhalb dieser Zeiten zugänglich und durch Informationsschilder erschlossen; Gelände und Ausstellungen sind größtenteils barrierefrei. Die Gedenkstätte rät vom Ausstellungsbesuch mit Kindern unter 12 Jahren ab, Hunde sind nicht erlaubt. Du kommst mit der S2 oder S7 bis Bergedorf und weiter mit dem Bus 127 oder 227.
Plane für diesen Nachmittag nichts anderes mehr ein. Nach einer Runde über das Freigelände dauert es eine Weile, bis man wieder Lust auf Apfelkuchen hat.
Nach Nordosten: Schloss Ahrensburg
Das weiße Schloss ist nach Angabe der Stiftung über 430 Jahre alt und heute Museum. Erwachsene zahlen 9 Euro, die Familienkarte für zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern 22 Euro. Der Audioguide kostet nichts, dazu gibt es eine App auf Deutsch, auf Englisch und in einer Fassung für Kinder.
Zwei Dinge musst du vorher wissen. Bis zum 31. Oktober ist dienstags, mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, montags und freitags also nicht; ab 1. November bleiben nur Mittwoch, Samstag und Sonntag. Und barrierefrei ist das Haus nicht: Es gibt keinen Aufzug, sondern eine historische Treppe von 1765, dazu hohe Schwellen zwischen den Räumen im Erdgeschoss. Im zweiten Obergeschoss hängt noch bis zum 31. Oktober eine Ausstellung mit Aquarellen und Ölbildern des Hamburger Malers Lars Möller.
Für den ersten Ausflug ins Umland ist das Alte Land die stärkste Wahl, weil Anreise und Ziel dasselbe sind: Fähre, Deich, Hofladen. Mit Kindern lohnt der Doppelpack in Rosengarten mehr, weil Wildpark und Museum zusammen einen ganzen Tag füllen und drinnen wie draußen funktionieren. Weitere Ideen für Familientage stehen bei den Ausflügen mit Kindern.
Preise, Fahrpläne und Öffnungszeiten: Stand 21. September 2026, Angaben der Betreiber, der Gedenkstätte und des Tourismusportals Jork.
Häufige Fragen
Welche Ausflugsziele um Hamburg erreicht man mit dem Deutschlandticket?
Im Elbe-Radwanderbus ins Alte Land gilt der hvv-Tarif und damit auch das Deutschlandticket, ebenso in den S-Bahnen nach Bergedorf und im Bus 340 zum Wildpark Schwarze Berge. Nicht enthalten ist die Lühe-Schulau-Fähre, die eigene Fahrkarten an Bord verkauft. Nach Lüneburg fahren Nah- und Fernverkehr; mit dem Deutschlandticket kommst du nur mit dem Nahverkehr hin.
Was kann man im Herbst im Alten Land machen?
Bis Ende Oktober läuft die Apfelernte, und mehrere Höfe in Jork lassen Gäste selbst pflücken, etwa das Obstparadies Schuback dienstags bis sonntags oder der Obsthof Lefers an allen sieben Tagen. Dazu kommen Hofläden, Hofcafés und Führungen durch die Plantagen. Der Elbe-Radwanderbus fährt noch bis zum 31. Oktober.
Welches Ziel im Hamburger Umland taugt bei Regen?
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat die größte Ausstellungsfläche im Inneren und ist damit die verlässlichste Wahl. Im Deutschen Salzmuseum in Lüneburg bist du ebenfalls im Trockenen, und die fünf Ausstellungen der Gedenkstätte Neuengamme liegen in festen Gebäuden. Der Wildpark Schwarze Berge wirbt selbst damit, dass die hohen Bäume bei Nieselregen ein Dach bilden.
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