Zum Inhalt springen
Städte

Hamburg: Sehenswürdigkeiten am Wasser, vom Hafen bis zur Alster

Hamburgs Sehenswürdigkeiten entlang von Elbe, Fleeten und Alster: was die Plaza ab Oktober kostet, wann das Wunderland ohne Warten geht und welche Fähre reicht.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Wasserschloss in der Hamburger Speicherstadt in der Abenddämmerung, beleuchtete Backsteinspeicher links und rechts des Fleets
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Hamburg liegen fast alle am Wasser, und zwar an drei verschiedenen: an der Elbe mit Hafen und Landungsbrücken, an den Fleeten der Speicherstadt und an der Alster mitten in der Stadt. Plan deinen Besuch deshalb nicht nach einer Rangliste, sondern nach diesen drei Wasserlagen. Sie liegen dicht beieinander: Von den Landungsbrücken bis zum Rathaus sind es drei Stationen mit der U3, zu Fuß eine halbe Stunde.

Mit einem Tag schaffst du Elbe und Speicherstadt, mit zwei kommen Alster und Altona dazu. Wann du kommst, verändert im Herbst 2026 zwei Dinge: den Eintritt auf die Plaza und die Uhrzeit, zu der der Fischmarkt öffnet.

Landungsbrücken und Elbe: Fähre, Tunnel und Michel

An den Landungsbrücken legen die Barkassen der Hafenrundfahrten ab. Für einen ersten Eindruck vom Hafen brauchst du sie nicht. Von Brücke 3 fährt die HADAG-Fähre 62 elbabwärts über Altona (Fischmarkt), Dockland und Neumühlen/Övelgönne bis Finkenwerder, vorbei an Containerschiffen, Docks und Kränen. Sie ist Teil des HVV, du fährst mit dem normalen Nahverkehrsticket oder dem Deutschlandticket, und laut Reederei ist sogar ein Bier an Bord erlaubt. Kauf die Fahrkarte vorher: An einigen Anlegern wie Bubendey-Ufer steht kein Automat.

Der Ausstieg in Neumühlen/Övelgönne lohnt sich am meisten. Dort gehst du am Elbstrand entlang, siehst die großen Frachter aus der Nähe vorbeiziehen und fährst später mit der nächsten Fähre zurück. Auf dem Oberdeck zieht es, auch im Sommer.

Direkt unter den Landungsbrücken führt der Alte Elbtunnel, den die Hamburg Port Authority St. Pauli Elbtunnel nennt, 426,5 Meter weit unter dem Fluss hindurch bis Steinwerder. Fußgänger und Radfahrer nutzen ihn rund um die Uhr und ohne Eintritt. Hinunter geht es mit Aufzügen oder über die Treppen, am Wochenende ist es in der Tunnelanlage oft voll. Auf der anderen Seite blickst du über die Elbe zurück auf die Landungsbrücken und den Michel.

Der Michel, die Barockkirche St. Michaelis, steht zehn Gehminuten oberhalb. Die Kirche kostet nichts, der Turm 8 Euro, das Familienticket 20 Euro. Das erste Stück bis zum ersten Stock sind 52 Stufen, danach fährt ein Aufzug. Oben stehst du 106 Meter über der Elbe, fast dreimal so hoch wie auf der Plaza, und hast die Elbphilharmonie selbst im Bild. Im Oktober ist der Turm bis 19 Uhr offen, ab November bis 18 Uhr. Danach öffnet der Nachtmichel.

Speicherstadt und HafenCity: Welterbe, Wunderland, Plaza

Östlich der Landungsbrücken beginnt die Speicherstadt, laut Stadt das größte Lagerhausensemble der Welt und seit 2015 zusammen mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus UNESCO-Welterbe. Das Motiv im Titelbild ist das Wasserschloss zwischen zwei Fleeten. Am schönsten ist es in der Dämmerung, wenn die Backsteinfassaden angestrahlt werden und sich im Wasser spiegeln. Tagsüber schiebst du dich durch Gruppen, abends hast du die Brücken fast für dich.

Miniatur Wunderland

In einem der Speicher liegt das Miniatur Wunderland, die weltgrößte Modelleisenbahn. Erwachsene zahlen 22 Euro, Kinder bis 15 Jahre 13 Euro, Kinder unter einem Meter kommen in Begleitung von Eltern oder Großeltern umsonst hinein. Das Wunderland hat an allen 365 Tagen im Jahr geöffnet, lässt aber nur eine begrenzte Zahl Besucher gleichzeitig hinein.

Genau das macht den Besuch planbar oder mühsam. Der Betreiber rät in den Ferien ausdrücklich von Besuchen ohne gebuchtes Ticket ab, weil Wartezeiten von mehreren Stunden möglich sind. Mit einem online gebuchten Zeitfenster für die Ankunft gehst du ohne Anstehen hinein. Auf der Seite zu den Wartezeiten steht für jeden Tag eine Prognose.

Elbphilharmonie Plaza

Die Plaza ist die öffentliche Aussichtsplattform der Elbphilharmonie in 37 Metern Höhe, zwischen dem alten Backsteinspeicher und dem gläsernen Aufbau. Du erreichst sie über eine gebogene Rolltreppe von gut 80 Metern, die Tube, und kannst draußen einmal ganz um das Gebäude herumgehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 24 Uhr.

Ab dem 5. Oktober 2026 ändert sich der Eintritt. Bis dahin bekommst du spontan ein kostenloses Ticket vor Ort, solange es welche gibt, und nur die Vorbuchung kostet 3 Euro. Danach zahlst du 5 Euro, ermäßigt 3 Euro für Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahren, Kleinkinder bleiben frei. Die Stadt hat den freien Eintritt bisher aus der Kultur- und Tourismustaxe bezahlt und nimmt das Geld laut Elbphilharmonie künftig für andere Kulturprojekte. Buchst du online mit Kundenkonto, bekommst du die 5 Euro als Guthaben für Konzertkarten zurück.

Rathaus und Alster: die Stadt der Kaufleute

Vom Rathausmarkt sind es wenige Schritte zur Binnenalster und zum Jungfernstieg. Das Rathaus selbst kannst du nur mit Führung sehen, und die Stadt betont, dass es kein Museum ist: Senat und Bürgerschaft arbeiten dort, Führungen fallen aus, sobald die Räume gebraucht werden. Im Herbst finden sie vor allem an Wochenenden statt, unter der Woche nur an einzelnen Tagen. Sie dauern 45 bis 60 Minuten und kosten 8 Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Karten gibt es nur am Tresen im Foyer, ohne Vorverkauf und nur gegen Kartenzahlung.

Die Außenalster ist der große, grüne Teil des Sees, gesäumt von Villen, Wiesen und Bootsstegen. Der Rundweg ist etwa 7,4 Kilometer lang, für die ganze Runde brauchst du anderthalb bis zwei Stunden. An einem hellen Nachmittag ist das der ruhigste Teil eines Hamburg-Besuchs. Zwischen Rathaus und Hauptbahnhof lohnt der Umweg durchs Kontorhausviertel, wo das Chilehaus mit seiner spitzen Ecke wie ein Schiffsbug in die Straße ragt.

Sonntagmorgen in Altona: der Fischmarkt

Der Fischmarkt an der Großen Elbstraße findet seit 1703 statt, immer sonntags und immer früh. Vom 15. März bis 14. November geht es um 5 Uhr los, im Winter um 7 Uhr, Schluss ist jeweils um 9.30 Uhr. Die Marktschreier übertönen sich gegenseitig und packen Körbe mit Obst oder Aal voll, bis jemand zugreift. Auch ohne Einkauf ist ein Fischbrötchen am Elbufer der eigentliche Grund hinzugehen.

Von den Landungsbrücken bringt dich die Fähre 62 in einer Station zum Anleger Altona (Fischmarkt). Nicht verwechseln solltest du den Markt mit dem Seefischgroßmarkt am anderen Ende der Großen Elbstraße, fast zwei Kilometer entfernt, der mit dem Sonntagstrubel nichts zu tun hat. Bei Sturmflut steht der Platz unter Wasser.

Für wen welcher Tag

Hast du nur einen Tag, nimm die Elbe und die Speicherstadt: vormittags Michel und Elbtunnel, mittags die Fähre 62 bis Övelgönne und zurück, am späten Nachmittag das Wunderland mit gebuchtem Zeitfenster und danach die Speicherstadt im Dunkeln. Mit Kindern gehört das Wunderland an den Anfang des Tages, weil es sie Stunden beschäftigt. Weitere Ziele für Familien stehen im Beitrag zum Kurzurlaub mit Kindern.

Bleibst du über einen Sonntag, stell dir den Wecker für den Fischmarkt und häng die Fähre nach Övelgönne direkt an. Rathausführung und Alsterrunde füllen dann den Nachmittag. Grachten statt Fleete gibt es bei den Sehenswürdigkeiten in Amsterdam.

Preise und Öffnungszeiten: Stand 18. September 2026, Angaben der Betreiber, der Freien und Hansestadt Hamburg und der Hamburg Port Authority.

Häufige Fragen

Kann man die Elbphilharmonie ohne Konzertkarte besichtigen?

Ja, die Plaza ist ohne Konzertkarte zugänglich, ab 5. Oktober 2026 für 5 Euro. Mehr vom Gebäude erklärt dir eine Plazaführung für 13 Euro. Mit einer Konzertkarte für den Großen oder Kleinen Saal darfst du ab zwei Stunden vor Beginn auf die Plaza.

Was kann man in Hamburg bei Regen machen?

Naheliegend ist das Miniatur Wunderland, allerdings wissen das alle: Laut Betreiber werden die Wartezeiten bei Regen länger, ein gebuchtes Zeitfenster ist dann erst recht Pflicht. Wetterfest sind der Alte Elbtunnel, die Rathausführung und die Krypta des Michel. Auf der Fähre 62 sitzt du im geschlossenen Fahrgastraum und siehst den Hafen trotzdem.

Gilt das Deutschlandticket auf den Hafenfähren?

Ja, auf den HADAG-Fähren gelten das Deutschlandticket und alle passenden HVV-Fahrkarten, auch auf der Linie 62 zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder. Fahrräder nimmst du dort kostenlos mit.

Weitere Ziele