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Mit Kindern

Ausflüge mit Kindern in NRW, sortiert nach der Zeit

Ausflüge mit Kindern in NRW nach Zeitbudget: Wisente im Neandertal, Glaselefant in Hamm, Baumwipfelpfad im Bergischen und freier Eintritt für Minderjährige.

Redaktion freizeit-246 Min. Lesezeit
Luftbild des Waldparks Panarbora bei Waldbröl mit hölzernem Aussichtsturm, Spielflächen und umgebendem Nadelwald
Foto: Wolkenkratzer, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Nicht die Entfernung entscheidet über einen Ausflug mit Kindern, sondern das Zeitfenster. Zwei Stunden zwischen Mittagsschlaf und Abendessen verlangen ein anderes Ziel als ein freier Samstag. Die Ziele unten sind deshalb nach der Zeit geordnet, die sie tragen, nicht nach Landesteilen. Wer lieber nach Regionen sortiert, findet sie unter Ausflugsziele in NRW; Ideen nach Wetterlage stehen unter Ausflüge mit Kindern.

Zwei Stunden: Wisente ohne Kasse

Im Neandertal bei Mettmann grasen Wisente, Tarpane und Abbildzüchtungen des Auerochsen auf 27 Hektar. Das Gehege liegt im öffentlichen Raum und ist an keine Öffnungszeiten gebunden, ihr könnt also kommen, wann es in den Tag passt. Vom Neanderthal Museum aus erreicht ihr das erste Gehege mit den Tarpanen zu Fuß über den Kunstweg in einer Viertelstunde.

Von dort führen zwei Runden weiter. Der Talweg verläuft flach an der Düssel entlang, ist für Rollstuhl und Kinderwagen geeignet und braucht etwa eine Stunde. Die große Runde dauert zwei bis drei Stunden, steigt an und führt stellenweise über Gelände, dafür kommt ihr an allen Gehegen vorbei.

Das Gelände ist groß genug, dass die Tiere in Ruhe verschwinden können. Früh am Morgen und in der Dämmerung, in der Nähe der Futterplätze, stehen die Chancen am besten. Mittags kann es passieren, dass ihr eine Stunde durch ein Naturschutzgebiet lauft und kein einziges Wisent seht. Die Wege zu verlassen, ist hier ausdrücklich nicht erlaubt.

Ein halber Tag: ein Elefant aus Glas, ein Schiff im Trog

Im Maximilianpark in Hamm steht das Wahrzeichen der früheren Landesgartenschau: ein Elefant aus Glas und Stahl, 35 Meter hoch und 53 Meter lang. Im Rüssel fährt ein Aufzug hinauf zur Aussichtsplattform, von dort schaut ihr über den Park, die Stadt und das westfälische Umland. Im Inneren steht ein Garten mit zehn beweglichen Kunstobjekten, neun davon dürfen Kinder über eine Schalttafel selbst in Bewegung setzen, darunter eine Gottesanbeterin und ein durstiges Huhn.

Der Rest des Parks ist eine Aneinanderreihung von Spielflächen: Wasserfontänenfeld, Piratenschiff, Kletternetze, Alte Mine, Dschungelspielplatz, Riesenkrake und das Tal der tausend Wasser, dazu ein eigener Kletterparcours und ein Spielplatz für die Kleinsten. Erwachsene zahlen 7 Euro, Kinder von 3 bis 17 Jahren 4 Euro, die große Familienkarte für beide Elternteile mit bis zu drei Kindern 19 Euro. Packt Wechselsachen ein. Der Wasserbereich ist der Grund, warum Familien länger bleiben als geplant, und niemand geht dort trocken wieder weg.

Ganz anders, aber ähnlich im Zeitbedarf, ist das LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop. Die Anlage steht seit 125 Jahren über dem Dortmund-Ems-Kanal und überwand einen Höhenunterschied von 14 Metern; über 60 Jahre lang war sie im Dienst. Das Kesselhaus erzählt die Baugeschichte, in der Maschinenhalle laufen Modelle zum Anfassen, im Hafengebäude wechseln die Sonderausstellungen, und draußen liegt ein Wasserspielplatz. Von April bis Oktober fahren Rundfahrten mit dem Fahrgastschiff.

Geöffnet ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr, montags bleibt zu. Erwachsene zahlen 8 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nichts.

Ein ganzer Tag: Baumwipfel oder drei Kontinente

Panarbora bei Waldbröl im Oberbergischen ist der Ausflug für alle, die sonst an Stufen scheitern. Der Weg misst mitsamt Aussichtsturm 1.635 Meter und führt in 4 bis 24 Metern Höhe durch die Kronen. Die maximale Steigung liegt bei drei bis sechs Prozent, die gesamte Anlage ist als barrierefrei ausgewiesen. Der hölzerne Turm am Ende misst 40 Meter. Unterwegs erklären sechs Stationen, wie ein Wirtschaftswald entsteht und warum totes Holz lebt.

Eine Tageskarte kostet 10,90 Euro, Kinder von 4 bis 17 Jahren zahlen 7,40 Euro, unter vier Jahren ist der Eintritt frei, die Familienkarte für bis zu drei Kinder 29,90 Euro. Wer mit einem Kinderwagen unterwegs ist, für den ist dieser Pfad die eine Ausnahme unter den Baumwipfelpfaden: keine Treppe, keine Tragestelle, keine Diskussion.

Die Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen teilt sich in Alaska, Afrika und Asien und hat an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die Zugänge zu den drei Welten schließen jeweils eine halbe Stunde vor dem Zoo. Vom 15. März bis 31. Oktober zahlen Erwachsene 23,50 Euro und Kinder von 4 bis 12 Jahren 15,50 Euro, im Winterhalbjahr deutlich weniger; unter vier Jahren ist der Eintritt frei. An der Tageskasse kommt 1 Euro Servicegebühr je Karte dazu, online entfällt sie.

Die Winterpreise sind der unterschätzte Teil. Ein Zoobesuch im November kostet eine Familie rund ein Drittel weniger, die Wege sind leer, und viele Tiere sind bei Kälte deutlich aktiver als im August.

Der stille Rabatt: zwei Landschaftsverbände

Nordrhein-Westfalen leistet sich etwas, das anderswo selten ist: zwei Landschaftsverbände mit eigenen Museumsnetzen, und in beiden zahlen Minderjährige nichts.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat den freien Eintritt für unter 18-Jährige im April 2019 für alle 18 LWL-Museen eingeführt, vom Kunstmuseum in Münster bis zu den Industriemuseen in Witten, Bocholt, Lage und Petershagen. Gegenfinanziert wurde er mit einem Euro mehr für Erwachsene und der Halbierung der eintrittsfreien Tage von zwölf auf sechs. Dazu kam ein Mobilitätsfonds von 300.000 Euro jährlich, aus dem Schulen und Kitas ihre Fahrtkosten bezahlen können, denn ohne Bus nützt der freie Eintritt einer Klasse wenig.

Im Rheinland gilt dasselbe für die 15 LVR-Museen, darunter die Freilichtmuseen in Kommern und Lindlar und die sieben Standorte des Industriemuseums. Für Erwachsene, die mehr als zweimal im Jahr gehen, rechnet sich die LVR-Museumskarte: 50 Euro für eine Person, 70 Euro für zwei, gültig ein Jahr in über 30 Museen beider Verbände. Sonderveranstaltungen und einzelne Ausstellungen bleiben davon ausgenommen.

Für zwei Erwachsene mit zwei Schulkindern heißt das in der Praxis: Ein Museumstag kostet so viel wie zwei Erwachsenentickets. Das ist der Grund, warum sich in NRW ein Regentag anders planen lässt als ein Kurzurlaub mit Kindern andernorts.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten: Angaben der Betreiber sowie der Landschaftsverbände LWL und LVR, Stand September 2026.

Häufige Fragen

Welche Ausflugsziele in NRW eignen sich mit Kinderwagen?

Der Baumwipfelpfad Panarbora ist vollständig barrierefrei und steigt nirgends stärker als sechs Prozent. Im Neandertal führt der Talweg an der Düssel eben an den Gehegen entlang. In den Glaselefanten im Maximilianpark fährt ein Aufzug hinauf, Treppen braucht dafür niemand.

Wo zahlen Kinder in NRW keinen Eintritt?

In allen 18 Museen des LWL und in den 15 LVR-Museen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei, also etwa im Schiffshebewerk Henrichenburg oder in den Freilichtmuseen Kommern und Lindlar. In Zoos und Freizeitparks gilt das nicht, dort endet der freie Eintritt meist mit dem vierten Geburtstag.

Lohnt sich ein Zoobesuch im Winter?

Preislich ja. In der Zoom Erlebniswelt gilt vom 1. November bis 14. März ein deutlich niedrigerer Tarif als im Sommerhalbjahr. Rechnet dafür mit früherem Einlassschluss in den Erlebniswelten und zieht die Kinder warm an, weil ein Großteil der Wege draußen verläuft.

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