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Rundreisen & Inseln

Irland-Rundreise: die Südschleife oder die große Runde über Belfast

Irland-Rundreise mit Mietwagen: zehn Tage durch den Süden und Westen oder zwei Wochen mit Nordirland. Etappen, Fahrzeiten und was du vorher buchen musst.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Weißer Leuchtturm auf einer grünen Klippe an der Einfahrt zur Dingle Bay, dahinter Felder und Berge unter Wolken
Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Bevor du Etappen planst, entscheidest du bei einer Irland-Rundreise eine Frage, die mit Landschaft wenig zu tun hat: Fährst du über die Grenze nach Nordirland oder nicht? Davon hängen die Reisedauer ab, die Papiere, die du einpackst, und der Mietvertrag. Die Republik allein ist mit dem Personalausweis zu machen. Für den Giant’s Causeway und Belfast brauchst du einen Pass, eine elektronische Einreisegenehmigung und vier, fünf Tage mehr.

Die Grenze, die man nicht sieht

Zwischen der Republik Irland und Nordirland gibt es keinen Schlagbaum. Die britische Regierung schreibt in ihren Vorgaben für die Grenzbeamten, dass es an der Landgrenze überhaupt keine Einreisekontrollen gibt. Im selben Dokument steht aber auch: Wer aus Irland ins Vereinigte Königreich kommt, auch über die Landgrenze, muss sich an die britischen Einreiseregeln halten, und dazu gehört die ETA. Ausgenommen sind nur Menschen mit Wohnsitz in Irland.

Das Auswärtige Amt ist ebenso deutlich: Mit dem Personalausweis kommst du nach Irland, aber nicht weiter nach Nordirland. Die ETA beantragst du über die App oder auf gov.uk, jede Person einzeln, Kinder eingeschlossen. Meist kommt die Entscheidung innerhalb eines Tages, spätestens nach drei Werktagen, und sie gilt zwei Jahre. Hast du für eine Schottland-Rundreise schon eine beantragt, ist sie noch gültig, solange der Pass es ist.

Links gefahren wird auf der ganzen Insel, zwei Dinge ändern sich hinter der Grenze aber doch. Die Schilder zeigen Meilen statt Kilometer, auch bei den Tempolimits. Und die nordirische Regierung weist darauf hin, dass die Versicherung eines Mietwagens für beide Landesteile gelten muss, wenn du in beiden fährst. Frag bei der Buchung ausdrücklich danach.

Die Südschleife in zehn Tagen

Die kurze Variante bleibt in der Republik. Start und Ziel ist Dublin, die Fahrzeiten stammen vom Routenplaner und gelten ohne Pausen.

  1. Ankunft in Dublin, den Wagen holst du erst am dritten Tag.
  2. Dublin zu Fuß.
  3. Glendalough und Kilkenny. Eine Stunde bis ins Klostertal in den Wicklow Mountains, danach anderthalb Stunden nach Kilkenny.
  4. Rock of Cashel, weiter nach Killarney. Eine Stunde bis Cashel, zwei bis Killarney.
  5. Ring of Kerry. Die Runde um die Halbinsel Iveragh misst laut Discover Ireland 179 Kilometer.
  6. Dingle. Eine Stunde von Killarney, dazu die Küstenstraße um den Slea Head.
  7. Über den Shannon zu den Cliffs of Moher. Anderthalb Stunden bis Tarbert, 20 Minuten Fähre nach Killimer, dann eine Stunde nach Doolin.
  8. Burren und Galway. Gut eine Stunde Fahrt, der Rest gehört der Karstlandschaft.
  9. Connemara. Galway–Clifden ist gut eine Stunde, dazwischen Moor, Seen und Kylemore Abbey.
  10. Brú na Bóinne, dann Dublin. Knapp drei Stunden quer durchs Land zu den Ganggräbern, danach eine Dreiviertelstunde zum Flughafen.

Kerry bekommt drei Nächte, weil hier zwei Tagesrunden liegen und das Wetter gern einen Tag davon nimmt. Den Ring of Kerry und Dingle kannst du tauschen, je nachdem, wo die Wolken tiefer hängen.

Ab Kerry ändert sich auch der Charakter der Reise. Im Osten fährst du von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, Klosterruine, Burg, Felsen mit Kathedrale. Im Westen ist die Strecke selbst das Ziel: Steinmauern zwischen kleinen Feldern, Buchten mit Leuchttürmen, im Burren nackter grauer Kalk, in Connemara braunes Moor mit schwarzen Seen. Plane dort weniger Programmpunkte ein und mehr Halte an Stellen, die in keinem Reiseführer stehen.

Die Fähre am siebten Tag ist keine Pflicht. Ohne sie fährst du über Limerick, laut Routenplaner mehr als drei Stunden von Dingle nach Doolin statt knapp drei mit Überfahrt. Wichtiger als die gesparte Zeit ist, dass du auf dem Schiff aus dem Auto steigst und die Mündung des Shannon siehst, bevor die Küste von Clare beginnt.

Die große Runde mit Nordirland

Ab Connemara biegst du nach Norden ab, statt nach Dublin zurückzufahren. Die ersten neun Tage bleiben gleich, danach geht es so weiter:

  • Tag 10: Clifden–Westport, eine Stunde.
  • Tag 11: Westport–Donegal, gut zwei Stunden.
  • Tag 12: Donegal–Giant’s Causeway, zwei Stunden. Hier überquerst du die Grenze.
  • Tag 13: An der Causeway-Küste entlang nach Belfast, eine gute Stunde.
  • Tag 14: Belfast.
  • Tag 15: Belfast–Brú na Bóinne–Flughafen Dublin, zusammen gut zwei Stunden.

Die Ganggräber liegen nördlich von Dublin fast am Weg, darum wandern sie ans Ende. So wird die Rückfahrt zum Programm statt zum Transfer.

Donegal ist der Teil, den Reisende mit wenig Zeit auslassen, und der Grund, die große Runde zu fahren. Die Straßen werden schmaler, die Orte kleiner, und Schafe auf der Fahrbahn sind keine Ausnahme. Am Giant’s Causeway ändert sich das schlagartig: Parkplatz, Besucherzentrum, Reisebusse. Die Basaltsäulen selbst sind trotzdem so seltsam, wie die Fotos behaupten, sechseckige Steine, die treppenartig ins Meer steigen.

Was du vorher buchen musst

Brú na Bóinne. In Newgrange und Knowth kommst du nur mit Führung und nur über das Besucherzentrum, von dort bringt dich ein Shuttle zu den Gräbern. Zwischen April und Anfang November schaltet die Denkmalbehörde OPW Tickets 30 Tage im Voraus frei. Ist alles weg, lohnt der Blick morgens zwischen 8.30 und 9.30 Uhr und nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr, denn dann gehen stornierte Plätze zurück in den Verkauf. Tickets von Drittanbietern werden laut OPW nicht akzeptiert.

Cliffs of Moher. Der Betreiber wirbt mit bis zu 45 Prozent Ersparnis gegenüber dem Preis zur Spitzenzeit, wenn du vorab online buchst. Auch bei den Öffnungszeiten lohnt ein Blick in die Buchung. Die Website nennt an einer Stelle 8 bis 19 Uhr, an einer anderen 8 bis 21 Uhr.

Giant’s Causeway. Die Küste ist von der Morgen- bis zur Abenddämmerung frei zugänglich. Das Ticket des National Trust für 16 Pfund bezahlt vor allem den reservierten Parkplatz, dazu Besucherzentrum, Audioguide und Führung. Ein Familienticket kostet 40 Pfund.

Die Maut um Dublin. Auf der Ringautobahn M50 zwischen den Ausfahrten 6 und 7 gibt es keine Schranke, eine Kamera erfasst das Kennzeichen. Bezahlt wird bis 20 Uhr am Folgetag, online bei eFlow. Einige Vermieter rechnen die Maut selbst ab, andere nicht. Frag bei der Abholung, denn nach Ablauf der Frist verlangt eFlow einen Aufschlag.

Den Rock of Cashel dagegen kannst du spontan ansteuern. Er steht exponiert auf einem Kalkfelsen, und die OPW schließt ihn bei Sturm auch kurzfristig. Erwachsene zahlen 8 Euro. Die Führung durch Cormac’s Chapel gibt es nur mit Karte, die vor Ort verkauft wird.

Öffnungszeiten, Preise und Einreiseregeln: Stand September 2026, Angaben der Betreiber und Behörden. Fahrzeiten laut Routenplaner.

Häufige Fragen

Schaffe ich den Ring of Kerry an einem Tag?

Ja. Reine Fahrzeit sind laut Routenplaner gut zweieinhalb Stunden über Kenmare und Waterville zurück nach Killarney. Mit Stopps am Aussichtspunkt Ladies View, in Sneem und am Derrynane House wird ein ganzer Tag daraus.

Lohnt sich die Heritage Card?

Das hängt an deiner Route. Die Jahreskarte der OPW kostet für Erwachsene 40 Euro und gilt ein Jahr lang für alle Stätten der Behörde. Cashel kostet einzeln 8 Euro, Glendalough 5 Euro. Rechnen wird sie sich also erst ab etwa fünf, sechs kostenpflichtigen OPW-Stätten. Du kaufst sie an jeder dieser Stätten.

Kann ich nach Skellig Michael übersetzen?

Nur zwischen Mitte Mai und Ende September und nur mit einem der Bootsbetreiber, die eine Genehmigung der OPW haben. Die Insel selbst kostet nichts, die Überfahrt zahlst du dem Boot. Bei Seegang fallen Fahrten aus, oben warten 618 unebene Stufen. Plane die Überfahrt deshalb auf einen der ersten Kerry-Tage, dann bleibt ein Ersatztermin.

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