Malta: Sehenswürdigkeiten aus 5.000 Jahren, mit Gozo und Comino
Maltas Sehenswürdigkeiten nach Epochen: Tempel und Hypogeum, Valletta und Mdina, dazu Gozo und die Blaue Lagune auf Comino. Was du vorab buchen musst.

Malta ist klein, und trotzdem reicht eine Woche kaum. Das liegt an der Dichte: Auf wenigen Kilometern stehen Tempel aus der Jungsteinzeit, eine Barockhauptstadt der Ritter und die Festungen rund um den Grand Harbour. Die Sehenswürdigkeiten auf Malta bündelst du deshalb nicht nach Himmelsrichtung, sondern nach Epochen. Gozo und Comino bekommen eigene Tage, weil dort die Fähre den Takt vorgibt.
Die Steinzeit: Hypogeum und Tempel
Das Ħal-Saflieni-Hypogeum in Paola ist eine unterirdische Grabanlage auf drei Ebenen, aus dem weichen Kalkstein gehauen und nach Angaben von Heritage Malta zwischen 4000 und 1500 vor Christus genutzt. Die tiefste Kammer liegt gut zehn Meter unter der Straße. Entdeckt wurde sie 1902 durch einen Steinmetz, der dort Fundamente für Häuser legte.
Die Karten sind knapp. Erwachsene zahlen 35 Euro, und Heritage Malta rät ausdrücklich, früh zu buchen. Bleibt nur der Restposten: Last-Minute-Karten für 50 Euro gibt es ausschließlich am Vortag, vormittags nur im Fort St Elmo in Valletta und im Archäologiemuseum auf Gozo, höchstens vier pro Person. Kinder unter sechs Jahren sind nicht zugelassen.
Ħaġar Qim und Mnajdra liegen nebeneinander an der Südküste auf einem Hang über dem Meer. Anders als im Hypogeum stehst du hier unter freiem Himmel und gehst zwischen mannshohen Steinblöcken hindurch. In Mnajdra ist der Eingang des Südtempels auf den Sonnenaufgang zu den Tagundnachtgleichen ausgerichtet. Zur Sonnenwende streifen die Strahlen die Seiten des Eingangs und treffen je eine andere verzierte Platte im Innern.
Ġgantija auf Gozo gehört zum selben Welterbe. Die zwei Bauten stehen auf der Hochebene von Xagħra und sind laut Heritage Malta erstaunlich gut erhalten. Das Ticket gilt zugleich für die Windmühle Ta’ Kola im Ort.
Die Ritter: Valletta und Mdina
Valletta wurde ab 1566 auf einer kahlen Halbinsel zwischen zwei Häfen gebaut und laut Malta Tourism Authority in nur 15 Jahren fertig. Das merkst du beim Gehen: Die Straßen laufen im Raster, steigen und fallen über den Rücken der Halbinsel und enden an Bastionen, hinter denen das Wasser liegt. Zwischen den Kalksteinfassaden hängen die typischen geschlossenen Holzbalkone, grün, rot, blau.
In der Ko-Kathedrale St. John hängt Caravaggios „Enthauptung Johannes des Täufers“. Von den Upper Barrakka Gardens blickst du über den Grand Harbour auf Vittoriosa und Senglea. Unten auf der Saluting Battery wird bis heute Salut geschossen.
Mdina ist das Gegenstück, eine ummauerte Stadt auf einem Hügel im Inselinneren. Malta nennt sie die „stille Stadt“, und abends, wenn die Tagesbesucher weg sind, trifft es zu. Direkt vor den Mauern liegt Rabat mit der Paulusgrotte, in der der Überlieferung nach der Apostel nach seinem Schiffbruch gelebt haben soll.
Gozo und Comino
Nach Gozo fährt die Fähre von Ċirkewwa an der Nordspitze Maltas nach Mġarr. Die Überfahrt dauert laut Visit Gozo rund 25 Minuten, tagsüber legt bis zu jede halbe Stunde ein Schiff ab. Bezahlt wird erst auf dem Rückweg: Gozo Channel kontrolliert die Tickets nur in Mġarr. Ohne Auto kommst du mit der Schnellfähre direkt aus dem Grand Harbour in Valletta hinüber.
Gozo ist ländlicher und ruhiger als Malta. Die Cittadella in Victoria sieht man von fast überall auf der Insel. Innerhalb ihrer Mauern liegen kleine Museen, die Kathedrale und alte Getreidesilos, und von den Wällen überblickst du die Insel mit ihren Dörfern. Plane mindestens einen vollen Tag ein, besser eine Nacht. Die Fähre fährt laut Gozo Channel rund um die Uhr, du bist also an keinen Rückfahrtermin gebunden.
Comino liegt zwischen den beiden Hauptinseln und ist fast unbewohnt. Die Blaue Lagune war im Sommer 2024 mit bis zu 12.000 Menschen gleichzeitig überfüllt, seitdem regelt die Malta Tourism Authority den Zugang. Für den Landgang reservierst du kostenlos auf bluelagooncomino.mt eines von drei Zeitfenstern: 8 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17.30 Uhr oder 18 bis 22 Uhr. Gleichzeitig dürfen höchstens 4.000 Menschen dort sein, an den Zugängen gibt es gegen den QR-Code ein Armband. Ohne Buchung droht ein Bußgeld. Die Regel gilt für den Landgang: Die Reservierung brauchst du, egal ob du mit einem Ausflugsboot oder einem gemieteten Boot kommst.
Ohne Auto durch Malta
Auf Malta herrscht Linksverkehr wie auf einer Irland-Rundreise, und das Auswärtige Amt warnt vor engen Straßen, dichtem Verkehr und schlechter Straßenbeleuchtung. Für die Hauptinsel brauchst du deshalb keinen Mietwagen. Tempel, Mdina und die Fähre nach Gozo erreichst du mit dem Bus, und in Valletta, Mdina und Victoria gehst du ohnehin zu Fuß.
Eine Einzelfahrt kostet im Sommer 2,50 Euro und gilt zwei Stunden. Für eine Woche lohnt die Karte Explore Flex, sieben Tage unbegrenzt für 27 Euro. Es gibt sie auch mit einer Rückfahrt auf der Schnellfähre nach Gozo. Ohne Auto bewähren sich zwei Standorte, ähnlich wie auf Teneriffa: hier Valletta für die Hauptinsel und Victoria für Gozo.
Preise, Fahrpläne und Regeln: Stand September 2026, Angaben von Heritage Malta, Malta Tourism Authority, Malta Public Transport, Gozo Channel und Visit Gozo.
Häufige Fragen
Wer kassiert die Umweltabgabe?
Die Unterkunft. Sie erhebt 1,50 Euro pro Nacht und Person ab 18 Jahren, für einen Aufenthalt höchstens 22,50 Euro. Die Abgabe gilt auf Malta und Gozo gleichermaßen. Wechselst du während der Reise das Hotel, zählt das weiterhin als ein Aufenthalt, solange er nicht unterbrochen wird.
Kann ich das Hypogeum mit Kindern besuchen?
Ab sechs Jahren ja. Kinder von 6 bis 11 zahlen 15 Euro, Jugendliche von 12 bis 17 zahlen 20 Euro. Jüngere Kinder lässt Heritage Malta nicht hinein. Ħaġar Qim, Mnajdra und Ġgantija sind dagegen für Familien unkompliziert: Dort sind Kinder bis fünf frei, und die Tempel liegen im Freien.
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