Teneriffa: Sehenswürdigkeiten von der Küste bis zum Teide-Gipfel
Teneriffas Sehenswürdigkeiten nach Höhenlage: Garachico und Los Gigantes, La Laguna und Anaga, Cañadas und Teide. Mit Gipfelgenehmigung und Masca-Regeln.

Viele Sehenswürdigkeiten auf Teneriffa liegen nicht nebeneinander, sondern übereinander. Zwischen dem Naturschwimmbecken in Garachico und dem Kraterrand des Teide liegen keine 20 Kilometer Luftlinie, aber fast vier Kilometer Höhe. Unterwegs wechseln Klima, Pflanzen und Kleidung. Plane die Tage deshalb nicht nach Himmelsrichtung, sondern nach Höhenlage und Wetter.
Oben: die Caldera und der Teide
Die Straße durch die Cañadas ist der Grund, auf Teneriffa ein Auto zu mieten. Sie führt durch eine riesige Einsturzcaldera, rechts und links Lavaströme in Schwarz, Rostrot und Ocker, dazwischen gelbe Büsche. Über allem steht der Teide. An den Roques de García, den verwitterten Felstürmen gegenüber dem Parador, hältst du am besten früh am Tag, bevor die Ausflugsbusse ankommen. Ein Rundweg führt um die Felsen herum.
Die Seilbahn fährt von 2.356 auf 3.555 Meter. Hin und zurück kostet sie Besucher ohne Inselwohnsitz 42 Euro, Tickets verkauft der Betreiber nur online. Oben darfst du eine Stunde bleiben, mit Gipfelgenehmigung zwei. Von der Bergstation führen kurze Wege zu Aussichtspunkten, einer davon blickt in den Krater des Pico Viejo.
Auf den Gipfel darfst du nur mit Genehmigung für den Weg Telesforo Bravo. Sie gilt für ein festes Zeitfenster zwischen 9 und 17 Uhr und wird über Tenerife ON vergeben, das Portal der Inselregierung. Seit dem 19. Januar 2026 verlangt der Cabildo dafür eine Gebühr: 15 Euro für Besucher ohne Wohnsitz auf der Insel, frei für Kinder unter 14. Ohne Genehmigung drohen bis zu 600 Euro Strafe.
Wie hoch der Gipfel ist, beantworten die Quellen übrigens unterschiedlich. Turismo de Tenerife nennt 3.715 Meter, der Seilbahnbetreiber 3.718.
Die Mitte: La Laguna und der Wald von Anaga
San Cristóbal de La Laguna ist Welterbestadt. Die Straßen der Altstadt sind gerade gezogen, die Häuser niedrig, mit Holzbalkonen und Innenhöfen, und weil die Stadt auf einer Hochebene liegt, ist es hier oft kühler und feuchter als an der Küste. Die Gemeinde bietet kostenlose Stadtführungen an.
Hinter La Laguna beginnt das Anaga-Gebirge, ein Biosphärenreservat. Die Straße schlängelt sich über einen Kamm, auf beiden Seiten fallen Schluchten ab, und in den Senken steht Lorbeerwald, in dem die Wolken hängen bleiben. Wenn es an der Küste sonnig ist, trägst du hier oft trotzdem eine Jacke. Nimm dir einen halben Tag, halte an den Aussichtspunkten und geh einen der kurzen Wege in den Wald.
Masca: von der Mitte ans Meer
Masca verbindet die Stufen. Das Dorf klebt im Teno-Gebirge an einem Grat, von dort führt die Schlucht zwischen senkrechten Wänden hinab zum Meer. Seit einem Pilotversuch der Inselregierung gibt es den Weg nur noch in eine Richtung, bergab mit Rückfahrt per Boot nach Los Gigantes.
Die Regeln sind streng. Du buchst ein Zeitfenster, ab 40,66 Euro. Seit Dezember 2025 musst du mit der Buslinie 355 von Santiago del Teide anreisen und mindestens eine Stunde vor deinem Zeitfenster an der Haltestelle stehen. Das Bootsticket kaufst du vorab, ohne es kommst du nicht in die Schlucht. Am Besucherzentrum werden Ausweis, Wanderschuhe, Wasser und die Busfahrt kontrolliert, einen Helm bekommst du geliehen. Kinder unter acht Jahren dürfen nicht mit. Storniert wird kostenlos bis 72 Stunden vorher, bei einer wetterbedingten Sperrung auch später.
Unten: Garachico und Los Gigantes
Garachico lebte vom Handel über seinen Hafen, bis am 5. Mai 1706 der Vulkan Trevejo ausbrach. Die Lava zerstörte den Hafen und schob die Küste ins Meer hinaus. Aus dem erstarrten Gestein sind die Becken von El Caletón geworden, zwischen denen du bei ruhiger See badest. Der Ortskern dahinter ist klein genug für einen Spaziergang vor oder nach dem Baden.
Im Westen enden die Berge an den Klippen von Los Gigantes, die senkrecht aus dem Meer steigen. Am schönsten siehst du sie vom Boot, und wenn du die Masca-Schlucht gehst, fährst du ohnehin an ihnen entlang.
Reihenfolge und Wetter
Für eine Woche reichen zwei Standorte, einer im Norden, einer im Süden. Leg den Teide auf einen klaren Tag, Anaga auf einen, an dem der Norden bedeckt ist, denn im Wald stört das weniger. Der Teide steht oft auch dann über den Wolken, wenn Puerto de la Cruz im Grau liegt. Das Auswärtige Amt warnt vor den Stürmen im Frühjahr und Herbst und vor Calima, dem Saharastaub, der mehrmals im Jahr die Sicht nimmt.
Ähnlich streng geregelt ist das Wandern auf Madeira: Dort brauchen die offiziellen Wege seit Januar 2026 eine Online-Reservierung.
Preise, Regeln und Fahrpläne: Stand September 2026, Angaben von Cabildo de Tenerife, Turismo de Tenerife, der Seilbahn, der Buchungsstelle der Masca-Schlucht und TITSA.
Häufige Fragen
Komme ich ohne Mietwagen zum Teide?
Ja, mit dem Bus. Die TITSA-Linie 342 fährt täglich einmal um 9.25 Uhr ab Costa Adeje über Los Cristianos in den Nationalpark und hält an der Seilbahn. Zurück geht es am Nachmittag, ab der Seilbahn um 15.40 Uhr. Aus dem Norden kommt die Linie 348 ab Puerto de la Cruz. Für Anaga und Garachico ist das Auto bequemer.
Lohnt sich die Seilbahn ohne Gipfelgenehmigung?
Ja. An der Bergstation stehst du schon auf 3.555 Metern, und die Aussicht über die Caldera, den Pico Viejo und bei klarer Luft bis zu den Nachbarinseln hast du auch ohne die letzten 160 Höhenmeter. Rechne mit dünner Luft und mit Kälte: Oben ist es deutlich kühler als an der Küste.
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