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Rundreisen & Inseln

Japan-Rundreise in zwei Wochen: Tokio, Kyoto, Hiroshima

Japan-Rundreise für zwei Wochen: drei Standorte statt täglich Koffer packen, welcher Bahnpass sich rechnet, Gepäckregeln im Shinkansen und die Einreise.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Weißer Shinkansen auf einem Damm zwischen grünen Feldern, dahinter der schneebedeckte Kegel des Fuji
Foto: Takeshi Aida, CC BY-SA 2.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Eine Japan-Rundreise scheitert selten am Geld und fast immer am Kofferpacken. Wer in zwei Wochen zehn Orte anfährt, verbringt sie mit Ein- und Auschecken, mit Schließfächern und mit der Suche nach dem richtigen Bahnsteig. Drei Standorte, dazwischen zwei Umzüge, und der Rest sind Tagesfahrten: Das ist der Unterschied zwischen einer Reise und einem Transferplan.

Drei Standorte, zwei Umzüge

Tokio trägt gut die halbe erste Woche. Die Stadt ist kein Parcours aus Sehenswürdigkeiten, sondern eine Reihe von Vierteln mit ganz eigenem Charakter, und dazwischen liegt selten mehr als eine kurze Fahrt mit der U-Bahn. Von dort aus kommst du an einem Tag nach Hakone oder Kamakura und abends zurück ins selbe Bett.

Kyoto ist der zweite Standort und der logische, weil von dort aus Nara, Osaka und Himeji in Reichweite liegen. Nara ist die lohnendste dieser Fahrten: Die Halle des Großen Buddha im Todai-ji steht in einem Park, in dem Hirsche zwischen den Besuchern stehen. Die Tempelverwaltung hält die Regeln streng: Motorräder und Fahrräder bleiben am Südtor, auch geschoben, und geraucht oder mit Drohnen gefilmt wird im Bezirk nicht.

Hiroshima ist der dritte und der, den viele streichen, weil er weit weg aussieht. Er ist es nicht: Der Shinkansen bindet die Stadt an Kyoto an, und das Friedensmuseum kostet 200 Yen für Erwachsene, für Kinder bis zur Mittelschule nichts. Das Haus empfiehlt, die Karte vorab im Netz zu kaufen, weil der Verkauf vor Ort an starken Tagen dauert; Führungen durch Freiwillige gibt es kostenlos. Zwei Nächte dort erlauben zusätzlich den Sprung nach Miyajima. Wer nur eine Woche hat, streicht Hiroshima und nicht Kyoto.

Welcher Bahnpass sich rechnet

Der landesweite Japan Rail Pass ist das bekannteste Ticket und nicht in jedem Fall das richtige. Er lohnt sich, wenn du in kurzer Zeit die ganze Achse von Tokio bis Kyushu abfährst. Bleibst du zwischen Tokio, Kyoto und Hiroshima, ist die regionale Lösung in der Regel die passendere.

Das Gegenstück kommt von JR West: Der JR-WEST All Area Pass gilt sieben aufeinanderfolgende Tage und kostet 26.000 Yen für Erwachsene, 13.000 für Kinder von sechs bis elf. Er deckt den Sanyo-Shinkansen von Shin-Osaka bis Hakata ab, dazu Schnellzüge wie Haruka und Thunderbird und die Fähre nach Miyajima. Was er nicht deckt, ist genau die Strecke, die dich nach Tokio bringt: Der Tokaido-Shinkansen bleibt außen vor. Für die Woche in Kansai und im Westen reicht er trotzdem; die Fahrt Tokio–Kyoto kaufst du dann einzeln.

Alle diese Pässe setzen voraus, dass du mit ausländischem Pass als Kurzzeitbesucher einreist; japanische Staatsangehörige bekommen sie auch mit Wohnsitz im Ausland nicht. Gekauft wird vorab im Ausland und nach der Ankunft mit dem Pass umgetauscht, oder direkt online beim Betreiber.

Die IC-Karte für alles dazwischen

Für U-Bahnen, Busse und Nahverkehr brauchst du keine Einzeltickets, sondern eine aufladbare IC-Karte, die du an der Schranke auflegst. Sie funktioniert in weiten Teilen des Landes, aber nicht in allen Netzen; der Betreiber von PASMO schreibt das ausdrücklich dazu.

Für Reisende gibt es die TOURIST PASMO, eine Karte speziell für Gäste aus dem Ausland. Sie gilt 28 Tage ab Kauf, und das aufgeladene Guthaben wird nicht erstattet. Lade also lieber zweimal 3.000 Yen nach als einmal 10.000. Der Hintergrund dieser Sonderkarte: Der Verkauf unregistrierter PASMO-Karten ist seit Juni 2023 ausgesetzt, die Touristenkarte ist der offizielle Ersatz.

Dieselbe Karte zahlt im Übrigen auch am Automaten und im Konbini. Das ist praktisch, weil Bargeld in Japan mehr zählt als anderswo: Nach Angaben des Auswärtigen Amts nehmen die meisten japanischen Bankautomaten keine ausländischen Karten, wohl aber die in den Filialen von Seven Eleven und Family Mart und die der Post.

Der Koffer ist ein eigenes Thema

Auf dem Tokaido-, Sanyo-, Kyushu- und Nishi-Kyushu-Shinkansen gilt eine Gepäckregel, die viele erst am Bahnsteig erfahren. Wer ein Stück mit mehr als 160 Zentimetern Gesamtmaß aus Länge, Breite und Höhe mitnimmt, muss vorher einen Sitzplatz mit Gepäckbereich reservieren. Das kostet nichts extra, die Reservierung läuft über dieselbe Buchung wie der Sitzplatz. Ohne sie verlangt JR West 1.000 Yen, und das Gepäck wandert dorthin, wo das Zugpersonal es hinstellt. Über 250 Zentimeter ist Schluss, dann darf der Koffer gar nicht mit. Kinderwagen, Sportgeräte und Instrumente fallen nicht unter die Regel.

Das ist einer der Gründe, in Japan kleiner zu packen als sonst. Der zweite ist, dass Zimmer in japanischen Stadthotels knapp bemessen sind und ein großer Koffer darin buchstäblich im Weg steht. Wer trotzdem mit viel Gepäck reist, schickt es voraus. Yamato nennt den Dienst Ta-Q-Bin und holt den Koffer ab, um ihn an der nächsten Adresse oder am Flughafen wieder abzuliefern, im gewünschten Zeitfenster.

Einreise, Steuern und die Natur

Für Kurzaufenthalte bis 90 Tage brauchen Deutsche kein Visum. Beim Grenzübertritt werden ab 16 Jahren Gesichtsbild und Fingerabdrücke erfasst, und wer sich vorübergehend im Land aufhält, muss den Pass jederzeit mitführen. Der Personalausweis genügt für die Einreise nicht.

Mietwagen sind selten nötig und für Deutsche zusätzlich umständlich: Der internationale Führerschein wird in Japan nicht anerkannt, verlangt wird eine japanische Übersetzung der Fahrerlaubnis. Bei einer Reise entlang der Shinkansen-Achse fällt das nicht ins Gewicht.

Eine Position, die auf der Rechnung auftaucht, ist die Übernachtungssteuer. Kyoto hat sie zum 1. März 2026 neu gestaffelt. Sie wird je Person und Nacht erhoben und richtet sich nach dem Zimmerpreis: unter 6.000 Yen sind es 200 Yen, von 6.000 bis 19.999 Yen 400 Yen, und darüber steigt sie in Stufen an. Für die meisten Reisenden sind das also 400 Yen pro Kopf und Nacht, die an der Rezeption dazukommen.

Und dann ist da die Geologie. Rund 1.500 Erdbeben im Jahr zählt das Auswärtige Amt für Japan, dazu Taifune, die im Spätsommer vor allem den Süden und Westen treffen und Überschwemmungen und Erdrutsche bringen. Beides ist kein Grund, nicht zu fahren, aber ein Grund, den Rückflug nicht auf den Tag nach der letzten Zugfahrt zu legen.

Wer lieber selbst am Steuer sitzt und mit Entfernungen statt mit Fahrplänen plant, findet das Gegenstück in der Namibia-Rundreise. Dass sich ein Land auch ganz ohne Auto erschließen lässt, zeigt außerdem Malta.

Preise, Regeln und Einreisebestimmungen: Stand 20. September 2026, nach JR West, PASMO, Yamato Transport, der Stadt Kyoto, dem Friedensmuseum Hiroshima, Todai-ji und dem Auswärtigen Amt.

Häufige Fragen

Reicht eine Japan-Rundreise von zwei Wochen für Tokio, Kyoto und Hiroshima?

Ja, mit Luft. Rechne grob fünf Nächte Tokio, fünf Kyoto, zwei Hiroshima und die Randtage für An- und Abreise. Damit bleiben in jeder Stadt zwei freie Tage für Tagesfahrten, und du packst den Koffer zweimal statt achtmal.

In welcher Reihenfolge fährt man am besten?

Von Tokio nach Westen, weil die Anreise fast immer über Tokio läuft und der Jetlag in den ersten Tagen besser in einer Stadt aufgehoben ist als in einem Tempelbezirk. Für den Rückflug ab Tokio nimmst du die letzte Nacht wieder dort, statt am Abreisetag noch vier Stunden im Zug zu sitzen.

Braucht man in Japan Bargeld?

Mehr als in Europa. Kleine Restaurants, Tempeleintritte und Busse nehmen oft keine Karten, und laut Auswärtigem Amt akzeptieren die meisten japanischen Bankautomaten keine ausländischen Karten. Verlässlich sind die Automaten in den Convenience Stores und bei der Post; die IC-Karte deckt den Rest des Alltags ab.

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