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Städte

Amsterdam: Sehenswürdigkeiten, was du buchen musst und was nicht

Amsterdams Sehenswürdigkeiten nach Aufwand sortiert: Anne Frank Haus und Van Gogh nur mit Zeitfenster, Palast und Grachten spontan, Fähre und Begijnhof umsonst.

Redaktion freizeit-245 Min. Lesezeit
Beleuchtete Bogenbrücken an der Kreuzung von Reguliersgracht und Keizersgracht in Amsterdam in der Abenddämmerung
Foto: Massimo Catarinella, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Bei den Sehenswürdigkeiten in Amsterdam entscheidet weniger die Frage, was sich lohnt, als die Frage, wann du dich darum kümmerst. Die drei bekanntesten Museen lassen nur mit gebuchter Startzeit ein, eines davon verkauft seine Karten nur sechs Wochen im Voraus. Alles andere, von den Grachten bis zum Palast am Dam, geht spontan oder kostet gar nichts. Sortier deine Liste deshalb nach Aufwand.

Was du Wochen vorher buchst

Anne Frank Haus. Im Hinterhaus an der Prinsengracht versteckte sich die Familie Frank vor den Nationalsozialisten, hier schrieb Anne ihr Tagebuch. Das Haus lässt nur mit Online-Ticket und Zeitfenster ein, auch Kinder bis neun Jahre und Inhaber von Ermäßigungskarten. Verkauft wird ausschließlich über die Website des Museums, und zwar jeden Dienstag um 10 Uhr für den Tag sechs Wochen später. Erwachsene zahlen 16,50 Euro, Jugendliche von 10 bis 17 Jahren 7 Euro, jeweils inklusive Buchungsgebühr. Die I amsterdam City Card bringt hier keine Ermäßigung, und im Haus zahlst du nur mit Karte. Geöffnet ist täglich von 9 bis 22 Uhr, an einzelnen Feiertagen kürzer oder gar nicht.

Planst du die Reise kurzfristig, streich das Anne Frank Haus lieber gleich und geh stattdessen durch die Straßen des Viertels. Den Moment, in dem die Karten freigeschaltet werden, solltest du dir sonst in den Kalender schreiben.

Van Gogh Museum. Tickets gibt es nur online mit Startzeit, eine Tageskasse für Spontanbesucher nicht. Erwachsene zahlen 25 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei, aber auch dafür brauchst du ein gebuchtes Zeitfenster.

Rijksmuseum. Hier hängen Rembrandts Nachtwache und Vermeers Milchmädchen. Auch das Rijksmuseum verlangt eine Startzeit, für alle Besucher, sogar mit Museumskarte. Anders als beim Van Gogh Museum verkauft es aber an der Tür, solange der Vorrat reicht. Erwachsene zahlen 25 Euro, bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Geöffnet ist täglich von 9 bis 17 Uhr.

Hast du Zeit für nur ein Museum, nimm das Rijksmuseum. Es ist das einzige der drei, das auch an der Tür noch Karten verkauft, und es zeigt mit Rembrandt, Vermeer und Frans Hals das Goldene Zeitalter, dem Amsterdam seine Grachten verdankt. Van Gogh lohnt sich als zweites, wenn du ihn wirklich sehen willst, denn beide Häuser stehen direkt nebeneinander am Museumplein.

Was spontan geht

Der Königliche Palast am Dam ist der offizielle Empfangspalast von König Willem-Alexander, und zwischen Staatsbesuchen steht er Besuchern offen, 2026 an mehr als 230 Tagen. Die laufende Öffnungsphase dauert bis zum 11. November, Einlass ist ab 10 Uhr; die einzelnen Tage nennt der Palast nur unter Vorbehalt. Der Eintritt kostet 13,50 Euro inklusive Audiotour, bis 17 Jahre ist er frei. Drinnen gehst du durch Säle mit Gemälden von Govert Flinck und Ferdinand Bol, in denen der König heute noch Gäste empfängt.

Bei einer Grachtenfahrt lohnt die Dämmerung mehr als der helle Mittag. Dann sind die Brücken beleuchtet wie auf dem Foto oben, und aus den Fenstern der Kaufmannshäuser fällt Licht aufs Wasser.

Über dem IJ, gegenüber dem Hauptbahnhof, steht der A’DAM Toren mit seiner Aussichtsplattform in 100 Metern Höhe. Für Mutige hängt dort oben eine Schaukel über der Kante. Hinüber kommst du umsonst: Die Fähren hinter dem Hauptbahnhof nach Amsterdam-Noord kosten für Fußgänger und Radfahrer nichts, nach Buiksloterweg fahren sie so oft, dass du selten länger als ein paar Minuten wartest.

Was nichts kostet

Der Grachtengürtel selbst ist die größte Sehenswürdigkeit der Stadt, und er hat keinen Eingang. Die Stadtführer von I amsterdam raten dazu, einfach loszugehen, in Seitenstraßen abzubiegen und sich ein bisschen zu verlaufen. Im westlichen Grachtengürtel liegen die Negen Straatjes, neun kurze Querstraßen mit kleinen Läden, dahinter der Jordaan mit seinen Märkten.

Ganz still wird es im Begijnhof, einem Innenhof mitten in der Altstadt. Er wurde im 14. Jahrhundert gegründet, achtzehn seiner Häuser haben unter den späteren Fassaden noch ein gotisches Holzskelett, und an einem ist die hölzerne Fassade bis heute zu sehen. Dazu kommen die Begijnhofkapel und die Englische Kirche. Die Häuser sind bewohnt, also sprich leise.

Die Wallen, das Rotlichtviertel rund um die Oude Kerk, darfst du jederzeit durchqueren, aber ohne Kamera: Fotos und Videos der Frauen in den Fenstern sind unerwünscht, offizielle Führungen durch das Viertel sind verboten. Seit 2023 ist dort, am Nieuwmarkt und am Dam auch das Kiffen auf der Straße untersagt, Kontrolleure können dafür 100 Euro Bußgeld verlangen. Für Lärm, Müll und Wildpinkeln sind es 150 Euro.

Kommst du mit dem Auto über die A3 oder die A12, liegt eine Pause am Niederrhein nahe; Ideen dafür stehen bei den Ausflugszielen in NRW. Backstein und Wasser gibt es auch näher, bei den Sehenswürdigkeiten in Hamburg.

Preise und Öffnungszeiten: Stand 18. September 2026, Angaben der Museen, des Königlichen Palasts und von I amsterdam.

Häufige Fragen

Was kosten Tram und Bus in Amsterdam?

Am einfachsten checkst du mit deiner kontaktlosen Bank- oder Kreditkarte oder dem Handy ein und aus, das System heißt OVpay. In den Trams, Bussen und Metros der GVB zahlst du damit höchstens 10,50 Euro am Tag, egal wie oft du fährst. Die Fähren nach Noord sind ohnehin kostenlos.

Was tun, wenn das Anne Frank Haus ausverkauft ist?

Dann bleibt nur der nächste Dienstag, denn Tickets lassen sich weder tauschen noch zurückgeben, und eine Tageskasse gibt es nicht. Das Museum bietet aber einen Online- und 3D-Rundgang durch das Hinterhaus an. Vor Ort bleibt dir der Weg an der Prinsengracht und der Blick auf die Westerkerk nebenan.

Lohnt sich die I amsterdam City Card?

Die Karte öffnet mehr als 70 Museen und Attraktionen und enthält eine einstündige Grachtenfahrt, in der Variante Total Experience auch den Nahverkehr. Für das Anne Frank Haus bringt sie nichts, dort gibt es keine Ermäßigung, und bei den großen Museen brauchst du ohnehin ein gebuchtes Zeitfenster. Sie rechnet sich, wenn du viele kleinere Häuser, Fahrten und die Grachtenrundfahrt kombinierst.

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