Zum Inhalt springen
Rundreisen & Inseln

Bali-Rundreise: vom Süden über Ubud in den Osten und Norden

Bali-Rundreise planen: Route vom Süden über Ubud zu Besakih, Lempuyang und Lovina, dazu Visa on Arrival, Touristenabgabe und warum du nicht Roller fährst.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Grüne Reisterrassen in Stufen an einem Hang, dazwischen Kokospalmen und kleine Hütten am Rand
Foto: Niklas Weiss / Unsplash

Auf einer Bali-Rundreise wechselt die Insel mehrmals ihr Gesicht: Klippentempel über dem Ozean im Süden, Reisterrassen und Quellheiligtümer um Ubud, Tempel am Hang des Mount Agung im Osten, schwarzer Sand und ruhiges Meer im Norden.

Vor der Route stehen drei Fragen: Einreise, Jahreszeit und wer am Steuer sitzt.

Einreise: Visum, Ankunftskarte und Abgabe

Für die Einreise brauchst du einen Reisepass, der bei Ein- und Ausreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Ein Personalausweis reicht nicht. Bei Kinderreisepässen gilt eine Einschränkung, die Familien kennen sollten: Ein verlängerter oder mit neuem Foto versehener Kinderreisepass wird nicht akzeptiert, nach Angabe des Auswärtigen Amts wurde Kindern deshalb schon die Einreise verweigert.

Das Visa on Arrival bekommst du gegen 500.000 Rupiah, wenn du ein Rück- oder Weiterflugticket vorweisen kannst. Es gilt bis zu 30 Tage und lässt sich einmal um weitere 30 Tage verlängern. Bequemer ist die elektronische Variante, das e-VoA, das du vor der Einreise bei der indonesischen Einwanderungsbehörde online beantragst und bezahlst. Für die Verlängerung musst du persönlich bei der örtlichen Einwanderungsbehörde erscheinen, weil dort biometrische Daten erfasst werden. Stell den Antrag selbst, denn das Amt kennt Meldungen über betrügerische Visaagenturen. Jeder Tag über der Frist kostet eine Million Rupiah in bar.

Seit Oktober 2025 brauchst du bei der Ankunft an einem internationalen Flughafen außerdem eine digitale Einreisekarte. Du füllst sie innerhalb von 72 Stunden vor der Einreise auf der Plattform „All Indonesia“ aus, sie enthält zugleich die Zollerklärung.

Dazu kommt die Touristenabgabe der Provinz Bali von 150.000 Rupiah pro Person. Bezahlst du sie vorab über das Portal „Love Bali“, bekommst du einen QR-Code als Nachweis und sparst dir eine Warteschlange am Flughafen.

Wann die Route funktioniert

In weiten Teilen Indonesiens dauert die Monsunregenzeit ungefähr von November bis März. Starkregen führt dann oft zu Überschwemmungen und Erdrutschen, Straßen, Strom und Internet fallen zeitweise aus. Für eine Rundreise mit häufigen Ortswechseln wiegt das schwerer als für einen Badeurlaub, denn du bist immer wieder auf die Straße angewiesen. Plane die Reise deshalb in die Monate außerhalb dieser Spanne, oder halte in der Regenzeit zwischen den Etappen einen Puffertag frei.

Ein Termin aus dem Festkalender verändert den Besuch im Osten. Zur großen Zeremonie Ida Bhatara Turun Kabeh im balinesischen Monat Kedasa, etwa im März oder April, kommen Tausende Gläubige nach Besakih.

Unterwegs: Auto mit Fahrer statt Roller

Auf Bali herrscht Linksverkehr, und das Auswärtige Amt findet deutliche Worte: Vor allem auf Bali und Lombok kommt es häufig zu Unfällen mit Krafträdern. Das Amt rät, auf die Anmietung von Motorrädern, Motorrollern und Quads ebenso zu verzichten wie auf nächtliche Überlandfahrten. Pkw sollst du nur bei renommierten Firmen und mit Fahrer mieten und auf ausreichenden Versicherungsschutz achten. Willst du trotzdem selbst fahren, brauchst du den internationalen Führerschein zusammen mit dem deutschen.

Der Süden: Ankommen und Uluwatu

Der Flughafen I Gusti Ngurah Rai liegt im Süden, hier beginnt und endet die Runde. Nimm dir nach dem langen Flug zwei Tage, bevor du ins Landesinnere fährst.

Pura Uluwatu steht auf einer 70 Meter hohen Klippe über dem Indischen Ozean. Sarong und Schärpe bekommst du in der Regel am Eingang. Gegen 17 Uhr beginnt unter freiem Himmel der Kecak-Tanz, der das Ramayana erzählt. Das rhythmische „cak-cak-cak“ hallt zwischen Klippen und Meer, hinter der Bühne geht die Sonne unter. Halte Brille und Hut fest, die Affen am Tempel greifen danach.

Ubud und das Hochland

Ubud ist der Ort für die längste Pause der Reise. Von hier aus erreichst du die Tempel im Hochland als Tagesausflug und kehrst abends zurück.

In Ubud selbst liegt der Monkey Forest, ein heiliger Wald mit Tempeln und rund tausend Langschwanzmakaken. Er ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 17 Uhr. Erwachsene zahlen 130.000 Rupiah, Kinder 100.000. Essen, Getränke und Plastiktüten bleiben draußen, im Eingangsbereich gibt es Schließfächer.

Die Affen leben dort halbwild und sind keine Haustiere. Besucher sollen sie weder anfassen noch füttern, und alles Kleine und Glänzende wie Schmuck oder Spielzeug steckst du besser weg, weil es die Tiere anzieht. Für das Dorf ist der Wald ein spirituelles Zentrum, deshalb erwartet der Betreiber auch hier dezente Kleidung.

Zwei Tempel im Bezirk Gianyar lassen sich an einem Tag verbinden. Dem Wasser der heiligen Quelle im Tempel Tirta Empul schreiben die Einheimischen reinigende und heilende Kraft zu, auch Besucher können darin baden. Gunung Kawi im Tal des Pakerisan ist eine Anlage aus dem 11. Jahrhundert, deren Schreine direkt in die Felswand gehauen sind und als Grabstätten von König Anak Wungsu und seiner Familie gelten. Hinunter führen 300 bis 400 Stufen. Geöffnet ist täglich von 8 bis 18 Uhr, ausländische Besucher zahlen 50.000 Rupiah, Sarong und Schal sind Pflicht.

Der Osten: Besakih, Lempuyang und Tirta Gangga

Der Osten gehört dem Mount Agung. An seinem Südwesthang liegt Pura Besakih, auf über 900 Metern Höhe. Das indonesische Tourismusministerium nennt ihn den heiligsten Tempel der Insel. Von Ubud sind es rund zwei Stunden Fahrt. Alle Besucher tragen Sarong und Schärpe, beides kannst du am Eingang leihen. Komm am Morgen, dann ist es kühler und ruhiger.

Besakih ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein Geflecht aus Schreinen, Höfen und Treppen, in dem jeder Regierungsbezirk seinen eigenen Tempel hat. Zwischen den Mauern begegnest du Gläubigen mit Opfergaben und Räucherwerk, für die der Besuch eine Pilgerfahrt ist.

Ebenfalls im Osten steht am Hang des Lempuyang das sogenannte Himmelstor: zwei weiße Torhälften, in deren Spalt bei klarem Himmel der Agung erscheint. Am Parkplatz bringt dich ein Shuttle für 50.000 Rupiah zum Eingang. Der Eintritt kostet für ausländische Besucher 100.000 Rupiah, Sarong und Schärpe sind darin enthalten. Geöffnet ist von 7 bis 17 Uhr. Am Fotopunkt ist die Schlange oft lang, früh am Morgen oder am späten Nachmittag ist es leichter.

Ebenfalls im Bezirk Karangasem liegt Tirta Gangga, ein Wassergarten, den der König von Karangasem 1948 anlegen ließ, mit Becken und Statuen aus Mahabharata und Ramayana.

Der Norden und die Nusa-Inseln: zwei Erweiterungen

Hast du zwei Wochen, nimm den Norden mit. Lovina liegt an einem ruhigen Meer mit dunklem Sand, morgens lassen sich etwa einen Kilometer vor dem Strand Delfine beobachten. In der Umgebung liegt der Wasserfall Gitgit, zu dem ein Pfad von etwa 300 Metern durch Kaffee- und Nelkenpflanzungen führt.

Die Nusa-Inseln im Bezirk Klungkung sind das andere Extra. Nusa Lembongan gilt als ruhig und frei von Staus, auf Nusa Penida liegt der Kelingking-Strand unter steilen Klippen, für dessen Fotopunkt Besucher bis zu eine Stunde anstehen. Bei der Überfahrt gilt der Hinweis des Auswärtigen Amts, dass die Sicherheitsstandards im Fährverkehr nicht dem europäischen Niveau entsprechen. Bei der Wahl des Boots zahlt sich Vorsicht aus, ein billiges Ticket ist hier kein Argument.

Unsere Empfehlung: Mit zehn Tagen bleibst du bei Süden, Ubud und Osten und gibst Ubud die meisten Nächte. Erst mit zwei Wochen lohnt der Norden. Die Nusa-Inseln passen zu dir, wenn du am Ende noch Strand willst, nicht als Pflichtprogramm. Wie sich eine Rundreise durch Südostasien mit Tempeln und Küste aufteilen lässt, zeigen wir auch bei der Thailand-Rundreise und der Vietnam-Rundreise.

Einreise, Abgaben und Eintrittspreise: Stand 29. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Muss ich in jedem Tempel einen Sarong tragen?

In den großen Tempeln wie Besakih, Lempuyang, Gunung Kawi und Uluwatu sind Sarong und Schärpe vorgeschrieben. Du musst sie nicht mitbringen, an den Eingängen werden sie verliehen, in Lempuyang sind sie im Eintritt enthalten. In Lempuyang gehören ausdrücklich auch bedeckte Schultern und Knie dazu.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Nusa Penida?

Wenn dich die Klippen am Kelingking-Strand reizen, ja, aber rechne mit Wartezeit am Aussichtspunkt und einer Bootsfahrt in beide Richtungen. Ruhiger ist es auf Nusa Lembongan. Bei der Überfahrt mahnt das Auswärtige Amt zu besonderer Vorsicht bei der Wahl des Boots.

Quellen: Auswärtiges Amt: Indonesien, Reise- und Sicherheitshinweise · Indonesia Travel: Pura Besakih · Indonesia Travel: Pura Lempuyang · Indonesia Travel: Gunung Kawi · Monkey Forest Ubud: Öffnungszeiten und Eintritt · Tourismusamt der Provinz Bali: Klungkung und Nusa Penida

Weitere Ziele