Vietnam-Rundreise: die Route nach Monat und Klima planen
Vietnam-Rundreise von Hanoi bis ins Mekong-Delta: welcher Monat zu welcher Region passt, was die Ha-Long-Bucht kostet und was bei der Einreise ohne Visum gilt.

Das Land ist lang und schmal, und genau das macht die Planung knifflig. Wer im Oktober in der Hauptstadt klaren Himmel hat, erwischt in Hoi An womöglich die schwersten Regenwochen des Jahres. Eine Vietnam-Rundreise beginnt deshalb mit dem Kalender, nicht mit der Liste der Orte.
Erst der Monat, dann die Richtung
Das Auswärtige Amt nennt die Regenzeiten klar getrennt: Im Norden und im Süden regnet es vor allem von Juni bis September, in Mittelvietnam von Oktober bis Dezember. Dazu kommen zwischen Juni und November Taifune, die Mittelvietnam und das Mekong-Delta treffen können, mit Überschwemmungen und Erdrutschen.
Die Tourismusbehörde nennt März bis Mai die beste Zeit für das ganze Land. Für die einzelnen Stationen heißt das:
- Hanoi und Ha-Long-Bucht: April bis Juni und September bis November. Von Dezember bis März ist es neblig und kühl, in Hanoi sinken die Tiefstwerte auf etwa 10 Grad.
- Hue und Hoi An: Februar bis April. Ab dem Spätsommer bis in den Januar regnet es viel, Hochwasser gibt es meist ab Oktober.
- Saigon und Mekong-Delta: Dezember bis April ist trocken. Von Mai bis November kommt fast täglich ein Nachmittagsschauer, der ein paar Stunden dauert. Warm ist es das ganze Jahr, um die 30 Grad.
Im Herbst fängst du also im Norden an und lässt die Mitte kurz. Im Frühjahr passt die ganze Strecke. Im Hochsommer ist die Mitte heiß und meist trocken, mit Strandwetter um 35 Grad, allerdings beginnt ab Juni die Taifunzeit. Die Klimaübersicht der Tourismusbehörde schlüsselt das Stadt für Stadt auf.
Hanoi: laut, eng, früh wach
Hanoi macht es einem am ersten Tag nicht leicht. Die Mopeds schieben sich durch die Altstadt, auf den Gehwegen wird gekocht, geparkt und gehandelt, und über allem liegt Hupen. Im Winter kommt dicke Luft dazu: Das Auswärtige Amt warnt vor hoher Feinstaubbelastung in den kalten Monaten.
Der Literaturtempel Văn Miếu ist der ruhige Gegenpol. Er öffnet täglich von 8 bis 17 Uhr, der Eintritt kostet 70.000 Dong, Kinder unter 16 Jahren sind frei. Mittwochs, samstags und sonntags gibt es von 18.30 bis 22 Uhr eine Nachtführung mit eigenen Preisen. Am Hoan-Kiem-See dagegen solltest du mit Betrugsmaschen rechnen: Straßenverkäufer verlangen Geld fürs Fotografieren, Schuhputzer beschmieren Schuhe und fordern eine „Rückgabegebühr“.
Ha-Long-Bucht: die Route entscheidet den Preis
Die Verwaltung der Bucht unterscheidet acht Routen. Die Klassiker VHL1 mit der Thiên-Cung-Höhle und VHL2 mit der Sửng-Sốt-Höhle und der Insel Ti Tốp kosten je 250.000 Dong Eintritt pro Person, die Routen 3 und 4 je 200.000 Dong. Wer auf dem Boot übernachtet, zahlt für Route 2 mit einer Nacht 550.000 Dong. Kinder unter 1,20 Meter oder unter sieben Jahren sind frei, von sieben bis unter 16 Jahren gibt es 20 Prozent Nachlass. Alle Tarife stehen auf der Seite der Buchtverwaltung.
Die Boote legen zwischen April und Oktober ab 5 Uhr ab und müssen spätestens um 20 Uhr zurück sein, im Winter gilt 5.30 bis 19 Uhr. Die Höhlen schließen um 17 oder 17.30 Uhr. Im Sommer können Tropenstürme Fahrten ausfallen lassen.
Bei der Wahl des Schiffs geht es nicht nur um Komfort. Das Auswärtige Amt verweist auf wiederholte Schiffsunglücke in der Bucht, teils mit Toten, und auf Boote ohne genug Rettungswesten. Schau dir Rettungsmittel und Fluchtwege an, bevor du an Bord gehst.
Hue und Hoi An: die Mitte mit dem kürzesten Fenster
Hue war die Hauptstadt der Nguyễn-Dynastie, die 143 Jahre regierte. Von ihr sind die Zitadelle mit Palästen und Pavillons geblieben und die Grabanlagen der Kaiser Tự Đức, Minh Mạng und Khải Định. Am Parfümfluss steht die Thiên-Mụ-Pagode mit ihrem siebenstöckigen Turm. Der Flughafen Phu Bai liegt 30 Minuten vor der Stadt, der von Da Nang zwei Stunden.
Hoi An ist das Gegenteil von Hanoi: klein, flach und am Abend voller Laternen. Chinesische, japanische und später europäische Händler haben sich hier vom 15. bis zum 19. Jahrhundert niedergelassen, zu sehen an der Japanischen Brücke, dem Tan-Ky-Haus und der Versammlungshalle Phuc Kien. Voll wird es in den engen Gassen der Altstadt trotzdem, und im Herbst steht das Wasser des Thu-Bồn-Flusses manchmal in den Straßen. Zum Strand An Bang sind es zehn Minuten, zu den Cham-Tempeln von Mỹ Sơn aus dem 7. bis 13. Jahrhundert 40 Kilometer.
Zwischen Hue und Da Nang fahren eigene Regionalzüge der Staatsbahn, auf der Hauptstrecke zwischen Hanoi und Saigon verkehren täglich sieben Zugpaare der Thống-Nhất-Linie. Rund um das Neujahrsfest Tết ist die Bahn ausgebucht: Für 2027 gilt der Zeitraum vom 23. Januar bis zum 25. Februar als Spitze, der Verkauf lief schon im September an. Fahrkarten kaufst du nur an offiziellen Stellen oder bei der Vietnamesischen Staatsbahn, weil Vermittler gefälschte Tickets verkaufen. Am Bahnhof Hanoi werden Reisende, die mit dem Nachtzug aus Hue ankommen, häufiger bestohlen.
Saigon und das Mekong-Delta
Im Süden ist die Temperatur kein Thema mehr, nur noch der Regen. Der Unabhängigkeitspalast in Ho-Chi-Minh-Stadt ist täglich von 7 bis 18 Uhr offen, auch an Feiertagen. Erwachsene zahlen 80.000 Dong, Kinder von sechs bis unter 16 Jahren 20.000 Dong.
Ins Mekong-Delta geht es meist als Tagesausflug. Die Touren führen zum schwimmenden Markt von Cái Bè oder nach Bến Tre, fast immer mit einer Fahrt im Sampan durch die Palmenkanäle. Wer mehr Zeit hat, übernachtet bei Familien auf dem Land. Dort wird oft selbst gebrannter Schnaps angeboten, und das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Methanolvergiftungen.
Was du vorher regeln solltest
Der Reisepass muss ab dem Einreisetag sechs Monate gültig sein, der Personalausweis reicht nicht. Prüfe am Schalter, ob dein Einreisestempel ein Gültigkeitsdatum trägt, sonst droht bei der Ausreise ein Bußgeld. Die Strafen für Überziehen wurden im Dezember 2025 angehoben. Wer länger als 45 Tage bleibt, braucht ein E-Visum für bis zu 90 Tage, mit dem die Einreise über 13 Flughäfen und ausgewählte Grenzübergänge möglich ist. Alle Details stehen in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts.
E-Zigaretten samt Zubehör sind verboten, schon die Einfuhr. Einen Roller solltest du nicht mieten: Mit dem Führerschein Klasse B darfst du nichts über 50 Kubikzentimeter fahren, die Erweiterung B196 gilt nicht, und es gilt 0,0 Promille. Außerhalb der Städte ist Bargeld oft das einzige Zahlungsmittel.
Wie eine Rundreise mit knappem Visumsrahmen in Südostasien aussieht, zeigt die Thailand-Rundreise. Eine Bahnreise, bei der die Züge den Takt vorgeben, beschreibt die Japan-Rundreise.
Einreiseregeln, Eintritte, Fahrzeiten der Boote und Bahnangebot: Stand 28. September 2026.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für eine Vietnam-Rundreise von Nord nach Süd?
März bis Mai. Dann ist es im Norden warm und klar, die Mitte ist trocken, und im Süden endet gerade die Trockenzeit. Im Herbst passt der Norden gut, Hue und Hoi An liegen dann aber in der Regenzeit.
Brauche ich für zwei oder drei Wochen ein Visum?
Nein. Bis 45 Tage reist du mit deutschem Reisepass visumfrei ein. Zeige bei der Einreise einen Ausdruck deines Rück- oder Weiterflugs, aus dem die Ausreise innerhalb der Frist hervorgeht.
Was kostet die Ha-Long-Bucht?
Der Eintritt für eine Tagesroute liegt bei 200.000 oder 250.000 Dong pro Person, eine Übernachtung auf Route 2 kostet 550.000 Dong. Das Boot selbst bezahlst du extra beim Anbieter.
Quellen: Auswärtiges Amt: Vietnam · Vietnamesische Tourismusbehörde · Verwaltung der Halong-Bucht · Vietnamesische Staatsbahn · Literaturtempel Hanoi · Palast der Wiedervereinigung
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