Marokko-Rundreise zwischen Mittelmeer, Atlas und Erg Chebbi
Marokko-Rundreise nach Landschaften geplant: Norden, Atlantik, Königsstädte, Atlas und Wüste, mit Einreise, Majorelle-Tickets und den Hinweisen des Amts.

Das Auswärtige Amt beschreibt Marokkos Klima in einem Satz: mediterran an der Nordküste, atlantisch beeinflusst im Westen, Wüste im Landesinneren. Dazwischen liegt der Hohe Atlas. Dieser Satz taugt besser als Reiseplan als jede Liste von Städten, denn jeder Gürtel hat seine eigenen Regeln. Im Norden geht es um das Rif, am Atlantik um den Wind, in den Königsstädten um die Medinas, im Gebirge um die Jahreszeit und im Süden um die Frage, mit wem du in die Dünen fährst.
Was vor der Buchung feststehen muss
Deutsche Staatsangehörige brauchen für touristische Reisen bis zu 90 Tagen kein Visum. Den Reisepass aber schon: Nach den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts ist die Einreise mit Personalausweis nicht möglich, auch nicht in einer Reisegruppe oder mit Charterflug. Wer es versucht, muss den nächsten Rückflug nehmen. Der Pass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein und ein beschädigter Pass oder eine unvollständige maschinenlesbare Zeile reicht für eine Zurückweisung.
Zwei Gebiete gehören nicht auf die Route. Von Reisen in die Westsahara und in die unmittelbare Grenzregion zu Algerien rät das Amt dringend ab. Die Landgrenze nach Algerien ist seit 1994 geschlossen, in der Westsahara drohen abseits befestigter Straßen Minen und Blindgänger.
Das Amt nennt außerdem Regeln, die im Alltag einer Rundreise auftauchen. Außereheliche Beziehungen sind strafbar und Hotels bitten Paare manchmal beim Einchecken um eine Heiratsurkunde. Alkohol trinkst du nur in zugelassenen Restaurants und Bars, auf der Straße kann das zur Festnahme führen.
Der Norden: Rif und Mittelmeerküste
Chefchaouen liegt an einem Berghang im Rif. Das marokkanische Fremdenverkehrsamt beschreibt die Stadt über ihre blau gestrichenen Häuser, die Medina und die Kasbah in der Mitte der Altstadt. Rund um die Stadt führen Wanderwege in die Berge.
Hier setzt das Auswärtige Amt einen eigenen Hinweis: Im Rif wird Cannabis angebaut, in Einzelfällen belästigen Rauschgifthändler Reisende. Bereise das Gebirge deshalb nicht allein. Schon der Besitz kleinster Mengen ist strafbar, das Gesetz sieht bis zu zehn Jahre Haft vor.
Die Atlantikseite: Rabat und Essaouira
In Rabat ist nach Angabe des Fremdenverkehrsamts die ganze Stadt als Welterbe eingetragen, mit der Kasbah der Oudayas, der Nekropole Chellah, dem Hassan-Turm und dem Mausoleum Mohammeds V. Insgesamt zählt das Amt neun Welterbestätten im Land.
Weiter südlich liegt Essaouira, das frühere Mogador. Über die Stadtmauer führt ein Wehrgang, von dem du auf die Purpur-Inseln blickst, ein Naturschutzgebiet. Auf der anderen Seite nutzen Surfer, Windsurfer und Kitesurfer den Wind, für den die Stadt bekannt ist.
Königsstädte im Landesinneren
Das Fremdenverkehrsamt schlägt für die vier Königsstädte eine Woche vor: Marrakesch, Rabat, Fès und Meknès. Bei Fès und Meknès liegen die römischen Ruinen von Volubilis, dazu kommt Ifrane, das das Amt die „kleine Schweiz“ nennt.
In Fès führt der einfachste Weg in die Medina nach Angabe der Tourismusbehörde durch das Tor Bab Boujloud, dahinter liegt das Viertel Fès el-Bali. Meknès ist die Stadt des Sultans Moulay Ismail, ihr Wahrzeichen das Tor Bab el-Mansour.
In allen Medinas gilt der Hinweis des Auswärtigen Amts zur Kriminalität. Rund um Sehenswürdigkeiten und in historischen Altstädten ist die Gefahr von Raub und Diebstahl erhöht. Mopedfahrer haben Reisenden offen getragene Taschen und Handys entrissen und dabei Verletzungen in Kauf genommen. Das Amt rät, nur das Bargeld für den Tag und vom Pass nur eine Farbkopie mitzunehmen.
Marrakesch: ein Garten mit Online-Pflicht
In Marrakesch stehen der Platz Jemaa el-Fna und die Souks im Mittelpunkt, dazu die Koutoubia-Moschee, die Saadier-Gräber und der Menara-Garten. Wer einen festen Termin braucht, braucht ihn für den Jardin Majorelle. Karten gibt es ausschließlich online über die eigene Ticketseite; Karten anderer Anbieter berechtigen nicht zum Eintritt. Die Betreiber raten, früh zu buchen, um im gewünschten Zeitfenster noch Platz zu bekommen.
Der Garten kostet 170 Dirham, internationale Studierende zahlen 95 Dirham. Kinder unter zehn Jahren kommen in Begleitung eines Erwachsenen gratis hinein. Das Musée Pierre Bergé des arts berbères im Garten kostet 60 Dirham extra. Der Maler Jacques Majorelle legte die 9.000 Quadratmeter ab 1922 an. Yves Saint Laurent und Pierre Bergé kauften das Anwesen 1980 und bewahrten es so vor einem geplanten Hotelbau. Im früheren Atelier des Malers zeigt das Museum seit 2011 mehr als 600 Objekte der Berber aus der Sammlung der beiden.
Geöffnet ist täglich, plane deinen Besuch zwischen 8.30 und 17.30 Uhr ein. Der private Garten der Villa Oasis hat mittwochs geschlossen.
Über den Hohen Atlas: die Jahreszeit entscheidet
Zwischen Marrakesch und dem Süden liegt der Hohe Atlas und hier bestimmt der Kalender die Route. In der Regenzeit, etwa von November bis März, kann es laut Auswärtigem Amt vor allem im Hohen Atlas zu starkem Schneefall und Überschwemmungen kommen, mit erheblichen Folgen für den Verkehr. Gesperrte Abschnitte und Umleitungen findest du auf ADMtrafic.ma, Wetterwarnungen gibt die Generaldirektion für Meteorologie unter „Vigilance générale“ heraus. Wer im Winter fährt, lässt deshalb einen Puffertag vor dem Rückflug.
Für Bergtouren gilt dieselbe Regel wie für die Wüste: nur in der Gruppe und mit registrierten landeskundigen Führern.
Der Süden: Kasbahs, Täler, Dünen
Hinter dem Atlas beginnt die Region um Ouarzazate, Zagora und Tinghir. Das Fremdenverkehrsamt empfiehlt sie als Ausgangspunkt für organisierte Touren auf der Straße der Kasbahs, durch die Täler von Dadès und Draa und zu den Todra-Schluchten. In Tinghir beginnt die Behörde den Weg an der Glaoui-Kasbah, bei Zagora liegt die Düne von Tinfou.
Die großen Dünenfelder nennt das Auswärtige Amt beim Namen: den Erg Chebbi südlich von Merzouga sowie Erg Chegaga und Erg Lihoudi südlich von Zagora. Touren dorthin sind mit einem ortskundigen Veranstalter möglich, am besten als Gruppe und die Sicherheitslage prüfst du vor jedem Aufbruch beim Anbieter. Hauptstraßen in Richtung Algerien verlässt du nicht.
Das Fremdenverkehrsamt wirbt damit, das Leben der Nomaden in der Sahara „auf eigene Faust“ zu erleben. Das Auswärtige Amt rät bei Offroad-Touren um Zagora und Merzouga dagegen ausdrücklich zur Gruppe mit registriertem Führer, und daran hältst du dich besser.
Nach Merzouga führen Wege aus Marrakesch, Agadir und Fès. Von Fès geht es über den Talghemt-Pass durch die Oasen des Tafilalet und über Rissani in die Dünen. Wie bei der Namibia-Rundreise planst du hier nach Fahrzeit bei Tageslicht statt nach Kilometern, zumal das Amt von Nachtfahrten abrät.
Unterwegs: Straße, Bahn und Bargeld
Die Verkehrsinfrastruktur in den größeren Städten und zwischen ihnen nennt das Auswärtige Amt gut. Im Straßenverkehr rät es aber zu großer Vorsicht: Regeln werden oft nicht beachtet, selbst auf Autobahnen sind Fußgänger, Tiere und unbeleuchtete Fahrzeuge unterwegs. Fahr deshalb nicht nachts. Der deutsche Führerschein gilt für Aufenthalte bis zu einem Jahr. Das Amt empfiehlt Vollkasko und Insassenschutz und warnt davor, den Reisepass bei der Mietwagenfirma als Sicherheit zu hinterlegen.
Fahrpläne und Preise der Bahn findest du bei der Staatsbahn ONCF.
Bezahlt wird in Dirham. Kreditkarten werden vor allem in Touristengebieten weitgehend angenommen, in kleineren Hotels, Läden und abgelegenen Regionen oft nur Bargeld. Ob deine Girocard am Automaten funktioniert, hängt von deiner Bank ab. Fällt die Reise in den Ramadan, haben außerhalb der Touristenzentren tagsüber viele Restaurants zu. Das Amt empfiehlt, zwischen Sonnenauf- und -untergang in der Öffentlichkeit nicht zu essen, zu trinken oder zu rauchen.
Wer Marokko mit einer Reise durch Südspanien verbinden will, findet die Planung für die andere Seite der Meerenge in unserer Andalusien-Rundreise.
Einreise, Sicherheitshinweise, Eintrittspreise und Öffnungszeiten: Stand 24. September 2026.
Häufige Fragen
Reicht der Personalausweis für eine Marokko-Rundreise?
Nein. Das Auswärtige Amt schreibt, dass die Einreise mit Personalausweis nicht möglich ist, auch nicht in Touristengruppen oder mit Charterflügen. Die Deutsche Botschaft in Rabat kann in solchen Fällen kein Ersatzpapier ausstellen. Der Reisepass muss bei der Einreise noch sechs Monate gelten und mit einem abgelaufenen Pass kommst du auch nicht wieder aus dem Land.
Kann ich allein in die Wüste bei Merzouga fahren?
Das Auswärtige Amt rät davon ab. Offroad-Touren in den Wüstengebieten um Zagora und Merzouga sollst du nur in einer Gruppe und mit registrierten landeskundigen Führern unternehmen, die aktuelle Lage klärst du vor jeder Tour beim Veranstalter. Die Hauptstraßen Richtung Algerien verlässt du nicht.
Kann ich Karten für den Jardin Majorelle an der Kasse kaufen?
Nein. Die Karten werden nur online über die offizielle Ticketseite des Gartens verkauft, Karten von anderen Websites gelten nicht. Buche früh, weil die Plätze nach Zeitfenstern vergeben werden. Kinder unter zehn Jahren kommen in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos hinein.
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