Andalusien-Rundreise: Die Alhambra-Uhrzeit bestimmt die Route
Andalusien-Rundreise mit dem Zug über Sevilla, Córdoba und Granada: warum das Alhambra-Ticket die Route vorgibt, was Eintritte kosten und wo es gratis ist.

Die meisten Routen durch Andalusien werden auf der Karte geplant, und das ist der falsche Anfang. Der feste Punkt dieser Reise liegt nicht in einer Stadt, sondern in einem Zeitfenster: Für die Nasridenpaläste der Alhambra bekommst du eine halbe Stunde zugeteilt, und um diese halbe Stunde herum baust du alles andere. In Sevilla und Córdoba lässt sich umplanen, in Granada kaum.
Zuerst das Ticket, dann die Route
Der Patronato de la Alhambra y Generalife lässt nach eigener Angabe alle 30 Minuten 300 Menschen in die Nasridenpaläste. Die Uhrzeit steht auf dem Ticket, und wer sie verpasst, hat das Recht auf den Besuch dieses Teils verloren. Datum und Uhrzeit lassen sich nach dem Kauf nicht mehr ändern, erstattet wird nur in Ausnahmefällen, etwa wenn der Besuch aus Gründen des Patronato ausfällt.
Die Tageskarte für das gesamte Monument kostet laut Preisliste des Patronato 22,27 Euro, beim Kauf im Netz kommt eine Servicegebühr dazu. Vorab verkauft wird bis 23.59 Uhr am Vortag. Die Kassen vor Ort verkaufen nur für denselben Tag, nur solange Plätze frei sind und nur bis zwei Stunden vor dem Palast-Einlass. Darauf eine Reise zu setzen, ist ein Glücksspiel.
Das Ticket ist auf deinen Namen ausgestellt. Den Ausweis im Original trägst du bei dir, denn das Personal kontrolliert ihn. Wie viele Karten du kaufen darfst, beantwortet die Website zweimal verschieden: Die Seite mit den Tarifen nennt höchstens zehn Karten pro Person, Bankkarte und Monat im Vorverkauf, die Seite mit den häufigen Fragen sagt, es gebe keine Grenze, nur höchstens 60 Karten pro Buchungsnummer. Für eine Familie spielt das keine Rolle, für eine größere Gruppe schon.
Die Reihenfolge: Sevilla, Córdoba, Granada
Weil Granada der starre Termin ist, gehört es ans Ende. Kommt in Sevilla etwas dazwischen, hast du in Córdoba noch Luft, und am Alhambra-Tag bist du schon eine Nacht in der Stadt.
Zwischen den drei Städten fährt Renfe. Von Sevilla nach Córdoba nennt der Betreiber AVE, Avlo und Avant, von Córdoba nach Granada AVE oder Fernverkehr, von Granada nach Málaga den AVE. Laut Renfe liegen die Bahnhöfe von Sevilla und Córdoba in den Stadtzentren. Mit einem AVE- oder Fernverkehrsticket ist zudem eine Fahrt im Nahverkehr Cercanías inklusive. Fahrzeiten nennen die Routenseiten von Renfe nicht, die siehst du erst beim Buchen.
Wie so eine Reise ohne Auto aufgebaut sein kann, mit wenigen Standorten und dem Zug dazwischen, steht auch bei der Japan-Rundreise. Wer lieber selbst fährt, findet das Gegenmodell bei der Irland-Rundreise.
Sevilla: zwei Monumente, zwei Zeitpläne
Die Kathedrale mit der Giralda öffnet montags bis samstags von 10.45 bis 19 Uhr, sonntags von 14.30 bis 19 Uhr, die Kassen schließen um 18 Uhr. Online zahlst du 13 Euro, an der Kasse 14 Euro. Der Rundgang beginnt mit dem Aufstieg auf die Giralda, die ihre eigene Einlasskontrolle hat. Die Uhrzeit auf der Karte gilt nur für den Einlass, danach bleibst du, so lange du willst. Die Kathedrale schätzt den Besuch auf 75 Minuten und schreibt dazu, dass Gottesdienste die Zeiten ohne Vorankündigung verschieben können. Die Kirche El Salvador ist im Preis enthalten.
Der Real Alcázar wechselt am 1. Oktober in die Winterzeiten. Bis Ende September ist er täglich von 9.30 bis 19 Uhr offen, von Oktober bis Ende März von 9.30 bis 17 Uhr. Die allgemeine Eintrittskarte des Alcázar kostet 15,50 Euro, der Cuarto Real Alto 5,50 Euro extra. An der Kasse im Patio de Banderas nimmt man ab 9 Uhr nur Kreditkarte.
Zwei Monumente an einem Tag gehen, aber nicht in beliebiger Reihenfolge. Der Alcázar öffnet über eine Stunde früher, und ab Oktober schließt er zwei Stunden vor der Kathedrale. Also morgens der Alcázar, nachmittags die Giralda.
Córdoba: die Stunde vor der Öffnung
Die Mezquita-Catedral hat die großzügigste Regel der ganzen Route. Montags bis samstags ist der Eintritt von 8.30 bis 9.30 Uhr frei, außer an Tagen mit besonderen Feiern. Gruppen sind in dieser Stunde nicht zugelassen. Zehn Minuten vor dem Ende wird niemand mehr hereingelassen, und das Monument wird geräumt.
Wem die Stunde nicht reicht, der zahlt nach Angabe des Domkapitels 15 Euro. Wie lange geöffnet ist, wechselt nach Datum; das Domkapitel stellt dafür einen Kalender auf seine Website. Der Verkauf endet jeweils eine halbe Stunde vor Schluss.
Granada: der Tag mit der Uhrzeit
Bis zum 14. Oktober ist die Alhambra täglich von 8.30 bis 20 Uhr geöffnet, ab dem 15. Oktober von 8.30 bis 18 Uhr. Für den Besuch des gesamten Geländes rechnet der Patronato mit etwa drei Stunden. Jeden Bereich betrittst du nur einmal: Alcazaba, Nasridenpaläste, Partal und Generalife. Du darfst aber zwischendurch hinausgehen, essen und zurückkommen.
Große Taschen bleiben draußen. Verboten sind Rucksäcke und Taschen über 40 mal 40 Zentimeter, ein Schließfach ist mit dem Ticket des Tages kostenlos. Kinderwagen dürfen nicht in die Nasridenpaläste, den Generalife, die Alcazaba, den Partal und das Museum der Alhambra.
Die Nasridenpaläste gibt es auch nachts für 12,73 Euro. Bis zum 14. Oktober ist dienstags bis samstags von 22 bis 23.30 Uhr geöffnet, danach nur noch freitags und samstags von 20 bis 21.30 Uhr. Das kann ein Ausweg sein, wenn die Tageskarten weg sind.
Mit Kindern: jede Kasse zählt anders
Jedes Monument zieht die Grenze woanders. In der Alhambra sind Kinder unter zwölf Jahren frei, ihre Karte musst du aber zusammen mit den übrigen kaufen. Kathedrale und Alcázar in Sevilla lassen Kinder bis 13 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen gratis hinein. In der Mezquita sind nur Kinder unter zehn frei, von zehn bis 14 kostet die Karte 8 Euro.
Preise, Öffnungszeiten und Ticketregeln: Stand 23. September 2026, Angaben des Patronato de la Alhambra y Generalife, der Kathedrale von Sevilla, des Real Alcázar, des Domkapitels von Córdoba und von Renfe.
Häufige Fragen
Wie weit im Voraus muss ich die Alhambra buchen?
Der Patronato nennt keine feste Frist, rät aber wegen der großen Nachfrage zum Kauf im Voraus. Online geht das bis 23.59 Uhr am Vortag. Buche die Alhambra deshalb, bevor du Hotels und Züge festlegst. Ist dein Tag ausverkauft, schau später wieder nach. Ein Teil der Plätze ist für Schul- und andere institutionelle Programme reserviert, und was dort ungenutzt bleibt, kann der Patronato in den freien Verkauf geben.
Kann ich ein Alhambra-Ticket auf eine andere Person umschreiben?
Nur eingeschränkt. Ab fünf Karten pro Buchung lässt sich im Kundenbereich ein Teil der Namen bis zum Vortag ändern, bei fünf bis neun Karten ein Name. Das gilt nur, solange die Karten nicht an der Kasse oder am Automaten ausgedruckt sind. Datum und Uhrzeit bleiben in jedem Fall fest.
Lohnt sich der Cuarto Real Alto im Alcázar?
Er kostet 5,50 Euro zusätzlich zur allgemeinen Karte und wird eigens gebucht. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viel Zeit du hast. Die allgemeine Karte deckt Paläste und Gärten ab, und sie gilt laut Alcázar auch für weitere städtische Museen, etwa das Keramikmuseum in Triana.
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