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Städte

Koblenz: vom Deutschen Eck mit der Seilbahn hinauf zur Festung

Koblenz Sehenswürdigkeiten in der Reihenfolge eines Tages: Deutsches Eck, Schiff, Seilbahn, Festung Ehrenbreitstein und Altstadt, mit Preisen und Winterzeiten.

Redaktion freizeit-24Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Gondeln der Seilbahn Koblenz schweben über den Rhein, dahinter das Deutsche Eck mit Reiterdenkmal und die Altstadt
Foto: Rob Hall / Unsplash

Die Sehenswürdigkeiten in Koblenz liest du am besten von unten nach oben. Am Wasser beginnt die Stadt, dort wo die Mosel in den Rhein mündet, und auf dem Felssporn gegenüber endet der Tag mit dem Blick zurück. Dazwischen liegen eine Seilbahnfahrt, die Altstadt und je nach Jahreszeit eine Stunde auf dem Schiff.

Deutsches Eck: wo die Mosel ankommt

Die steinerne Spitze am Zusammenfluss ist jünger als sie aussieht. Für das Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I., eingeweiht 1897, wurde an der Moselmündung ein Nothafen zugeschüttet. Im März 1945 zerstörte Artilleriebeschuss die Figur, 1953 widmete Theodor Heuss den leeren Sockel zum Mahnmal der deutschen Einheit um. Seit 1993 steht wieder eine Rekonstruktion oben, das ganze Monument misst 37 Meter.

Lohnender als das Denkmal ist der Punkt davor. An der Spitze stehst du genau dort, wo die Mosel im Rhein aufgeht. Gegenüber steigt der Fels mit der Festung auf, darüber ziehen die Gondeln der Seilbahn. Den Ort hat die Stadt schon im Namen: Aus dem römischen Castellum apud Confluentes, dem Kastell bei den Zusammenfließenden, wurde Koblenz.

Aufs Wasser: Rhein, Mosel und das Welterbe

Koblenz bildet das nördliche Ende des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, das seit 2002 die 67 Kilometer flussaufwärts bis Bingen und Rüdesheim umfasst. Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal nennt diesen Abschnitt das vielfach als schönstes bezeichnete Stück des Rheins zwischen Alpen und Nordsee. Rheinaufwärts fällt der erste Blick vom Schiff auf Schloss Stolzenfels, die neugotische Sommerresidenz, die Karl Friedrich Schinkel aus einer Ruine schuf, danach auf die Marksburg über Braubach.

Die Köln-Düsseldorfer fährt ihre Linienfahrten auf dem Rhein zwischen Koblenz und Mainz von Anfang April bis Mitte Oktober täglich. Für eine kurze Runde bietet die Gilles Personenschifffahrt mit der KD ab der Landebrücke 2 zwei Rundfahrten an: 70 Minuten durch Altstadt und Altrhein für 14 Euro oder zwei Stunden zu Burgen und Schlössern für 19 Euro, Kinder von 7 bis 17 Jahren zahlen die Hälfte. Diese Rundfahrten laufen nur von Mai bis Ende September.

Die Mosel zeigt sich vom Wasser aus anders. Burgen gibt es weniger, dafür passierst du gleich in Koblenz die erste Schleuse, dahinter beginnen im Stadtteil Güls die Weinberge.

Für einen einzigen Tag in Koblenz ist die 70-minütige Altstadtrunde die bessere Wahl, weil sie dir Zeit für Festung und Altstadt lässt. Die Burgen-Schlösser-Tour lohnt sich, wenn du über Nacht bleibst.

Mit der Seilbahn über den Rhein

Die Talstation liegt in den Rheinanlagen am Konrad-Adenauer-Ufer, gleich bei der Basilika St. Kastor. Gebaut wurde die Seilbahn zur Bundesgartenschau 2011. Ihre 16 Kabinen fassen je 35 Personen, Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder rollen ebenerdig hinein.

Ticket Erwachsene Kinder 7–17 Jahre
Seilbahn hin und zurück 15,50 € 7,00 €
Abendticket ab 17.30 Uhr, hin und zurück 9,90 € 5,00 €
Kombiticket Seilbahn und Festung 21,90 € 8,90 €

Kinder unter sieben Jahren fahren kostenlos. Das Kombiticket spart dir gegenüber den Einzelpreisen 3,60 Euro. Im Sommerhalbjahr fährt die Bahn täglich ab 10 Uhr und mindestens bis 19 Uhr. Im Herbst kommt eine Pause: 2026 ruht der Betrieb vom 2. bis zum 18. November. Danach fährt die Bahn bis kurz vor Weihnachten werktags meist erst ab 16 Uhr und am Wochenende ab 11 Uhr, an einzelnen Montagen und Dienstagen sowie am 24. und 31. Dezember gar nicht. Die Fahrzeiten der Seilbahn Koblenz stehen tageweise im Kalender des Betreibers.

Fährt die Seilbahn nicht, kommst du über die rechte Rheinseite hinauf. Der Festungsaufzug beginnt im Stadtteil Ehrenbreitstein vor dem Sauerwassertor und braucht knapp drei Minuten bis oben.

Festung Ehrenbreitstein: der Blick zurück

Oben stehst du 118 Meter über dem Rhein. Die heutige Anlage entstand zwischen 1817 und 1828 als preußische Festung, die Anfänge des Burgbergs reichen bis um das Jahr 1000 zurück. Die Koblenz-Touristik nennt sie die größte historische Festungsanlage Europas nach Gibraltar. Das Landesmuseum Koblenz zeigt hier in vier Häusern Archäologie, Weinbau, Fotografie und Kulturgeschichte.

Das schönste Stück ist kein Ausstellungsraum. Von der hölzernen Aussichtsplattform auf dem Festungsgelände schaust du hinunter auf alles, was du am Vormittag zu Fuß gesehen hast: die Spitze des Deutschen Ecks, die beiden Flüsse, die Dächer der Stadt.

Die Festung Ehrenbreitstein betreibt die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Der Eintritt kostet 10 Euro, Kinder von 7 bis 17 Jahren zahlen 4 Euro, eine Familienkarte für zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern 21 Euro. Von Ende März bis Anfang November ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Winterhalbjahr gelten 11 bis 16 Uhr bei rund halbem Eintrittspreis. Werktags ist dann nur ein Teil der Ausstellungen offen. Nach Schließung der Ausstellungen ist das Gelände in der Regel frei zugänglich, am 24. und 31. Dezember bleiben die Häuser zu.

Die Altstadt zwischen Kastor und Liebfrauen

Zurück im Tal stehst du an der Talstation schon vor der ersten Kirche. Die Basilika St. Kastor ist die älteste erhaltene Kirche der Stadt, geweiht 836, der heutige Bau stammt überwiegend aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Brunnen davor ließ der französische Präfekt 1812 den Sieg Napoleons in Russland vorab in Stein meißeln. Der russische Stadtkommandant setzte am 1. Januar 1814 auf Französisch darunter: gesehen und genehmigt.

Im Hof des Rathauses steht der Schängelbrunnen, eine kleine Bronzefigur, die in Abständen einen Wasserstrahl über das Becken hinausspuckt und unaufmerksame Leute nass macht. An der Kreuzung Am Plan, Löhrstraße und Marktstraße schauen die Vier Türme mit ihren verzierten Erkern herab. Ein Abstecher führt durch das Kunstgässchen vom Münzplatz hinüber zur Liebfrauenkirche mit ihren Zwiebelhauben.

Auf dem Görresplatz erzählt die rund zehn Meter hohe Historiensäule in zehn Szenen übereinander die Stadtgeschichte. Das Kurfürstliche Schloss am Rhein bleibt wegen der Sanierung bis zur Bundesgartenschau 2029 für Besucher geschlossen.

Ähnlich dicht an Geschichte ist die Moselstadt flussaufwärts, die wir bei den Sehenswürdigkeiten in Trier beschreiben. Rheinabwärts lohnt der Vergleich mit den Sehenswürdigkeiten in Köln.

Preise, Fahr- und Öffnungszeiten: Stand 13. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Kann ich die Festung Ehrenbreitstein abends kostenlos besuchen?

Ja, in der Regel. Nach Schließung der Ausstellungen, im Sommer ab 18 Uhr und im Winter ab 16 Uhr, ist das Festungsgelände mit Gastronomie meist bis Mitternacht frei zugänglich. Bei Veranstaltungen gelten Sonderregeln, an Abenden des Christmas Garden kommst du nur mit dessen Ticket hinein.

Was kann ich in Koblenz nach dem Ende der Schiffssaison unternehmen?

Altstadt, Deutsches Eck und Festung sind das ganze Jahr zugänglich. Die Ausstellungen auf der Festung öffnen im Winter von 11 bis 16 Uhr zum ermäßigten Preis. Plane die Seilbahn nicht für die erste Novemberhälfte ein und nimm in dieser Zeit den Festungsaufzug.

Quellen: Seilbahn Koblenz: Fahrzeiten · Seilbahn Koblenz: Zahlen und Fakten · GDKE Rheinland-Pfalz: Festung Ehrenbreitstein · Koblenz-Touristik: Deutsches Eck · KD Deutsche Rheinschiffahrt: Linienfahrten · Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

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