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Städte

Kölns Sehenswürdigkeiten: Dom mit Ticket, Römer im Provisorium

Seit Juli 2026 kostet die Dombesichtigung in Köln 12 Euro. Wer trotzdem umsonst hineinkommt, was Turm und Schatzkammer verlangen und wo die Römer jetzt stehen.

Redaktion freizeit-245 Min. Lesezeit
Kölner Dom und Hohenzollernbrücke zur blauen Stunde, beleuchtet und im Rhein gespiegelt, davor ein Ausflugsschiff
Foto: Tobi 87, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Die bekannten Sehenswürdigkeiten in Köln liegen so dicht beieinander, dass der Hauptbahnhof für Dom, Museen und Rheinufer gleichermaßen der richtige Ausgangspunkt ist. Geändert hat sich nicht die Entfernung, sondern der Preis: Der Dom verlangt seit diesem Sommer Eintritt, und das verschiebt die Reihenfolge eines Besuchs.

Der Dom kostet jetzt Eintritt

Für die Besichtigung des Innenraums brauchst du ein Ticket. Die reguläre Gebühr beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende und Inhaber eines Sozialpasses NRW. Verkauft wird online und an der Zentralkasse am Roncalliplatz. Das Metropolitankapitel begründet den Schritt mit dem laufenden Betrieb: Der Dom kostet rund 16 Millionen Euro im Jahr.

Kostenfrei bleibt mehr, als die Schlagzeile vermuten lässt. Wer zum Gottesdienst kommt, wer betet oder eine Kerze anzünden möchte, zahlt nichts. Dasselbe gilt für Kinder bis einschließlich 13 Jahre, für Menschen mit Schwerbehinderung samt Begleitperson und für Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins. Außerhalb der Gottesdienstzeiten steht das Nordquerhaus allen offen, die zum persönlichen Gebet kommen oder an der Schmuckmadonna eine Kerze anzünden wollen. Dazu kommen einzelne Tage ohne Gebühr, unter anderem am 1. Mai und am 3. Oktober.

Besichtigt wird werktags von 10 bis 17.45 Uhr, letzter Einlass um 17.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen bleibt dafür nur das Fenster von 13.30 bis 16.30 Uhr, weil vormittags Gottesdienst ist. Das ist der Punkt, an dem Wochenendbesuche kippen: Kommst du sonntags erst mittags an, bleiben für den Innenraum drei Stunden, nicht der ganze Tag.

Turm und Schatzkammer: zwei Entscheidungen

Der Turm ist die andere Art, den Dom zu erleben, und die anstrengendere. 533 Stufen führen auf die Plattform in rund 100 Metern Höhe, erst durch eine Wendeltreppe, dann über eine Stahltreppe. Einen Aufzug gibt es nicht, und der Aufstieg mit Pause dauert eine halbe bis dreiviertel Stunde. Von März bis Oktober ist der Turm von 9 bis 18 Uhr offen, danach bis 16 Uhr, letzter Einlass jeweils eine halbe Stunde vor Schluss. Große Taschen und Rucksäcke müssen unten bleiben, es gilt eine Größenbegrenzung.

Die Glockenstube auf halber Höhe bleibt sonn- und feiertags bis 14 Uhr geschlossen. Für das Geläut lohnt der Sonntagvormittag also nicht.

Unter dem Dom liegt die Schatzkammer in den mittelalterlichen Gewölben unter der Domsakristei, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zu sehen sind Reliquiare, liturgische Geräte und Textilien vom 4. bis ins 20. Jahrhundert. Turm und Schatzkammer kosten je 8 Euro; zusammen gibt es beides für 12 Euro, ermäßigt für 6 Euro, und Kinder bis 13 Jahre kommen frei hinein.

Wenn du dich zwischen beidem entscheiden musst: Mit Kindern lohnt der Turm, weil die Stufen selbst das Erlebnis sind. An einem Regentag oder mit wenig Kondition ist die Schatzkammer die bessere Wahl, und sie ist barrierefrei.

Die Römer sind umgezogen

Das Römisch-Germanische Museum steht zwar weiter am Roncalliplatz, aber leer. Das Stammhaus wird generalsaniert, fertig sein soll der Bau laut Stadt im dritten Quartal 2030. Die Sammlung zeigt sich währenddessen im Belgischen Haus in der Cäcilienstraße 46, mit rund 1.000 Objekten rheinischer Siedlungsgeschichte, darunter die antike Glassammlung mit dem Netzdiatret. Geöffnet ist mittwochs bis montags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet 6 Euro. Ruhetag ist der Dienstag, und das übersehen viele, weil die meisten deutschen Museen montags schließen.

Das Haus ist klein, überschaubar und in einer Stunde zu schaffen. Genau darin liegt sein Reiz: Statt eines Rundgangs durch Epochen stehst du vor ausgewählten Stücken, und der Weg dorthin führt durch die Innenstadt statt über die volle Domplatte.

Über den Rhein, um den Dom zu sehen

Das beste Bild vom Dom bekommst du nicht am Dom, sondern von der anderen Rheinseite. Die Kölner Seilbahn schwebt zwischen Zoo und Deutz 930 Meter über den Fluss. Die einfache Fahrt kostet 5,50 Euro, hin und zurück 9,50 Euro, für Kinder von 4 bis 12 Jahren 4,80 Euro. Hunde fahren kostenlos mit. Die Saison läuft bis Anfang November, gefahren wird täglich von 10 bis 18 Uhr.

Für einen einzigen Tag in Köln heißt das: vormittags Dom mit Ticket, danach Turm oder Schatzkammer, am frühen Nachmittag mit der Bahn an den Zoo und über den Rhein, abends zurück ans Ufer, wenn die Beleuchtung angeht. Bleibt Zeit für einen zweiten Tag, füllen ihn das Belgische Haus und das Rheinufer. Ziele im Umland stehen bei den Ausflugszielen in NRW, Ideen für Regentage mit Kindern bei den Ausflügen mit Kindern in NRW.

Preise und Öffnungszeiten: Stand 20. September 2026, Angaben des Metropolitankapitels der Hohen Domkirche Köln, der Museen der Stadt Köln, der Stadt Köln und der Kölner Seilbahn-Gesellschaft.

Häufige Fragen

Kommt man noch kostenlos in den Kölner Dom?

Ja, aber nicht als Besichtigung. Kostenfrei sind Gottesdienste sowie der Gebetsbereich im Nordquerhaus außerhalb der Gottesdienstzeiten. Kinder bis einschließlich 13 Jahre, Menschen mit Schwerbehinderung mit Begleitperson und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins zahlen auch für die Besichtigung nichts, dazu kommen einzelne gebührenfreie Tage wie der 3. Oktober.

Lohnt sich die Turmbesteigung mit Kindern?

Für Kinder ab etwa sechs Jahren ja, solange sie Treppen mögen: 533 Stufen ohne Aufzug sind der Hauptteil des Erlebnisses, und unter 14 Jahren ist der Aufstieg kostenlos. Für Kinderwagen ist der Turm ungeeignet, und große Rucksäcke bleiben wegen der Größenbegrenzung unten.

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