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Städte

Lübecks Altstadtinsel: Sehenswürdigkeiten vom Holstentor zum Burgtor

Lübecks Welterbe-Altstadt zu Fuß vom Holstentor bis zum Burgtor: Marienkirche, Rathaus, Gänge, Hansemuseum, mit Preisen, Öffnungszeiten und Schließungen.

Redaktion freizeit-246 Min. Lesezeit
Das Holstentor in Lübeck mit zwei spitzen Türmen, dahinter grüne Kirchturmspitzen der Altstadt, vorn eine Straße
Foto: Stock Birken / Unsplash

Lübecks Altstadt liegt auf einer Insel zwischen Trave und Kanal und fast alles, was du sehen willst, liegt auf ihr. Seit 1987 steht sie auf der Welterbeliste der UNESCO. Nach Angabe der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH war sie das erste komplette Stadtquartier in Nordeuropa, dem diese Ehrung zuteilwurde. Den Ausschlag gaben der planmäßige Grundriss, die erhaltene Bausubstanz und die Silhouette aus fünf gotischen Backsteinkirchen mit sieben Türmen. Diese Route läuft einmal von Südwest nach Nord über die Insel, vom Holstentor bis zum Burgtor.

Am Holstentor: rein in die Stadt

Über dem Torbogen des Holstentors steht stadtauswärts „Concordia domi foris pax“, Eintracht innen, Friede außen. Die 30 Kanonen, die einst in den Schießscharten steckten, wurden nach der Überlieferung, die die Tourist-Information wiedergibt, nie abgefeuert.

Drinnen ist heute das Museum Holstentor mit Schiffsmodellen aus der Hansezeit, einem Stadtmodell, Kanonen und einer Folterbank. Es hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, nur an Heiligabend, am ersten Weihnachtstag, an Silvester und Neujahr bleibt es zu. Der Eintritt kostet seit April 9 Euro.

Markt und Marienkirche: die Mitte der Insel

Vom Tor aus geht es über die Trave zum Markt. Das Rathaus ist seit 1226 immer wieder erweitert worden, im Foyer hängt die Welterbe-Urkunde. Die Tourist-Information rechnet vor, dass 43 von 67 Hansetagen in Lübeck stattfanden; im Rathaus lag die Schaltzentrale. Die Innenräume zeigt dir eine Rathausführung.

Neben dem Rathaus steht die Marienkirche. Die Gemeinde spricht vom höchsten kirchlichen Backsteingewölbe der Welt, die beiden Türme sind 125 Meter hoch. Beim Luftangriff in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 stürzten Türme und Gewölbe ein. Die zerborstenen Glocken liegen bis heute in der Gedenkkapelle unter dem Südturm, dort, wo sie aufschlugen.

Die Marienkirche öffnet montags bis samstags um 10 Uhr, sonntags von April bis Oktober um 11 Uhr. Bis zum 3. Oktober ist um 18 Uhr Schluss, danach bis Ende Oktober um 17 Uhr. Der Erhaltungsbeitrag, der MarienTaler, kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kinder und Jugendliche zahlen nichts, wer nur beten oder eine Kerze anzünden will, auch nicht. Ab dem 2. November ist die Kirche wegen der Sanierung geschlossen, voraussichtlich bis Mai 2027. Gottesdienste finden dann in der Briefkapelle statt und die Führungen auf Turm und Gewölbe gibt es weiterhin. Vom Dachreiter in 50 Metern Höhe schaust du über die Altstadt.

Zwischen Kirche und Rathaus, am Markt 15, liegt „Buddenbrooks am Markt“. Weil das Buddenbrookhaus in der Mengstraße umgebaut wird und voraussichtlich erst 2030 wieder öffnet, zeigt der Museumsshop dort die kleine Ausstellung „Manns am Markt“. Sie hat montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Durch Gänge und Höfe nach Norden

Hinter den Straßenfassaden liegt der Teil der Stadt, den man vom Markt aus nicht sieht. Einst gab es rund 180 bewohnte Gänge und Höfe, heute sind es noch etwa 90. Die Buden darin entstanden ab dem frühen 14. Jahrhundert aus Platzmangel, knapp 80 Prozent der Bevölkerung lebten damals in solchen Buden. Die meisten Gänge und Höfe sind frei zugänglich, manche werden nachts abgeschlossen. In allen wohnen Menschen, also nimm Rücksicht.

Den Füchtingshof in der Glockengießerstraße 23 nennt die Tourist-Information den größten und prächtigsten Stiftshof der Stadt, er stammt von 1640. Hinein kommst du von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr.

Von dort ist es nicht weit zum Koberg und zum Heiligen-Geist-Hospital, 1286 vollendet. Die Tourist-Information zählt es zu den ältesten noch bestehenden Sozialeinrichtungen der Welt. Besucher sind tagsüber von Dienstag bis Sonntag willkommen. Im Langhaus ist eine der kleinen Wohnkammern so eingerichtet wie in den späten 1970er-Jahren.

Burgkloster und Hansemuseum: der Schluss im Norden

Am nördlichen Ende der Insel stehen das Burgtor und das Burgkloster. Das Burgtor ist nach Angabe der Tourist-Information das älteste der früher vier Stadttore und neben dem Holstentor das einzige erhaltene. Das Burgkloster gehört seit 2015 zum Europäischen Hansemuseum. Das hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, außer an Heiligabend. Erwachsene zahlen 16 Euro, darin ist das Burgkloster enthalten. Wer unter 18 ist oder Geburtstag hat, zahlt nichts. Tickets gibt es nur mit Zeitfenster. Weil die Zahl der Besucher begrenzt ist, rät das Museum zum Kauf im Netz, sonst kann es Wartezeiten geben. Kinder unter 14 dürfen nur mit einem Erwachsenen hinein.

Welche Karte sich rechnet

Der Lübeck Day Pass kostet 14 Euro und gilt einen Tag lang in allen Häusern der Lübecker Museen, darunter Holstentor, Günter Grass-Haus, Museum Behnhaus Drägerhaus und das St. Annen-Museum. Für zwei Tage zahlst du 18 Euro. Die Plus-Variante für 18 Euro, zwei Tage 22 Euro, schließt zusätzlich die Marienkirche und den Turm von St. Petri ein. Das lohnt sich, sobald du neben dem Holstentor ein zweites Museum besuchst. Das Hansemuseum ist nicht im Verbund, dafür zahlst du extra.

Mit der Lübeck Card zahlst du im Hansemuseum weniger oder gar nichts; frag an der Kasse, was an dem Tag gilt.

Die Sehenswürdigkeiten in Hamburg passen als zweiter Städtetag in den Norden. Weitere Ziele im Land stehen bei den Ausflugszielen in Schleswig-Holstein. Wer mit Kindern an die Lübecker Bucht will, findet Orte beim Ostsee-Urlaub mit Kindern.

Preise und Öffnungszeiten: Stand 24. September 2026.

Häufige Fragen

Ist die Marienkirche in Lübeck im Winter geöffnet?

Nein. Ab dem 2. November 2026 ist sie wegen der Sanierung geschlossen, voraussichtlich bis Mai 2027. Gottesdienste gibt es in der Briefkapelle, im Haupteingang entsteht ein kleines Infozentrum und Turm- und Gewölbeführungen finden weiter statt.

Kann ich das Buddenbrookhaus besichtigen?

Nicht das Haus selbst. Es ist wegen Umbaus geschlossen, die Wiedereröffnung ist voraussichtlich für 2030 geplant. Am Markt 15 zeigt „Buddenbrooks am Markt“ die kleine Ausstellung „Manns am Markt“, montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr und ohne Eintritt.

Was kostet das Holstentor für Kinder?

Nichts. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende und Auszubildende haben im Museum Holstentor freien Eintritt. Erwachsene zahlen 9 Euro, mit dem Lübeck Day Pass für 14 Euro ist der Eintritt enthalten.

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