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Ausflugsziele

Ausflugsziele in Schleswig-Holstein, die nicht am Strand liegen

Ausflugsziele in Schleswig-Holstein für Tage ohne Handtuch: Haithabu, Schloss Gottorf, Laboe, Rendsburg, Lübeck, Molfsee und Eutin, je zwei Ziele pro Tag.

Redaktion freizeit-246 Min. Lesezeit
Auffahrt zur Rendsburger Schwebefähre, die als weiße Gondel unter dem Stahlfachwerk der Eisenbahnhochbrücke hängt
Foto: Rolf Kranz, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Strand kann Schleswig-Holstein, das weiß jeder. Interessanter wird es an den Tagen, an denen der Wind von vorn kommt oder die Kinder genug Sand gesehen haben. Dann zeigt sich, dass zwischen den beiden Meeren ziemlich viel steht: ein Wikingerhandelsplatz, ein Seekanal mit Schwebefähre, eine Hansestadt aus Backstein und ein Tierpark, in dem ausschließlich Nutztiere leben. Weil die Wege kurz sind, ist jeder der folgenden Abschnitte als ein Tag gedacht.

Schleswig: Wikinger am Vormittag, Museumsinsel am Nachmittag

Haithabu war vom 8. bis 11. Jahrhundert einer der großen Handelsplätze Nordeuropas. Zusammen mit dem Grenzwall Danewerk steht der Ort seit dem 30. Juni 2018 auf der Welterbeliste der UNESCO. Das Museum am Haddebyer Noor zeigt Funde aus Siedlung und Hafen, darunter Schiffsteile, Werkzeug und Schmuck.

Ein Punkt ist wichtig, bevor du losfährst: Das Freigelände mit den rekonstruierten Wikingerhäusern weist das Museum als in der Winterpause aus und will es erst im Frühjahr 2027 wieder öffnen. Was bleibt, ist das Ausstellungshaus. Bis zum 1. November ist es täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, danach dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr. Erwachsene zahlen 14 Euro, Familien 29 Euro, Kinder und Jugendliche 5 Euro; bis einschließlich sechs Jahre ist der Eintritt frei.

Auf der anderen Seite der Schlei liegt die Museumsinsel Gottorf mit dem Landesmuseum für Archäologie und dem für Kunst und Kulturgeschichte. Das Schloss selbst ist wegen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten geschlossen, die Museen auf der Insel arbeiten weiter. Das Kombiticket kostet 19 Euro, als Familie 39 Euro; montags ist geschlossen. Im Barockgarten steht der nachgebaute Gottorfer Globus, ein begehbares Planetarium, das sich nach Angaben des Museums wegen technischer Probleme derzeit nicht bewegt.

Das Glanzstück dieses Tages ist das Nydamboot im Archäologiemuseum: ein großes Ruderschiff aus Eichenholz, aus dem Moor geborgen, aufgestellt in einer eigenen Halle, in der kaum jemand laut spricht.

Am Nord-Ostsee-Kanal: Laboe und Rendsburg

Der Nord-Ostsee-Kanal ist nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt: rund 27.000 Schiffe und etwa 12.000 Sportboote im Jahr. Vierzehn Fährstellen queren ihn, dazu vier Hochbrücken, ein Fußgängertunnel in Rendsburg und die Schwebefähre.

An der Kieler Förde steht in Laboe das Marine-Ehrenmal, daneben liegt das U-Boot U 995 auf dem Strand. Von April bis Oktober ist täglich von 10 bis 17:30 Uhr geöffnet, im Winter bis 16 Uhr. Das Ehrenmal kostet 9 Euro, das U-Boot 8 Euro, das Kombiticket 14 Euro und als Familie 38 Euro. Im Boot ist es eng, niedrig und ölig, und genau deshalb bleibt es Kindern im Gedächtnis.

Der zweite Halt des Tages liegt in Rendsburg. Unter der Eisenbahnhochbrücke hängt die Schwebefähre an Seilen und setzt Autos, Radfahrer und Fußgänger über den Kanal, während oben die Züge fahren. Daneben führt ein Fußgängertunnel unter dem Wasser hindurch. Beides zusammen dauert keine Stunde und kostet nichts, ist aber eine der eigenwilligsten Verkehrssituationen des Landes.

Lübeck: der Tag für schlechtes Wetter

Die Lübecker Altstadt liegt auf einer Insel, und fast alles darauf ist aus Backstein. Das Europäische Hansemuseum an der Untertrave erzählt die Geschichte des Städtebunds von den Anfängen bis heute; das benachbarte Burgkloster gehört zum Ticket. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 16 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kommen kostenlos hinein.

Vom Museum sind es wenige Minuten zum Holstentor, zu den Salzspeichern und in die Gänge und Höfe hinter den Straßenzeilen. Wenn der Regen quer kommt, ist das der beste Ort im Land: Zwischen zwei Museen liegen nie mehr als ein paar hundert Meter. Von Hamburg aus ist Lübeck ein naheliegender Tagesausflug; die Stadt selbst steht im Überblick zu Hamburgs Sehenswürdigkeiten.

Zwischen den Meeren: Molfsee und Warder

Südlich von Kiel liegt das Freilichtmuseum Molfsee mit historischen Bauernhäusern, Mühlen und Werkstätten aus ganz Schleswig-Holstein und einer Sammlung von fast 100.000 Alltagsgegenständen. Bis zum 1. November ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, danach von 11 bis 16 Uhr; montags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet 14 Euro, die Familienkarte 29 Euro.

Nicht weit davon steht die Arche Warder, ein Tierpark ausschließlich für alte und gefährdete Nutztierrassen. Wollschweine, Lockengänse und nach Angaben des Parks über achtzig weitere Rassen leben hier auf Weiden statt in Gehegen. Erwachsene zahlen 15 Euro, Kinder 12 Euro, die Familientageskarte für zwei Erwachsene und drei Kinder 45 Euro.

Für Familien mit kleinen Kindern ist Warder die bessere Wahl der beiden: mehr Platz, mehr Bewegung, weniger Erklärtext. Molfsee lohnt sich ab dem Grundschulalter, wenn Fragen nach dem Früher aufkommen.

Holsteinische Schweiz: Eutin

Im Seenhügelland zwischen Kiel und Lübeck liegt Eutin mit seinem Schloss am Wasser. Von März bis Juni und von September bis Dezember ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet, im Juli und August täglich länger. Erwachsene zahlen 10 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nichts.

Der Schlossgarten geht in den Großen Eutiner See über und ist ohne Ticket zugänglich, nachts allerdings geschlossen. Für einen zweiten Programmpunkt reicht hier eine Bank am Ufer. Wer statt Kultur lieber Küste möchte, findet die kindgerechten Orte im Überblick zum Ostsee-Urlaub mit Kindern.

Preise, Öffnungszeiten und Sanierungsstände: Stand September 2026, Angaben der Betreiber, Museen und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.

Häufige Fragen

Welche Ausflugsziele in Schleswig-Holstein lohnen sich bei Regen?

Das Europäische Hansemuseum in Lübeck, die Museumsinsel Gottorf und das Ausstellungshaus in Haithabu liegen vollständig drinnen. Das U-Boot U 995 in Laboe ebenfalls, der Turm des Ehrenmals allerdings nicht. Molfsee und Warder sind dagegen Außengelände mit ein paar überdachten Stationen.

Was ändert sich Anfang November?

Gottorf, Haithabu und das Freilichtmuseum Molfsee stellen am 2. November auf Winterzeiten um und schließen früher, Molfsee öffnet dann erst um 11 Uhr. In Laboe endet die Sommeröffnung am 31. Oktober. Die Arche Warder lässt ab dem 1. November werktags nur noch bis 16 Uhr ein.

Wohin ohne Auto?

Lübeck und Kiel erreichst du gut mit der Bahn, Laboe von Kiel aus mit der Fördefähre, Rendsburg liegt an der Strecke über die Hochbrücke. Molfsee, Warder und Haithabu liegen abseits der Schiene; dort ist das Auto die ehrlichere Antwort.

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