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Rundreisen & Inseln

Lanzarotes Sehenswürdigkeiten hat der Vulkan gemacht

Lanzarotes Sehenswürdigkeiten nach dem Feuer von 1730 sortiert: Timanfaya nur mit Zeitfenster, Weinberge in der Asche, der Lavatunnel im Norden und Teguise.

Redaktion freizeit-247 Min. Lesezeit
Weinberge von La Geria auf schwarzer Lava-Asche, jede Rebe in einer Mulde hinter einer halbrunden Steinmauer
Foto: Tamara Kulikova, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Zwischen 1730 und 1736 brach hier über Jahre hinweg die Erde auf. Was das für die Menschen auf Lanzarote bedeutete, ist bis heute der rote Faden, an dem die Nationalparkverwaltung ihre Führungen aufhängt. Das ist der bequemste Ordnungsgedanke für eine Woche auf Lanzarote: Es gibt das Gebiet, das die Lava überrollt hat, die Landschaften, die aus ihren Folgen entstanden sind, einen viel älteren Vulkan im Norden und schließlich das, was das Feuer nie erreicht hat.

Vier Richtungen also, und keine davon braucht einen ganzen Tag im Auto. Die Insel ist klein, die Strecken sind kurz, der Engpass ist ein anderer: Zwei der bekanntesten Ziele lassen dich nur zu einer Uhrzeit hinein, die du vorher festlegst.

Timanfaya: Datum und Uhrzeit stehen vor der Reise fest

Die Montañas del Fuego sind das Herz des Nationalparks und zugleich der am strengsten getaktete Ort der Insel. Geöffnet ist täglich von 9.30 bis 15.45 Uhr, für den Besuch rechnet der Betreiber mit 90 Minuten, und Karten verkauft er ausschließlich online für ein bestimmtes Datum und eine bestimmte Zeit. Erwachsene zahlen 30 Euro, Kinder bis sechs Jahre nichts. Ohne gebuchtes Zeitfenster kommst du an der Zufahrt nicht weiter.

Kern des Besuchs ist die Ruta de los Volcanes, eine Busfahrt durch ein Gelände, das du zu Fuß nicht betreten darfst. Draußen liegen erstarrte Ströme in Schwarz, Rostrot und Ocker, dazwischen Krater mit sauberen Rändern. Am Zentrum steht das Restaurant El Diablo. Auf eigene Faust läuft hier niemand herum: Ins Innere führen nur geführte Wege, und die Parkverwaltung erklärt unterwegs, wie zäh und wie langsam Flechten diesen Boden überhaupt besiedeln.

Es gibt trotzdem einen Weg ins Innere, und er kostet nichts. Die Parkverwaltung führt Wanderungen auf der Ruta de Tremesana, gut drei Kilometer in rund drei Stunden, ab 16 Jahren, in kleinen Gruppen von höchstens acht Personen, Treffpunkt ist die Plaza de los Remedios in Yaiza. Gebucht wird über das Reservierungsportal der spanischen Nationalparks. Bei den Angaben widersprechen sich die Amtsseiten: Das Ministerium nennt drei Kilometer Länge und ein Anmeldefenster von maximal einem Monat, die kanarische Parkseite 3,5 Kilometer und die Empfehlung, 25 bis 30 Tage vorher zu buchen. Praktisch heißt beides dasselbe: Das Fenster öffnet einen Monat vorher und ist schnell leer.

Was aus der Asche wuchs: La Geria

Südöstlich des Parks liegt die Landschaft, die aus dem Ausbruch entstanden ist. In La Geria steht jede Rebe einzeln in einer ausgehobenen Mulde, ringsum eine halbrunde Mauer aus Lavabrocken, der Boden schwarze Asche. Die Tourismusbehörde nennt das Verfahren einzigartig und führt es auf die Trockenheit dieser Böden zurück. Optisch sieht das aus wie Hänge voller schwarzer Kreise, in jedem ein grüner Fleck.

Die Hauptrebsorte ist Malvasía, das Verzeichnis der Insel führt 31 Bodegas, viele davon an der Straße durch das Gebiet, und Verkosten gehört zum Besuch. Ein Vormittag reicht, weil man hier ohnehin nicht wandert, sondern hält, schaut und weiterfährt.

An der Westküste zeigt dieselbe Eruption ihre andere Seite. Bei Los Hervideros hat sie eine zerklüftete Küste mit Höhlen und Blaslöchern hinterlassen, in die das Wasser schlägt, wenig weiter liegt der grüne Kratersee Charco de los Clicos bei El Golfo. Die Salinas de Janubio dazwischen stammen aus einer anderen Zeit: Die Salzgärten entstanden 1895 und wurden 1915 ausgebaut, heute liegen dort 44 Hektar Becken.

Der ältere Norden: eine Röhre aus flüssigem Gestein

Der Norden gehört einem anderen Vulkan. Als Lava vom Corona zur Küste floss, kühlte ihre Oberfläche ab, während das Innere weiterlief. Zurück blieb ein Hohlraum von über sieben Kilometern Länge, und zwei Abschnitte davon kannst du betreten.

Die Cueva de los Verdes ist der rohere Teil: Führungen auf Spanisch und Englisch dauern rund 50 Minuten und gehen durch Galerien auf mehreren Ebenen, an Salzausblühungen und Lavaspuren vorbei. Auch hier gilt Online-Kauf mit fester Uhrzeit, 15 Minuten vorher solltest du da sein, geöffnet ist von 9.30 bis 16.45 Uhr. Die Jameos del Agua ein Stück weiter sind derselbe Tunnel, nur eingerichtet: ein unterirdischer See mit blinden weißen Krebsen, ein weißes Becken, ein Auditorium im Fels. Hier brauchst du für den normalen Besuch keine Reservierung, offen ist täglich von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 17.15 Uhr.

Ein Stück weiter hängt der Aussichtsbau Mirador del Río über der Nordküste, südlich davon liegt der Jardín de Cactus. Beide öffnen von 10 bis 17 Uhr und kosten 9 Euro. Sie sind kurze Programmpunkte, keine halben Tage.

Zwei Häuser von César Manrique

Die Handschrift, die fast alle diese Orte verbindet, hat zwei Adressen. In Tahíche steht das Haus, in dem heute die Fundación César Manrique sitzt, geöffnet täglich von 10 bis 17.30 Uhr, Feiertage eingeschlossen. Das Casa-Museo in Haría öffnet täglich ab 10.30 Uhr. Einzeln kostet jedes Haus 10 Euro, zusammen 17 Euro, und die Stiftung verkauft das Kombiticket online.

Der Unterschied zwischen beiden lohnt den zweiten Besuch. In Tahíche geht es um das Werk und die Stiftung, die es verwaltet. In Haría geht es um den Alltag dessen, der es gemacht hat, bis hin zum Arbeitsplatz.

Was das Feuer nie erreicht hat

Teguise im Inselinneren war von der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis 1852 Hauptstadt und gilt nach Angaben der Tourismusbehörde als erste städtische Siedlung der Kanaren. Sonntags von 9 bis 14 Uhr übernimmt der Markt die Altstadt, an den übrigen Tagen ist es dort still. Über dem Ort steht auf dem Guanapay das Castillo de Santa Bárbara mit einem Museum zur Piraterie, unten im Palacio Spínola ist das Timple-Haus dem kanarischen Saiteninstrument gleichen Namens gewidmet.

Ganz im Süden liegt der Monumento Natural de Los Ajaches, seit 1994 geschützt, mit den Buchten von Papagayo am Ende einer unbefestigten Piste. Und im Norden, hinter Órzola, beginnt die Meeresreserve des Chinijo-Archipels, mit 70.700 Hektar nach Angaben der Tourismusbehörde die größte Europas. Mittendrin liegt La Graciosa, nach Angaben derselben Behörde einer der letzten Orte Europas ohne asphaltierte Straßen; ein Rad leihst du dir in Caleta de Sebo. Für einen Tag ist das die stärkste Abwechslung zum Vulkanprogramm.

Drei Tage reichen für die Insel, wenn du sie so aufteilst: Timanfaya und La Geria an einem, den Norden mit Tunnel und Mirador an einem zweiten, Teguise und den Süden am dritten. Ähnlich streng vorgebucht wird auf Teneriffa und auf Madeira; wer lieber nach Strecken statt nach Lavaströmen plant, ist auf Fuerteventura richtig.

Öffnungszeiten, Preise und Anmelderegeln: Stand 21. September 2026, nach CACT Lanzarote, dem Organismo Autónomo Parques Nacionales, der Parkverwaltung der Kanarischen Regierung, Turismo Lanzarote und der Fundación César Manrique.

Häufige Fragen

Kann ich Timanfaya spontan besuchen?

Nein. Die Karten für die Montañas del Fuego gibt es nur online und nur für ein festes Zeitfenster, dasselbe gilt für die Cueva de los Verdes. Bei den übrigen Zentren der Insel reicht der Kauf vor Ort, empfohlen wird die Buchung trotzdem.

Wie komme ich zu den kostenlosen Wanderungen im Nationalpark?

Über das Reservierungsportal der Nationalparks, etwa einen Monat vor dem Wunschtermin. Die Ruta de Tremesana startet in Yaiza, dauert mit den Fahrten rund drei Stunden und nimmt höchstens acht Personen mit. Festes, geschlossenes Schuhwerk ist Bedingung, Kinder unter 16 Jahren dürfen nicht mit.

Lohnt sich La Graciosa als Tagesausflug?

Ja, wenn du das Gegenteil des Timanfaya-Programms suchst. Die Fähren fahren ab Órzola im Norden, laut Tourismusbehörde etwa alle 30 Minuten, auf der Insel gibt es keine asphaltierten Straßen, und Leihräder stehen in Caleta de Sebo bereit. Plane den Tag um die Rückfahrt herum, nicht umgekehrt.

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