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Städte

Vier Türme über Kopenhagen: Sehenswürdigkeiten von oben

Der höchste Turm Kopenhagens kostet nichts, einer hat keine Treppe, einer schließt bei Wind. Was die Aussicht verlangt und was unten dazwischen liegt.

Redaktion freizeit-246 Min. Lesezeit
Blick vom Runden Turm über die Dächer Kopenhagens auf einen grün patinierten Kupferturm mit Turmuhr unter grauem Himmel
Foto: Jorge Láscar, CC BY 2.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Vier Türme in der Kopenhagener Innenstadt lassen Besucher hinauf, und sie unterscheiden sich weniger in der Aussicht als im Weg nach oben. Einer hat einen Aufzug, einer eine gemauerte Rampe, einer eine Wendeltreppe an der Außenwand, einer nur feste Führungszeiten.

Das ist mehr als eine Spielerei. Mit Kinderwagen, mit schlechten Knien oder mit Höhenangst entscheidet der Aufstieg, nicht das Panorama. Und zwischen den vier Türmen liegt der Rest der Stadt, Wachparade eingeschlossen.

Der höchste Turm kostet nichts

Der Turm von Schloss Christiansborg misst 106 Meter und ist damit der höchste Kopenhagens, um 40 Zentimeter höher als der Rathausturm. Hinauf darf jeder, und zwar kostenlos. Nach oben geht es ausschließlich mit dem Aufzug, Treppen sind für Besucher nicht freigegeben. Der Eingang liegt am Königstor in der Mitte des Schlosses auf Slotsholmen. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag von 11 bis 21 Uhr und sonntags bis 17.30 Uhr. Oben ist wenig Platz, deshalb steht man unten häufig an.

Der Rathausturm gegenüber ist mit 105,6 Metern der knappe Zweite und nimmt den umgekehrten Weg: rund 300 Stufen, 40 Kronen Eintritt, und man kommt nur zu festen Zeiten hinauf, montags bis freitags um 11 und um 14 Uhr, samstags um 12 Uhr. Eine halbe Stunde dauert der Besuch.

Wenn du nur einen der beiden nimmst, nimm Christiansborg: kostenlos, ohne Uhrzeitbindung, mit Aufzug. Der Rathausturm lohnt sich, wenn dich das Innere des Hauses interessiert und du die Stufen ohnehin gehen wolltest.

Ein Turm ohne Treppe

Der Runde Turm ist der ungewöhnlichste der vier Aufstiege. Von der Straße bis zur Plattform sind es 34,8 Meter, und dazwischen liegt keine Treppe, sondern eine gemauerte Wendelrampe von außen 281 Metern Länge. Erst ganz oben kommen ein paar Dutzend Stufen aus Holz und Stein. Einen Aufzug gibt es nicht, das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Rampe ist der Grund, warum dieser Turm mit kleinen Kindern funktioniert. Es gibt nichts zu stolpern, unterwegs stehen Bänke, und die Steigung ist innen deutlich stärker als außen; man geht also besser am Außenrand.

Auf halber Höhe liegt der Bibliothekssaal, ganz oben das restaurierte Observatorium, in dem von Oktober bis März an Montag- und Dienstagabenden durchs Teleskop geschaut wird, sofern das Wetter mitspielt.

Von April bis September ist der Runde Turm täglich von 10 bis 20 Uhr offen, im Winter montags und dienstags bis 21 Uhr und sonst bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 60 Kronen, alle unter 18 Jahren nichts.

400 Stufen, die letzten 150 draußen

Der Turm der Erlöserkirche auf Christianshavn ist der Aufstieg, über den man vorher nachdenken sollte. Er ist 86 Meter hoch, nach Entwurf von Lauritz de Thurah im Spätbarock vollendet, und von den 400 Stufen verlaufen die letzten 150 außen am vergoldeten Helm, in einer Wendeltreppe, die sich um den Turm legt. Es gibt kein Glasgeländer und keine Zwischenebene, auf der man den Entschluss revidiert.

Die Belohnung ist ein Blick, bei dem die Stadt tatsächlich unter einem liegt statt vor einem. Erwachsene zahlen 70 Kronen, Kinder 20. Geöffnet ist täglich von 9 bis 20 Uhr, und im ganzen Januar bleibt der Turm geschlossen. Bei Regen, Schnee oder kräftigem Wind kann die Turmbesteigung kurzfristig gesperrt werden. Plane sie deshalb nicht auf den letzten Tag.

Was unten zwischen den Türmen passiert

Um 11.27 Uhr verlässt die Wachparade täglich ihre Kaserne in der Gothersgade und marschiert durch die Innenstadt, vorbei am Runden Turm und über den Kongens Nytorv. Kurz vor 12 Uhr zieht sie auf den Schlossplatz von Amalienborg ein, wo das Musikkorps spielt. Der Clou steckt im Namen der Wache: Königswache bedeutet, dass der König im Palais Frederik VIII. wohnt, Leutnantswache, dass der Kronprinz als Regent dort residiert, Palastwache, dass er in einem anderen Schloss oder auf der Königsyacht Dannebrog ist. Am Zeremoniell lässt sich also ablesen, wer zu Hause ist.

Auf Slotsholmen selbst sind die Königlichen Repräsentationsräume, die Ruinen unter dem Schloss und die Königliche Küche bis zum 1. November täglich von 10 bis 17 Uhr zugänglich, unter 18 Jahren kostenlos, wobei auch Kinder ein Ticket brauchen. Christiansborg ist ein arbeitendes Schloss: Bei Staatsbesuchen und königlichen Terminen können Bereiche ohne Vorankündigung schließen.

Das Nationalmuseum ein paar Straßen weiter hat von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr offen, von November bis März montags nicht. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei, online ist das Ticket günstiger als an der Kasse. Rechne damit, dass die Ausstellungen schon ab dem späten Nachmittag nach und nach schließen, das Kindermuseum als Erstes.

Und der Tivoli hat eine Lücke, die viele Herbstreisende übersieht. Die Halloween-Saison läuft vom 2. Oktober bis zum 1. November 2026, die Weihnachtssaison erst ab dem 13. November. Dazwischen liegen elf Tage, an denen der Garten mitten in der Stadt zu ist. In diesen Tagen verlegst du den Abend in die Türme; die Metro fährt rund um die Uhr, an jedem Tag der Woche. Bleibt danach noch Reisezeit, führen die nächsten Ziele zurück an die deutsche Küste: Urlaub mit Kindern an der Ostsee und die Sehenswürdigkeiten in Hamburg.

Preise, Höhen und Öffnungszeiten: Stand 21. September 2026, Angaben von Rundetårn, der Vor Frelsers Kirke, der Königlichen Sammlung auf Christiansborg, des Nationalmuseums, des Tivoli, der Metroselskabet, des dänischen Königshauses und von Wonderful Copenhagen.

Häufige Fragen

Welcher Aussichtsturm in Kopenhagen eignet sich mit kleinen Kindern?

Der Runde Turm, weil die Wendelrampe ohne Stufen auskommt und unterwegs Bänke stehen. Unter 18 Jahren kostet er nichts. Der Christiansborg-Turm ist die bequemste Alternative, dort fährt ein Aufzug, und der Eintritt ist frei. Die Erlöserkirche mit ihrer Außentreppe ist für kleine Kinder die schlechteste Wahl.

Muss man Kopenhagens Sehenswürdigkeiten vorab buchen?

Für die Türme nicht, dort stellt sich höchstens eine Schlange an. Ein Ticket brauchst du für das Nationalmuseum und für Christiansborg, dort auch für Kinder, obwohl sie nichts zahlen. Online ist das Nationalmuseum günstiger als an der Kasse. Und weil Christiansborg ein arbeitendes Schloss ist, kann ein Staatsbesuch die Räume auch kurzfristig schließen.

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