Sehenswürdigkeiten in Paris: was offen ist und was nicht
Notre-Dame ist zurück und kostet nichts, das Centre Pompidou bleibt bis 2030 zu, der Louvre hat zwei Preise. Was in Paris gerade gilt und was du buchst.

Paris ist gerade keine fertige Stadt. Zwei der bekanntesten Adressen haben in den vergangenen zwei Jahren ihren Status gewechselt, und zwar in entgegengesetzte Richtungen: Die Kathedrale ist zurück, das wichtigste Museum für moderne Kunst ist für Jahre weg. Eine ältere Liste der Sehenswürdigkeiten in Paris führt deshalb an mindestens einer Stelle vor eine verschlossene Tür.
Dazu kommt eine Eintrittsstaffel nach Herkunft und eine Reservierungspflicht, die an einigen Stellen keine Empfehlung ist, sondern eine Bedingung.
Notre-Dame ist zurück, und zwar gratis
Die Kathedrale hat im Dezember 2024 wieder geöffnet, fünf Jahre nach dem Brand. Der Zutritt zum Kirchenraum kostet wie vorher nichts. Neu ist, dass sich ein Zeitfenster online reservieren lässt; ohne Reservierung kommst du ebenfalls hinein, stehst aber je nach Tageszeit auf dem Vorplatz an.
Der Unterschied zu früher ist vor allem organisatorisch. Der Kirchenraum ist kostenlos geblieben, der Aufstieg auf die Türme dagegen zu einem eigenen, zeitgebundenen Besuch geworden. Beides an einem Tag heißt: zwei getrennte Termine.
Die Türme verlangen mehr als Kondition
Seit den europäischen Denkmaltagen im September 2025 lässt das Centre des monuments nationaux wieder auf die Türme. Der Rundgang führt über 424 Stufen und 69 Höhenmeter, einen Aufzug gibt es nicht. Erwachsene zahlen 16 Euro, für Menschen unter 26 mit Wohnsitz in der EU ist der Aufstieg kostenlos.
Der entscheidende Satz steht auf der Betreiberseite in Großbuchstaben: kein Zutritt ohne Reservierung. Tickets werden nur online für die Türme verkauft, vor Ort gar nicht. Von April bis September ist von 9 bis 23 Uhr geöffnet, von Oktober bis März nur bis 17.30 Uhr, letzter Einlass jeweils eine Stunde vorher. Geschlossen bleibt an Neujahr, am 1. Mai und am ersten Weihnachtsfeiertag. Große Rucksäcke müssen draußen bleiben, und Schließfächer gibt es keine.
Wenn die Reservierung ohnehin Pflicht ist, nimm im Sommer den spätesten Termin. Der letzte Einlass liegt dann bei 22 Uhr, und oben steht der neu gezimmerte Vierungsturm im Abendlicht.
Der Louvre hat jetzt zwei Preise
Der Eintrittspreis des Louvre hängt davon ab, woher du kommst. Besucherinnen und Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zahlen 22 Euro, alle anderen 32 Euro. Für deutsche Gäste gilt also der niedrigere Satz. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei, ebenso für EWR-Bewohner unter 26.
Geöffnet ist montags, donnerstags, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis 21 Uhr. Dienstag ist Ruhetag, und das verträgt sich schlecht mit Versailles, das montags schließt. Ein Zeitfenster empfiehlt das Haus allen, auch denen, die nichts zahlen. Neben dem Eingang unter der Pyramide führen auch der Carrousel und die Porte des Lions hinein.
Für einen ersten Besuch sind die beiden langen Abende die bessere Wahl. Mittwoch und Freitag verteilen sich dieselben Besucher auf zwölf Stunden statt auf neun, und ein später Termin lässt den Tag davor für etwas anderes frei.
Fünf Jahre ohne Centre Pompidou
Das Centre Pompidou baut von 2025 bis 2030 um; das Hauptgebäude bleibt in dieser Zeit geschlossen. Die Sammlung ist deshalb nicht verschwunden, sondern verteilt: Ausstellungen laufen unter anderem im Grand Palais und in der Gaîté Lyrique in Paris sowie in Metz, Málaga und Seoul.
Im Grand Palais läuft parallel ein eigenes Programm, darunter bis August 2027 ein Ausstellungsbereich für Kinder. Für die Moderne und den Impressionismus bleibt außerdem das Musée de l’Orangerie, das Monets Seerosen zeigt. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt dort frei, dann allerdings nur mit vorab gebuchtem Zeitfenster.
Ebenfalls auf der Île de la Cité steht die Sainte-Chapelle, die das Centre des monuments nationaux für ihre Glasmalerei der Rayonnant-Gotik führt. Der Eintritt kostet 22 Euro, für EU-Bewohner unter 26 nichts. Glasmalerei lebt vom Licht, und deshalb ist ein heller Vormittag hier der bessere Termin als ein grauer Nachmittag.
Und die Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre ist der Gegenentwurf zu all dem: täglich ohne Ausnahme von 6.30 bis 22.30 Uhr offen, kostenlos, ohne Reservierung. Die Hauptorgel wird noch bis Mai 2027 restauriert, in den Gottesdiensten spielt solange die Chororgel.
Versailles ist ein eigener Tag
Vor der Stadt liegt der Termin, den man nicht nebenbei erledigt. Schloss Versailles öffnet von 9 bis 18.30 Uhr, die Gärten schon ab 7 Uhr und bis 20.30 Uhr. Montags bleibt das Schloss zu, die Gärten nicht. Für das Schloss ist die Reservierung eines Zeitfensters für jeden verpflichtend, auch für alle mit freiem Eintritt, und das Online-Ticket garantiert den Einlass innerhalb einer halben Stunde nach der gebuchten Zeit.
Das Tagesticket für das gesamte Gelände kostet 35 Euro, das Trianon-Gelände allein 15 Euro und öffnet erst mittags. Unter 18 Jahren ist der Zutritt frei, für EU-Bewohner bis 26. Mit Kindern ist das Trianon-Ticket am Nachmittag die ruhigere Variante: Es öffnet ohnehin erst um 12 Uhr, kostet weniger als das Tagesticket und führt durch den Park statt durch die Zimmerfluchten des Schlosses.
Für weitere Städtetrips in dieser Größenordnung helfen die Beiträge zu den Sehenswürdigkeiten in London und zu Amsterdam, wo das Anne Frank Haus seine Tickets sechs Wochen im Voraus freigibt.
Preise, Öffnungszeiten und Bauzustände: Stand 21. September 2026, Angaben des Louvre, des Centre des monuments nationaux, des Centre Pompidou, des Musée de l’Orangerie, des Grand Palais, der Basilika Sacré-Cœur, des Schlosses Versailles und der Stadt Paris.
Häufige Fragen
Kostet der Besuch von Notre-Dame Eintritt?
Nein, der Kirchenraum ist kostenlos zugänglich, wie vor dem Brand. Ein Zeitfenster lässt sich online reservieren und spart die Warteschlange auf dem Vorplatz. Geld kostet nur der Aufstieg auf die Türme, und der ist eine eigene Buchung beim Centre des monuments nationaux.
An welchem Tag sind die Pariser Museen geschlossen?
Es gibt keinen gemeinsamen Ruhetag, und genau das ist die Falle. Der Louvre schließt dienstags, Schloss Versailles montags. Für ein verlängertes Wochenende bestimmen diese beiden Tage die Reihenfolge, nicht die Entfernung.
Welche Sehenswürdigkeiten in Paris kosten nichts?
Der Kirchenraum von Notre-Dame und die Basilika Sacré-Cœur sind kostenlos, letztere täglich von 6.30 bis 22.30 Uhr. Das Musée de l’Orangerie verlangt am ersten Sonntag im Monat keinen Eintritt, dann aber ein gebuchtes Zeitfenster. Unter 18 Jahren ist der Eintritt in den staatlichen Häusern ohnehin frei, für EU-Bewohner bis 26 ebenfalls.
Lohnt sich Paris ohne das Centre Pompidou?
Ja, aber mit verschobenem Schwerpunkt. Die Sammlung der Moderne ist bis 2030 auf mehrere Häuser verteilt, unter anderem auf das Grand Palais. Für Impressionismus bleibt die Orangerie mit den Seerosen, am ersten Sonntag im Monat kostenlos und nur mit gebuchtem Zeitfenster.
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